[Bericht] 74. Montagsdemo und Demo am GWM 9. Mai 2011

Gestern versammelten sich bei strahlendem Sonnenschein abermals tausende Gegner des Milliardengrabs vor dem Bahnhof. Es sprachen Rudi Röder und der Schauspieler und Regisseur Klaus Hemmerle. Musikalisch verwöhnt wurden unsere Ohren von Bluesette.

Während der Veranstaltung wurde ein meterlanger blauer Schlauch über den Köpfen der Demonstranten gehalten, der eines der geplanten Rohre zur Wasserableitung im Rahmen der Grundwassermanipulation symbolisierte (siehe Video).

Meine persönlichen Höhepunkte der Montagsdemo war der Ausspruch „wir wollen den ranzigen, pseudo-fortschrittlichen, menschenfeindlichen S-Bahnhof des Herrn Ingenhoven nicht“ und der Vorwurf an Merkel, dass ausgerechnet sie, die ohne eine Bürgerbewegung höchstens Karriere in der SED gemacht hätte, sich herablassend gegenüber unserer Bürgerbewegung äußert. Quittiert wurde letztere Aussage mit zustimmendem Applaus und lauten „Mer-kel weg!“-Rufen.

Eine erfreuliche Neuigkeit war, dass die kollektiven Kunstwerke unseres Widerstands den zweiten Preis vom ADC (Art Directors Club für Deutschland) gewonnen und sich damit gegen tausende Mitbewerber durchgesetzt haben. Der Redner schlug vor, den silbernen Nagel, der als Preis überreicht wurde, dem Haus der Geschichte zu überlassen oder in einem Museum über unseren Widerstand in einem neu aufgebauten Nordflügel auszustellen.

Die Prämierungen in der Übersicht:
Silberner Nagel in der Kategorie 15: Kommunikation im Raum
Auszeichnung in der Kategorie 13.1: Design>Corporate Design

Nachdem der Demozug den Schlossplatz erreicht hatte, endete die erste Veranstaltung. Über die Planie und am Landtag vorbei zogen wir aber direkt weiter zu der zweiten Kundgebung des Abends, am GWM. Dort sprach Klaus Gebhard über die Wasserproblematik, die Stuttgart 21 mit sich bringt.

Vor einer Woche hatte die Bahn zugegeben, dass sie es mit mehr Wasser zu tun haben, als ursprünglich angenommen. Es liegt auch ein neues Gutachten über die Quellwassersituation vor, das besagt, dass die Mineralanreicherung über einen unterirdischen Zufluss von der Alb über Esslingen kommend für das Mineralwasservorkommen in Bad Cannstatt verantwortlich ist. Die Tunnel unter dem Neckar hindurch für Stuttgart 21 würden diese Zuflüsse zerschneiden, mit der Folge, dass das kostbare Nass in den Neckar fließen würde und für Bad Cannstatt/Stuttgart verloren wäre.

Detaillierte Informationen zu diesem Thema auf der Seite Geologie21.de. Unbedingt lesen und weiter verteilen!

Laut Klaus Gebhard gab es nicht nur keinen Baustopp (siehe: Die Baustopp-Lüge), auch der von der Bahn verkündete Vergabestopp stellte keine großzügige Geste dar, sondern resultierte nur daraus, dass sich keine Firma fand, die bereit war, die enormen Risiken mit dem Wasser bei den Aushebungsarbeiten auf sich zu nehmen.

Gegen Ende seiner Rede schlug Klaus Gebhard vor, die blauen Riesenkübel auf dem GWM-Gelände als Sektkühler für die Siegesfeier über Stuttgart 21 zu verwenden. Dem ist nichts hinzuzufügen!

Rede von Klaus Gebhard zum Nachlesen.

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