[Bericht/Galerie] 83. Montagsdemo 18. Juli 2011

Die musikalische Eröffnung der 83. Montagsdemo durch das Duo Conceptions (Uli Gutscher und Werner Acker an Posaue und Gitarre) gefiel mir sehr gut und erinnerte mich an die Filmmusik von „Spaghettiwestern“, wie sie sich um 1970 großer Beliebtheit erfreuten.

Als Redner waren an a diesem Abend je ein Vertreter – bzw. eine Vertreterin – der beiden Parteien der Regierungskoalition geladen.

Von Klaus Riedel stammte der erste Redebeitrag des Abends. Das Gründungsmitglied der SPD-Mitglieder gegen Stuttgart 21 warf die Frage auf, wen die Führungsspitze der SPD überhaupt noch vertrete. Laut jüngster Umfrage seien 44 % der SPD-Mitglieder in Baden-Württemberg gegen den Tunnelbahnhof und nur 37 % dafür. Daraus folgerte er, dass vor einem Volksentscheid erst einmal eine Mitgliederbefragung stattfinden müsse, zwecks Klärung, wie sich die Partei im Gesamten zu dem Projekt positioniert.
Klaus Riedel warf der Bahn anhaltende mangelnde Transparenz vor, da sie nach wie vor die Daten zurückhalte, die als Grundlage des Stresstests herangezogen wurden. Er betonte auch, dass die Regierung laut Koalitionsvertrag Kosten, die über 4,5 Milliarden Euro hinausgehen, nicht übernehmen wird. Sein Vorschlag war, dass die Bahn zusichern solle, etwaige Mehrkosten selbst zu tragen und Grube persönlich dafür haftet. Es sei an der Zeit, dass etwas gegen die Verantwortungsschieberei getan werde.

Die zweite Rednerin des Abends war Brigitte Lösch. Die Landtagsabgeordnete für Bündnis90/Die Grünen erbat sich zu Beginn ihrer Rede weiterhin die Unterstützung der Bürger auf der Straße, da die Grünen alleine nicht imstande seien, das Projekt Stuttgart 21 aufzuhalten.
Sie prangerte an, dass die vorherige Regierung (CDU/FDP) von den Zahlentricksereien bei den Kosten durch die Bahn gewusste hatte, aber beim Finanzierungsvereinbarung dennoch zugestimmte, obwohl noch nicht alle erforderlichen Unterlagen vorlagen. Eine seriöse Entscheidungsgrundlage war also praktisch nicht gegeben. Brigitte Lösch sieht durch diese Vorgehensweise die demokratischen Rechte des Parlaments beschnitten und teilte mit, dass die Grünenfraktion diese Frage in einem Auschuss klären möchte. Sie geht aber davon aus, dass dies doch im Interesse aller Abgeordneten sein sollte.

Die Zahl der Demoteilnehmer wurde von den Veranstaltern mit 5000 angegeben. Anhand der Länge des Demozuges und der Dichte, mit der die Menschen nebeneinander herschritten, hatte ich auch den Eindruck, dass die Demo sehr gut besucht war. Nach dem traditionellen Schwabenstreich auf dem Schlossplatz waren noch geraume Zeit kleinere und größere Trauben von Kopfbahnhofbefürwortern in der Innenstadt zu sehen, die den Kapellen lauschten, Transparente lasen, sich austauschten oder einfach nur den lauen Sommerabend unter dem aufgeklarten Himmel genossen.

Weitere Galerien und Videos:

Fotografie-Blog D.Becker | Alexander „LoB“ Schäfer | Thomas igler | Videos von Walter Steiger

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One response to “[Bericht/Galerie] 83. Montagsdemo 18. Juli 2011”

  1. Juliane says :

    Danke schön und auch für Eure Ausdauer!

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