Veranstaltungsreihe „Was ist Anarchie?“ in Ludwigsburg

Was ist Anarchie?Im Februar und März versucht eine Veranstaltungsreihe der Frage auf den Grund zu gehen, was Anarchie ist. Das vielfältige Programm – Filmaufführung, Vortrag, Lesung, Ausstellung und Party – findet jeweils im DemoZ in der Wilhelmstraße 45/1 in Ludwigsburg statt.

Ab dem 2. Februar – „Geschichte des Anarchismus in Ludwigsburg und Umgebung“ (Ausstellung)
Donnerstag, 2. Februar – Aufführung des Dokumentarfilms „Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten“
Freitag, 10. Februar – Einführung in die Idee des Anarchismus (Vortrag)
Freitag, 17. Februar – „Die 5-Stunden-Woche“ Ein Vortrag, der darlegt, wie der heutige Lebensstandard mit nur 5 Arbeitsstunden pro Woche erzielt werden könnte ohne Kapitalismus
Freitag, 3. März – Lesung aus Aleksandar Hemons Roman „Lazarus“
Dienstag, 21. März – Vortrag zum Anarchafeminismus
Samstag, 25. März – „Anarchie und Luxus“ – futtern und feiern

Auf der Seite vom Libertären Bündnis Ludwigsburg stehen alle Details zu den Veranstaltungen: Link.

Solidarität mit Ruymán und Wege zum Anarchismus

Die FAGC (Federación Anarquista de Gran Canaria, Anarchistische Föderation von Gran Canaria) setzt seit einigen Jahren anarchistische Theorien wie direkte Aktion und gegenseitige Hilfe in die Tat um. So initiierten sie unter anderem das Wohnprojekt Esperanza. „Die größte Hausbesetzung derzeit in Spanien“, wie es spanische Medien beschrieben. Dort sind mittlerweile über 70 Familien untergekommen, die Opfer von Zwangsräumung oder häuslicher Gewalt wurden. Einige Wohnungen mussten instandgesetzt werden, da die vier Wohnblocks in Santa María de Guía eine Bauruine aus Zeiten der Immobilienblase sind. BewohnerInnen und FAGC legten dabei selber Hand an. Eine weitere Herausforderung war es, die Familien in den besetzten Häusern mit Strom zu versorgen. Auch dabei brachte sich die FAGC tatkräftig ein. Das Projekt Comunidad la Esperanza ist vollkommen selbstverwaltet. Die BewohnerInnen helfen sich gegenseitig in ihrem Alltag.

Die FAGC legte auch Gärten auf brachliegenden Flächen an, um eine Grundversorgung mit Lebensmitteln von armen Familien zu gewährleisten. Eine Wiederaufbereitungsanlage für Regenwasser wurde ausgetüftelt und gebaut. Die FAGC besetzte gemeinsam mit illegalisierten migrantischen Familien Gebäude – La Masía I und II – um ihnen eine Zuflucht zu erschaffen. Die FAGC steht an vorderster Linie, wenn es darum geht, Zwangsräumungen zu verhindern. Sie waren Anfang des Jahres an der Gründung eines MieterInnensyndikats beteiligt. Am internationalen Frauentag 2017 beteiligten sie sich daran, das selbstverwaltete Frauenhaus El Nido in einem besetzten Haus ins Leben zu rufen.

Als Reaktion auf diese lebendigen Beispiele von funktionierenden und effektiven anarchistischen Strukturen wird die FAGC mit massiver staatlicher Repression überzogen. Ruymán Rodríguez ist als Sprecher des Wohnprojekts Esperanza dabei aufgrund seiner Sichtbarkeit eine besondere Zielscheibe. So wurde er von der Guardia Civil verschleppt, zusammengeschlagen und anschließend von eben diesen Guardias Civiles wegen „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ angezeigt. Um die Gerichtskosten stemmen zu können, bittet die FAGC um Solidarität.

In einer Kette von Tweets mobilisiert eine Genossin der FAGC für Unterstützung für Ruymán. Außerdem erzählt nicht nur, wie sie ihn kennenlernte, sondern auch, wie sie zur Anarchistin wurde. Über die Praxis zur Theorie. Weil wir den Text lesenswert und die FAGC unterstützenswert finden, hier eine dt. Übersetzung der Tweets [in eckigen Klammern Erklärungen von uns]: Weiterlesen…

Anarchistischer Monatsrückblick: Februar 2017

Ruymán Rodríguez von der FAGC (Anarchistische Föderation Gran Canaria) braucht dringend finanzielle Unterstützung für Gerichtskosten. Guardias Civiles, die ihn verschleppt und zusammengeschlagen hatten, haben ihn wegen „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ angezeigt. Deren Anwältin fordert 5 Jahre Haft für Ruymán. Es fallen wohl mindestens 2700 Euro Kosten an für das Verfahren. Ruymán ist arbeitslos und mittellos. Bei den anderen Mitgliedern der FAGC sieht es vergleichbar aus. Ihre Bankkonten wurden gesperrt. Aus diesem Grund stellt das anarchistische Newsportal A Las Barricadas sein Bankkonto zur Verfügung. [A las barricadas]. Infos über das Verfahren, Stand März 2016: [Linksunten]

