Mappschiedsparty – Jubel wie auf dem Tahrir-Platz

Wie oft haben wir in all den Monaten gerufen „Ma-ppus weg“?! Im Schlossgarten, auf dem Kurt-Georg-Kiesinger-Platz, auf dem Arnulf-Klett-Platz, vor dem Landtag, bei der CDU-Zentrale, … wer konnte glauben, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht?

Manche fanden das Motto der Party etwas voreilig und zu optimistisch. Sonnenknödel selbst gab sich noch am Freitag vor der Landtagswahl sehr siegessicher und sagte dass er nicht verlieren werde. Die Wähler entschieden dann aber glücklicherweise, dass sie keinen „Landeshalbstarken(Boris Palmer) mehr haben möchten als Ministerpräsidenten. Auch das spezielle baden-württembergische Wahlrecht konnte den schwarzen Filz nicht vor der Oppositionsbank retten.

Auf dem Schlossplatz hatten sich nicht nur viele eingefunden, die den Wahlausgang gemeinsam sehen und gegebenenfalls feiern wollten, sondern auch die Presse war zahlreich vertreten vor Ort. Die Szenen, die sich ihren Kameras zeigten, erinnerten mich persönlich an jene, wie das ägyptische Volk ausgelassen die ganze Nacht feierte, als Mubarak zurückgetreten war. Menschen lagen sich überglücklich in den Armen, sprangen auf und ab, wischten verstohlen Freudentränen aus den Augen und schrien sich die Kehlen heiser.

Ja, das klingt übertrieben. An den Fall der deutsch-deutschen Mauer 1989 fühlte sich jemand anders von uns erinnert. Wer kann es den Menschen verdenken, dass es sich anfühlte, also ob sie in diesem Moment zum ersten Mal Demokratie erleben durften? Immerhin wucherte der schwarze Filz der sogenannten CDU 58 Jahre in unserem Ländle.

Ungezählte Male hatten wir „Mappus weg“ gefordert und auf Plakaten mit „Wahltag ist Zahltag“ gedroht. Nun war es Wirklichkeit geworden. Ein historischer Moment. Ein Aufbruch in eine neue Zeit. Ein Etappensieg für unseren Widerstand gegen das Milliardengrab.

Am späten Abend zogen unzählige Menschen zum Bahnhof, wo einer der Bauzäune niedergelegt wurde, um auf dem zurückeroberten Platz zu feiern. Anders als von der Presse verbreitet, ging es auf dem Kurt-Georg-Kiesinger-Platz vollkommen gewaltfrei zu. Die Polizei versuchte anfangs noch den Zaun aufrecht zu halten, musste aber aufgeben. Der Platz war frei und die Menschen feierten ausgelassen. Die Einsatzkräfte ließen der Party ihren Lauf.

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