Pogo und Wasserbomben in Nürtingen

„Die Häuser denen, die drin wohnen“ schallte es durch die Straßen, als die dritte Wasserbombenparade bei strahlendem Sonnenschein durch die Nürtinger Innenstadt zog. Rund 80 motivierte und vergnügte Teilnehmer*innen, ein Traktor, der den Anhänger mit der Musikanlage zog und mehrere Bands nahmen daran teil.

Wasserbombenparade Flyer (vorn)Wie schon in den Jahren zuvor, verband die Veranstaltung wieder geschickt das Vergnügen des sich gegenseitig nass Spritzens mit den ernsten Botschaften, die transportiert werden sollten: Es ging einerseits um Protest gegen Repression und Polizeigewalt. 2014 hatte es wegen einiger mit Wasser gefüllter Ballons, die vor die örtliche Polizeiwache geworfen worden waren, einen maßlosen und brutalen Polizeieinsatz gegeben, einschließlich Hubschraubern und versuchter Erstürmung der Villa Galgenberg.

Die Villa Galgenberg selbst war nicht nur Veranstalterin, sondern auch das zweite zentrale Thema des Umzugs. Dieses emanzipatorische Wohnprojekt am Fuße des namensgebenden Galgenberges ist akkut räumungsbedroht, seit die Stadt Nürtingen das Grundstück gekauft hat und die Bewohner*innen vertreiben möchte.

Die Wasserbombenparade zog in Etappen durch die Altstadt und legte an den Brunnen eine Rast ein. So konnten bequem die Wasservorräte der mitgebrachten Spritzpistolen nachgefüllt werden. Außerdem wurden wieder zahllose vorbereitete Wasserbomben verteilt. Es dauerte nicht lange, bis bei dem ausgelassenen alle-gegen-alle niemand mehr trocken war.

Erstmalig gab es dieses Jahr auch Live-Musik von mehreren Bands, jeweils bei den Zwischenstationen. Am Marktplatz begeisterten die Sons of Explosivos das Publikum unter anderem mit „La bamba“, wobei sie den Text zu „La bomba de agua“ abänderten. Am Ort der Abschlusswasserschlacht – direkt vor der Polizeiwache in der Europastraße – coverte eine Punk-Band ein thematisch passendes Lied von Slime, sehr zum Vergnügen der Umstehenden, die den Klassiker schon an den ersten Akkorden erkannten und spontan mitsangen.

Es verirrten sich auch einige Wasserbömbchen auf die Fassade der Polizeiwache, was von den Veranstalter*innen aber schnell unterbunden wurde. Dieses Mal zog die Aktion jedoch keinen stundenlangen Polizei-Einsatz nach sich, so dass alle, die wollten, wie vorgesehen den Abend im Garten der Villa Galgenberg bei Lagerfeuer, Bratkartoffeln und Getränken nach Wahl ausklingen lassen konnten.

Dritte Wasserbombenparade in Nürtingen

DemoNuertingenAm Samstag, dem 9. Juli findet in Nürtingen die dritte Wasserbombenparade gegen Repression, Polizeigewalt und für den Erhalt des Wohnprojekts Villa Galgenberg statt. Im Anschluss an die Demo sind alle eingeladen, in der Villa Live-Bands anzuhören, zu essen, trinken, chillen und dabei die nass gewordenen Klamotten trocknen zu lassen.

Die Villa Galgenberg ist derzeit räumungsbedroht, da sie als emanzipatorischer Ort der Stadt ein Dorn im Auge ist und der Oberbürgermeister seine rebellischen Nachbarn los werden will. Die Aktionsform der Wasserbombendemo nimmt Bezug auf einen heftigen Polizei-Einsatz mit Hubschraubern und versuchter Stürmung des Wohnprojekts als absurde Reaktion auf zwei mit Wasser gefüllte Ballons, die Richtung Polizei-Wache geworfen worden waren.

Treffpunkt ist um 18 Uhr am ZOB. Badeklamotten sind kein Muss, haben sich aber als nützlich erwiesen die letzten Male. Aktuelle Infos zu Veranstaltung und der Villa allgemein gibt es bei Facebook und auf ihrer Web-Seite.
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Mutter von Nahuel kündigt Hungerstreik an

NahuelMaría, die Mutter des anarchistischen Gefangenen Nahuel, kündigte an, in den Hungerstreik zu treten, um für die Freiheit ihres Sohnes zu kämpfen: „Ich gehe jetzt gleich nach Madrid, um mich dem Hungerstreik von SAT anzuschließen. Ich als Mutter kann nicht tatenlos zusehen, wie es meinem Sohn körperlich, psychisch und emotional immer schlechter geht aufgrund der politischen Repression, der ‚Zerstreuung‘ [Unterbringung in Gefängnissen weit weg von Familie und Freunden] und der Ungerechtigkeit“, teilte María telefonisch der Redaktion von Kaos en la red mit.

Nahuel befindet sich seit 7 Monaten ohne Gerichtsurteil in Untersuchungshaft, seit einer Polizei-Razzia gegen das Kollektiv Straight Edge Madrid. Derzeit befindet er sich in einem Gefängnis in Sevilla. Staatliche Schikanen wie die verschärften Sicherheitsmaßnahmen, unter denen er zu leiden hat, und die andauerenden Verlegungen in andere Knäste, machen ihm sehr zu schaffen. „Er hat sogar sein Lächeln verloren“, berichtete María verzweifelt nach einem Besuch bei Nahuel. Sein Zustand habe sich deutlich verschlechtert.

Die Gewerkschaft SAT – Andalusisches Arbeiter-Syndikat – befindet sich ihrerseits seit Wochen in Madrid im Hungerstreik, um für die Freilassung inhaftierter Mitglieder und gegen die Repression zu kämpfen.