Spenden an:
Bank: Caixa d’Enginyers
BIC: CDENESBBXXX
Kontonummer: ES04 3025 0002 4014 3336 6743
Name: CHZ

Oder über das Paypal-Konto: contact@alasbarricadas.org

Die anarcho-syndikalistische Organisation Rocinante aus Griechenland bittet um Solidarität. In dem Lager Moria sind drei Geflüchtete innerhalb weniger Tage gestorben. Die Menschen werden dort unter elenden Bedingungen gefangen gehalten, im Rahmen des brutalen europäischen Grenzregimes. Es fehlt an allem: Medizinische Versorgung, warme Kleidung, menschenwürdige Unterbringung. Ganz zu schweigen von Reisefreiheit und einer Perspektive. [Freedom News]

Der Anarchistischen Hochschulgruppe in Dortmund wurden von der Hochschulleitung Räumlichkeiten für die Veranstaltung „Anarchismus, eine Einführung“ verwehrt. Stattdessen wurde der Vortrag vor 70 Menschen vor der Hochschule gehalten. [Linksunten]

In Melbourne, Australien, machte eine kleine Gruppe von AnarchistInnen und Obdachlosen dem Bürgermeister mit einer nächtlichen direkten Aktion vor seinem Privathaus lautstark deutlich, dass sie den Vorstoß der Stadtverwaltung, die Obdachlosigkeit zu kriminalisieren, ablehnen. [Insurrectionnewsworldwide]
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Anarchistischer Monatsrückblick: Januar 2017

Rückblick auf Januar 2017 aus anarchistischer Perspektive

c190_e6wqaeboz6Das Libertäre Bündnis Ludwigsburg verteilte in Ludwigsburg 10.000 Flyer gegen rechte Hetze. [Stuttgarter Zeitung | LBQuadrat]

Das Libertäre Zentrum in Bonn wurde von den Cops geräumt. Am selben Tag nahmen 150 Personen an einer Solidaritäts-Demo teil. [LIZBonn.Blogsport.de | General-Anzeiger-Bonn]

Prozessauftakt am 23. Januar in Aachen gegen zwei AnarchistInnen, denen vorgeworfen wird, eine Bank enteignet zu haben. In Madrid und in Barcelona gab es Soli-Demos. Auf einer Brücke in Iruña wurde ein Transparent aufgehängt, das die Freilassung der GenossInnen fordert.

50 Nazis versuchten erfolglos, ein Organisierungtreffen von AnarchistInnen an der Uni Dortmund zu stören. Aus Protest dagegen nahmen 60 Menschen an einer Anti-Nazi-Demo teil. [Linksunten | Anarchismus in Dortmund/Twitter]

Erfolgreiche Veranstaltung des anarchistischen Buch- und Kulturzentrums Black Pigeon in Dortmund trotz Nazikundgebung in der Nähe. [Linksunten]

Die Föderation deutschsprachiger AnarchistInnen (FdA) veröffentlichte die Nummer 73 der allmonatlichen Zeitung Gaidao. [Bestellung/kostenloser Download auf FdA-IFA]

Das Anarchistische Radio Berlin blickt in seinem neuen libertären Podcast auf den Dezember zurück. Innovativ wird der Bericht über eine Zwangsräumung, die die Anarchistische Föderation von Gran Canaria (FAGC) verhinderte, als Hörspiel inszeniert. Schwerpunktmäßig geht es um Bullen-Spitzel in der linken Szene.

Die Graswurzelrevolution 416 ist erschienen. In dieser Ausgabe ist u. a. ein Artikel über die anarchistischen Genossen Bayram und Giyas, die in Aserbaidschan wegen Graffiti zu 10 Jahren Knast verurteilt wurden.

300 bis 400 Menschen bei Anti-WEF-Demo in Bern. [Anarchistisch.ch | InfoAGB/Twitter]
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Gamonal: Solidarität am dritten Jahrestag des Aufstands

„Freispruch für die Angeklagten Gamonal“ und „Wir stehen unseren Angeklagten bis zum Schluss bei“ verkündeten die Transparente bei einer Anti-Repressions-Demo am Wochenende in Gamonal, einem Stadtteil von Burgos in Spanien.

500 Teilnehmer versammelten sich nach einem Bericht von Último Cero auf der Calle Victoria. Anlass der Kundgebung war einerseits der dritte Jahrestag des entschlossenen Widerstands, der sich gegen ein Bauprojekt an eben dieser Straße richtete, und dieses schließlich nach einer Woche verhinderte, als eine Solidaritätswelle das ganze Land erfasste und tagelang in immer mehr Städten Demos zur Unterstützung durch die Straßen zogen (ein ausführlicher Bericht).

