Vom #AlexanderPlatz an die ganze Welt

Die Empörten der #acampadaberlin, die seit 5 Tagen friedlich den Alexanderplatz besetzen, schickten gestern eine Botschaft an die ganze Welt, die verdient, verbreitet und gelesen zu werden:

Hallo an alle,

wir – ein loses Netzwerk politisch-kritischer Menschen, besetzen seit Samstagabend den Alexanderplatz in Berlin. Mit Beginn der großen Demonstrationen in Spanien Mitte Mai diesen Jahres, begannen einige von uns, sich auch in Deutschland für die Idee „Echte Demokratie jetzt!“ einzusetzen. Wir sehen uns im Geiste der internationalen 15-M-Bewegung als ein offenes Forum, als eine Art öffentliche Plattform. Die Besetzung des Alexanderplatzes ist als Demonstration angemeldet und wird bisher geduldet.

Wir demonstrieren vor allem um unseren Unmut über ein gescheitertes Gesellschaftssystem zum Ausdruck zu bringen, das künstlich am Leben erhalten wird und dabei Tag für Tag für mehr Armut, mehr Krieg, mehr Ungerechtigkeit und mehr Ausbeutung auf der Welt führt.

Wir alle benötigen einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel – doch wissen wir auch, dass dies nicht von heute auf morgen geschehen kann. Wir denken, daher es ist Zeit sich zu vernetzen. Es ist Zeit den öffentlichen Raum zu besetzen und gemeinsam in Dialog zu treten.

Wir verstehen dies auch als ein wichtiges Zeichen an unsere europäischen Nachbarn. Überall regt sich Unmut, überall zeigen die Menschen, dass sie mit dem bestehenden System nicht mehr einverstanden sind – und Deutschland schweigt weitestgehend. Dies kann im schlimmsten Fall die Bevölkerungen Europas nachhaltig spalten. Also rufen wir dazu auf:

Packt eure Zelte ein und kommt zum Alex! Lasst uns gemeinsam Musik machen, diskutieren, Straßenkunst darbieten, streiten, Spaß haben und kreativ sein! Gleich welcher Partei, Organisation oder Gruppe man sich sonst zugehörig fühlt.

Bitte verbreitet diesen Aufruf auch über eure Netzwerke, Mailinglisten, etc. Wir denken, es liegt im Interesse aller, wenn dieser Aufruf möglichst viele Menschen erreicht.

Viele Grüße

Einige der Empörten

Quelle:

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9 responses to “Vom #AlexanderPlatz an die ganze Welt”

  1. Kalei Doskop says :

    WIR BLEIBEN HIER!!!!!!!!!! SEI DABEI 🙂

    • bodenfrost says :

      Ich wäre sehr gerne dabei, wohne aber bedauerlicherweise viel zu weit entfernt von Berlin 😦
      Haltet durch, nur Mut, solidarische Grüße aus dem Südwesten der Republik!

  2. heartblogger says :

    Klar, dass die auf Quote getrimmten Medien heutzutage fast ausschließlich nur über Massenauftritte berichten ( sofern sie das in Sachen „Echte Demokratie“ überhaupt tun). Mit Massenveranstaltungen wird jedoch eine Art „Aktionsgefälle“ zwischen Großstädten oder Ballungszentren einerseits und den übrigen Regionen andererseits befördert, das ich für nachteilig befinde. Ich halte es im Sinne echter Demokratie für besser, die Aktionen in der Fläche zu verteilen, damit das Thema auch auf dem „platten Land“ präsent ist.
    Dorthin ziehen sich häufig genug auch die Protagonisten des Kapitalismus zurück (siehe beispielsweise das bundesweite Zentrum für die Managementqualifizierung von Führungskräften der Genossenschaftsbanken sowie der genossenschaftlichen Waren-, Handels- und Dienstleistungsgenossenschaften in der Westerwälder Kreisstadt Montabaur oder die Fachhochschule der Deutschen Bundesbank mit ihrem Sitz am Schloss in Hachenburg/Westerwald). Und wer einen „grundlegenden gesellschaftlichen Wandel“ und neue Formen des gesellschaftlichen Lebens erreichen will, kommt am Widerstand gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem nicht vorbei.

  3. wlhum says :

    Öffentlicher Diskurs über Partei- und sonstige Grenzen hinweg, davon haben wir wirklich zu wenig.

  4. Peer Plexer says :

    Schade, dass ich grad in HH bin. Wäre gern dabei. Ich sende euch im Geiste all meine solidarische Kraft. Kämpft bitte weiter für unsere Rechte. Danke Danke Danke!

  5. Citizen Army says :

    leider ist solch eine Aktion in München nicht möglich.

    allein, der Aufruf:
    „Gleich welcher Partei, Organisation oder Gruppe man sich sonst zugehörig fühlt.“

    ist in München schon ein Ausspruch, den man sicherlich nicht vernehmen wird. dank unsern Linksfaschisten aus dem Café-Marat die auf jeder Veranstaltung bei der einer nicht ihrer Meinung konform auf eine Frage antwortet, oder eine andere Meinung zu einem Thema hat sofort mit Tritten, Spuckattacken und Beschimpfungen vom platz gejagt wird.

    liebe grüße und viel Glück auf eurem weg, von einem Berliner Im Exil.

    … ich will wieder nach hause 😦

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