Polizeigewalt vor spanischem Innenministerium

Kopfwunde durch Polizeiangriff
(Foto von @anonimopablob/Twitpic)

Gestern Abend kam es zu einem der schwersten Polizeiübergriffe in Madrid seit dem Beginn der #spanishrevolution. Vor dem Innenministerium griffen die Uniformierten friedliche Demonstranten an. Traurige vorläufige Bilanz der Polizeieskalation: 20 Verletzte und 3 Festnahmen. Hintergrund der Demonstration waren Räumungen am vergangenen Dienstag und die Sperrung der Puerta del Sol. Seit Dienstag wird dieser Platz im Herzen der Hauptstadt durch die Polizei blockiert. Nicht nur Mitglieder der Bewegung #15m sehen darin eine Verletzung der in der spanischen Verfassung zugesicherten Bewegungs- und Versammlungsfreiheit (Artikel 139.2), auch ein Sprecher der Polizeigewerkschaft hatte sich gestern dieser Ansicht angeschlossen.

Dritter Tag im Zeichen des Protests

Seit gestern Mittag versammelten sich die Empörten am dritten Tag in Folge um gegen diese Einschränkung zu protestieren. Treffpunkt war die Plaza Oriental. Anschließend zogen sie friedlich wie immer durch die Innenstadt. Dabei riefen sie unter anderem „No se puede cerrar una ciudad“ (man kann nicht eine ganze Stadt dicht machen).

Folgen des Polizeiangriffs
(Foto von @auroraferrer/Twitpic)

Gegen 22:00 Uhr bewegte sich der Protestmarsch über die Gran Vía zur Plaza de Cibeles. Dort wurde in einer Versammlung beschlossen, dass man weiterzieht bis zum Innenministerium an der Plaza de Colón. Obwohl die Versammlung dort friedlich und ohne Provokationen verlief, kamen gegen 22:45 Uhr 14 Polizeiwagen und griffen wahllos einige der 5000 Versammelten mit Knüppeln an.

Am schwersten verletzt wurde ein Mann von 77 Jahren, den vier Beamten angegriffen und der dabei eine Kopfverletzung erlitt (siehe Foto ganz oben). Er blutetet stark und verlor viel Blut, weil die Polizei dem Notfalldienst keinen Platz machte. Die Einsatzkräfte nahmen auch auf die anwesenden Journalisten keine Rücksicht. Einer wurde abgeführt, eine andere wurde geschlagen (siehe Foto links und auf Twitpic) und von den Polizisten als Hure beschimpft.

(Foto von @jaimegsb/Twitpic)

Auslöser war allem Anschein nach, ein Plakat mit der Aufschrift „islandia, el camino“ (Island, der Weg), das von Demonstranten am Innenministerium angebracht worden war (siehe Foto rechts). Nach Polizeiangaben traten einige aufgebrachte Demonstranten einem Polizisten entgegen, der das Plakat entfernen wollte.
 
#15m lässt sich weder einschüchtern noch provozieren. Auch heute wird der Protest friedlich fortgesetzt: In einer nächtlichen Versammlung beschlossen die Empörten eine Demo, die um 20:00 in Atocha beginnen, zum Innenministerium führen und auf der Puerta del Sol ihren Abschluss finden soll. Twitter-Hashtag ist #Madridsinmiedo (Madrid ohne Angst)

Fotos:

  • Fotoserie vom Polizeiübergriff am Donnerstag auf RTVE.es
  • Private Fotogalerie vom Polizeiübergriff von Iker Etxarte
  • Dia-Show mit Aufnahmen von dem Polizeiübergriff auf ABCE.es

Videos:

Artikel auf deutsch:

  • „Ratzinger verdrängt die Demokratiebewegung – Puerta del Sol wegen katholischen Weltjugendtags von der Polizei abgeriegelt – Protestcamps müssen weichen“ in Der Standard

Artikel auf englisch:

Artikel auf spanisch:

  • Artikel in der Público
  • Artikel in der Madridiario
  • Artikel auf TeleSUR
  • „Neue Demos angekündigt“ in der 20minutos
  • Live-Ticker auf RTVE
  • „die Empörten auch diesen Donnerstag weiterhin auf der Straße“ auf TeleSUR (mit Video)
  • „Empörte kommen darin überein, Polizei nicht zu beleidigen“ auf TeleSUR (mit Video)
  • „Aktivisten und Journalisten kritisieren Berichterstattung über #15m“ auf TeleSUR (mit Video)
  • Bericht mit Fotos von #Acampadasol
  • Die APM (Pressevereinigung von Madrid) beklagt die Beschlagnahmung/Löschung von Film-Material, Festnahme und Misshandlung von Journalisten durch die Polizei als unzulässigen Eingriff in die zugesicherte Presse- und Informationsfreiheit

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4 responses to “Polizeigewalt vor spanischem Innenministerium”

  1. Fran Vázquez says :

    Übergrifff??!?!?!?!?!!? Leider kam es zu spät!!! Ich hoffe ab jetzt können wir in Madrid wieder in Ruhe durch die Strassen gehen, ohne diese Hausbesetzer auch auf den Strassen unserer wunderschönen Stadt leiden zu müssen. Ich hoffe ab jetzt wird hart durchgegriffen und alle die illegal demonstrieren verhaftet und hart bestraft werden (einen „fette“ Geldstrafe wäre wunderbar, um die Stadt nach der Schweinerei die diese Leute hinterlassen, aufzuräumen!!!!)

  2. MARISA says :

    L@s Indignad@s, son un grupo de ciudadan@s que ejercen los derechos que les reconcoce la Carta Magna ( C. E. de 1978 ), que es la Ley Suprema del Estado Social y Democrático de Derechos en el que se convirtió España tras la dictadura Franquista, todas las demas leyes, así como tod@s l@s españo@s y los demas Poderes Públicos, se deben a la misma, con identica sumisión, LA C:E: vincula a tod@s por igual (Imperativo Legal C:E.). Por tanto, „La Represión“ ejercida por l@s dirigentes politic@s a través de los Cuerpos de Seguridad Ciudadana; esa Orden, es “ la única Acción ilegal “ que acontece en estos momentos Históricos en nuestro País. Desgraciadamente, la mayor parte del Pueblo español, no tiene ninguna formación política, y mucho menos, conciencia de clase. Un Pueblo Ignorante es facil de engañar y a nuestros políticos no les interesa que el Pueblo sepa la verdad, para ellos, los elementos subversivos, no son l@s corrupt@s (politicos y cúspide de la piramide capitalista), sino aquellas personas (masa obrera)sumidas en la precariedad,y que siendo el motor económico de la Sociedad en la que malviven (4º Mundo), son arrastrado a una esclavitud sin limites y donde el Tercer Mundo no tiene cabida, siendo esto último en mi opinión, el mayor Genocidio, como bien expresan las cifras de personas que estan en peligro de muerte, en el Cuerno de Africa. y a la que podemos añadir una gran lista de calamidades que estan azotando a la Humanidad, sin que nadie ponga medios para evitarlas, lo único que preocupa a los“Grandes“ es la avaricia, explotaran de exito.

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