Die Unterstützer-Gruppe Nahuel Libertad (Freiheit für Nahuel) hat eine deutschsprachige Mitteilung veröffentlicht, in der sie über die Festnahme im Rahmen der operación ICE und die Haftbedingungen berichtet.

Die derzeitige Adresse, um Nahuel Solidaritäts-Post zukommen zu lassen:

Juan Manuel Bustamante Vergara
Paraje las Mezquitillas
Carretera SE-451 km 5,5
41530 Morón de la Frontera, Sevilla
Spanien

Okupación en Bonn para crear un centro libertario

El 10 de Mayo del 2016 varios activistas de L!Z, una iniciativa por un centro libertario, han okupado una casa en la ciudad alemana de Bonn. Los activistas ven la okupación como protesta contra la „política de casas vacías“. Peter, un portavoz del grupo, nos cuenta el proyecto así: „Nos gustaría realizar nuestro centro libertario aquí. Las demás viviendas se podrían facilitar a refugiados, estudiantes y familias de pocos recursos.“

La okupación está acompañada por una concentración continua de apoyo frente al edificio liberado y además un programa cultural con comidas comunitarias, la proyección de películas al aire libre, un concierto y un recital de poesía. Hay muchas pancartas colgadas tanto en la fachada de la casa como en la calle con mensajes rotundos como „Refugees welcome“, „Signa se va, L!Z vendrá“, „Que venga el centro libertario“ (Véase las fotos).

La casa es propiedad de Signa Holding GmbH, una empresa de inversión inmobiliaria, y llevaba vacía y sin uso desde hace tres años, a pesar de la escasez de viviendas en esta ciudad del oeste de Alemania. La empresa ha comprado varios inmuebles en el Victoriaviertel, un barrio de Bonn, con el fin de construir un centro comercial. Los activistas reprochan a la empresa que va echando a las personas que antes vivían en las casas.
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Mónica und Francisco: Neue Anschrift für Soli-Post

Adresse Mónica und FranciscoMónica Caballero Sepúlveda und Francisco Solar Dominguez, die im März zu 12 Jahren Haft verurteilt wurden, wurden mittlerweile in einen anderen Knast verlegt, in Asturien. Die neue Anschrift für Solidaritäts-Post lautet:

Mónica Caballero Sepúlveda
Francisco Solar Dominguez
C.P. Villabona
Finca Tabladiello s/n
33422 Villabona Llanera. Asturias
España/Spanien

Quelle: Efecto Pandora

Fotos von der Demo gegen die Räumung von Esperanza

Dem selbstverwalteten und besetzten Wohnprojekt Esperanza auf Gran Canaria droht die Räumung. Der Bürgermeister von Guía hat den 77 Familien eine Frist gesetzt, binnen eines Monats die Wohnungen zu verlassen. Die 202 Bewohner von Esperanza – die Hälfte davon minderjährig – sind jedoch nicht bereit, aufzugeben und haben den Kampf für ihr Recht auf Wohnraum aufgenommen.

Im Rahmen der Solidaritäts- und Aktionswoche demonstrierten sie am Montag vor dem Sitz der kanarischen Regionalregierung in Las Palmas de Gran Canaria dagegen, dass sie auf die Straße geworfen werden:
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Solidarische Woche mit „La Esperanza“

Das selbstverwaltete Wohnprojekt La Esperanza auf Gran Canaria – die derzeit größte Hausbesetzung in ganz Spanien – ist akut räumungsbedroht. Dort leben rund 300 Menschen, die Hälfte davon minderjährig. Auf einer Pressekonferenz erklärte ihr Sprecher Ruymán Rodríguez, dass sie die Räumung auf keinen Fall hinnehmen werden, da sie sonst mangels alternativer Wohnmöglichkeiten auf der Straße sitzen würden.

Pressekonferenz La Esperanza

Pressekonferenz La Esperanza

Für die zweite Aprilwoche – der Zeitraum, in dem die Frist endet, um die Wohnungen „freiwillig“ zu verlassen – hat die Comunidad La Esperanza zu einer Aktions- und Solidaritätswoche aufgerufen. Auf der Internet-Seite der Anarchistischen Föderation Gran Canaria wurde das geplante Programm veröffentlicht:

Montag, 11. April: Dauerkundgebung auf der Plaza O’Shanahan in Las Palmas de Gran Canaria vor dem Sitz der kanarischen Regionalregierung, während der gesamten Öffnungszeit (9 Uhr bis 14 Uhr). Dabei wird gefordert, dass La Esperanza nicht geräumt wird und dass den Bewohnern würdige und erschwingliche Ausweichunterkünfte angeboten werden.

Mittwoch, 13. April: Die dutzenden Bewohner, die benachrichtigt wurden, werden ab 9 Uhr ihre Einsprüche gegen die Räumungsverfügung im Rathaus von Santa María de Guía aushändigen. Die Bewohner bitten alle ihre Unterstützer und alle Medien, sie bei dieser Demonstration der Stärke zu begleiten.

Donnerstag 14. April: Das Datum, an dem die von der Stadtverwaltung gesetzte Frist ausläuft, um die Wohnungen zu verlassen. Es wird eine Kundgebung in der Comunidad la Esperanza selbst geben und ein Gemeinschaftsfrühstück mit allen, die sie unterstützt haben.

Die Esperanza erklärt, dass sie den Kampf aufnimmt!

Cartel Semana Solidaria

Ein Text über Hintergründe der Besetzung und der drohenden Räumung: Link.
Die Presse-Konferenz: Link (spanisch).

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