Der zweite Anlass war, den Mitstreitern beizustehen, die wegen ihrer Teilnahme an den Protesten im Januar 2014 unter Anklage stehen.

Insgesamt wurden 47 Menschen festgenommen im Januar 2014, schreibt Burgos Dijital. 6 davon kamen in Untersuchungshaft und wurden einige Tage später gegen Kautionen von insgesamt 18.000 Euro wieder auf freien Fuß gesetzt.

Einige Verfahren wurden eingestellt: Die Staatswanwaltschaft stellte 10 Verfahren von den 13 festgenommenen Minderjährigen ein, bei denen die Polizei keinerlei Beweise vorlegen konnte, die einen weiteren Gewahrsam hätten rechtfertigen können, geschweigedenn ein Gerichtsverfahren. Auch bei einigen Erwachsenen wurden Verfahren mangels Beweisen eingestellt. Andere andere konnten in Verhandlungen mit der Staatsanwaltsschaft eine Verfahrenseinstellung erwirken.

Mittlerweile warten noch 18 Angeklagte auf ihren Prozess. Bei 12 davon fordert die Staatsanwaltsschaft eine Haftstrafe von 18 Monaten und Bußgelder von 24.000 Euro. Diese 12 Gerichtstermine sind kommenden im März.

Unbekannt sind noch die Termine der 6 Verbleibenden, für die 30 Monate Haft gefordert werden und Bußgelder von 34.000 Euro.
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Alice im solidarischen Wunderland

c1vvbdyxaauvwhcEin wahres Wunderland aus kostenlosem Spielzeug erwartete die Kinder, die mit ihren Eltern in das autonome Zentrum in Madrid gekommen waren. Unzählige Kindersachen boten sich dar, verlockend auf Tischen ausgebreitet, und warteten geduldig darauf, erspäht, erwählt und mitgenommen zu werden.

Das besetzte und selbstverwaltete soziale Zentrum EKO in Madrid hatte zusammen mit 15M und einigen anderen Kollektiven dieses Anti-Konsum-Fest auf die Beine gestellt. Am Vortag konnten Sachen vorbeigebracht werden, die weggeworfen werden sollten, die Staub angesetzt und ein vergessenes Dasein in irgendwelchen Kammern und Kisten gefristetet hatten. Sachen, die nur darauf warteten, anderen Kindern Freude zu bereiten.

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Anarchistischer Monatsrückblick: Dezember 2016

Der Dezember aus libertärer Perspektive – Aktionen und Ereignisse:

Die Anarchistische Föderation Gran Canaria (FAGC) hat mit wenig Vorlaufzeit und mit umso mehr Einsatz die Zwangsräumung einer Familie verhindert. 5 Stunden mühte sich der Schlüsseldienst vergeblich ab, in die verbarrikadierte Wohnung einzudringen.
Linksunten

Siao und Hodey, zwei Genoss*innen aus Spanien, wurden beim Widerstand gegen Rodungen im Hambacher Forst festgenommen und saßen mehrere Wochen in Köln in Untersuchungshaft.
Contrainfo
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Vom 9. bis zum 11. Dezember fand in Madrid die 14. Anarchistische Buchmesse statt. Das Programm: http://encuentrodellibroanarquista.org/ (auf spanisch).

CGT-Mitglied Lola Gutiérrez wurde am Flughafen von Athen festgenommen und in einem Abschiebeknast gefangen gehalten. Sie wird beschuldigt, einem kurdischen Flüchtling geholfen zu haben, nach Barcelona zu gelangen. Mittlerweile ist sie wieder in Spanien.
Labournet

Der oberste Gerichtshof in Spanien reduzierte die Haftstrafe für die chilenischen Anarchisten Francisco Solar und Mónica Caballero von 12 Jahre auf viereinhalb. Ihre Verteidigung konnte das Gericht davon überzeugen, dass zwei Strafen für eine Tat unzulässig sind.
Insurrection News Worldwide

Nördlich von Raqqa wurde Michael Israel, Anarchist aus den USA und Mitbegründer der IWW, bei einem türkischen Luftangriff getötet. Er war als freiwilliger Helfer der YPG in Rojava, um die soziale Revolution zu unterstützen und den IS zu bekämpfen.
Insurrection News Worldwide

Am 8. Dezember wurde Bayram Mammadov in Aserbaidschan wegen einiger Graffiti zu 10 Jahren Haft verurteilt. Changenow

Freispruch für die niederländische Genossin, die angeklagt gewesen war, eine Bank enteignet zu haben: ABC-Wien

Hüseyin Civan, Herausgeber der türkischen anarchistischen Zeitung Meydan, wurde wegen einiger Artikel zu 1 Jahr und 3 Monaten Knast verurteilt.
Insurrection News Worldwide

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