Biedermann und Brandstifter

Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn im Wahlkampf die Rhetorik etwas deftiger wird. Die Grenzen des guten Geschmacks sollten aber dennoch gewahrt werden. Einigen CDU-Mitgliedern aus Baden-Württemberg scheinen aus Angst vor einer Wahlniederlage im März aber die Sicherungen durchgebrannt zu sein.

Allen voran der Ministerpräsident selbst: Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Wurmlingen polterte Mappus „die Schlacht ist noch lange nicht gewonnen. Das ist Häuserkampf, da wird um jede Stimme gekämpft.“ Wohlgemerkt, er bezog sich dabei auf die anstehende Landtagswahl und nicht auf einen Partisanen-Kampf um Leben oder Tod!
(Quelle: Tagblatt)

Eine noch abstoßendere Entgleisung hat Baden-Württembergs Finanzminister Willi Stächele zu verantworten. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Horb richtete er an Mitglieder der Jungen Union die Aufforderung „ihr seid meine Talibane, ihr müsst kämpfen.“ An ihrer Stelle hätte ich empört den Saal verlassen.
(Quellen: Südwest Presse | Welt Online | SWR)

Wer einen Wahlkampf mit solch martialischen Metaphern beschreibt und seine jungen Parteifreunde mit einer fanatischen religiösen Gruppierung gleichsetzt, hat jeden Anstand verloren und muss sich vorwerfen lassen, dass er den Landesfrieden gefährdet.
Es ist eine Sache, unterschiedliche politische Meinungen zu vertreten und für die eigene zu werben. Eine andere ist es, die Menschen aufzuhetzen und die Gräben zu vertiefen.

Schlagwörter: , ,

Trackbacks / Pingbacks

  1. … der Lenz ist da! | Bodenfrost - 23. März 2011

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: