Wallstreet-Besetzer: Polizeischikanen & Pizza-Spenden

Ein kurzer Bericht über den vierten Tag des #occupywallstreet-Protests in New York, den ich aus mehreren Twitter-Mitteilungen von Monica Lopez zusammenfasse.

Regen in New York
Foto von SabzBrach@twitpic

Ein bisschen Puerta del Sol in New York: Gestern Nacht fingen die Aktivisten an, sich in dem Zuccoti Park, in dem sie campieren, etwas heimischer einzurichten. Sie hängten zwei blaue Planen auf, um die Technik und die Lebensmittel zu schützen, einige stellten auch ihre Zelte auf. In den frühen Morgenstunden wurden sie durch die Polizei geweckt, die sie aufforderte, alles wieder abzubauen.

Foto von Juan Carlos Hernandez *)

Es breitete sich Unruhe unter den Versammelten aus, da sich ein Regen ankündigte. Bei einer Versammlung wollten sie gemeinsam darüber entscheiden, ob sie die Zelte wieder aufbauen sollen. In dem Moment erfolgte eine Megaphon-Durchsage und die Polizei fing an, Leute festzunehmen. Darunter auch den Techniker, der sich um die Live-Streams und die Verbreitung im Internet kümmert.

Zu allem Unglück fing es auch noch wie befürchtet an zu regnen und die Demonstranten versuchten notdürftig, die wichtigsten Dinge mit Planen abzudecken, damit sie nicht nass werden. Die Nerven lagen schon ziemlich blank, da kam abermals die Polizei und nahm ihnen auch noch die Planen ab und nahm weitere Leute fest. Mehrere Videos dieser Polizei-Aktion wurden hochgeladen und verbreitet:

Occupywallstreet schreibt, dass die Polizei die Planen entfernte, „weil sie als Zelte zählen“. Ein Mann wurde mit dem Gesicht auf den Boden geworfen, wobei er sich Schnittwunden am Mund, Kiefer und an den Armen zuzog. Ein anderer wurde an der Hand verletzt und blutete, als die Polizei ihn hinter sich herzog. Ein Mann hatte eine Asthma-Attacke, aber die Polizei verweigerte ihm sein Inhaliergerät und hielt ihn unbeirrt mit dem Gesicht auf dem Boden liegend fest. In einem der Videos von oben kann man deutlich seine verzweifelten Schreie hören: „ich bekomme keine Luft!“

Trotz aller Gewalt und Schikanen haben sie sich immer noch nicht vertreiben lassen. Ich kann mich dem Freitag nur anschließen:

„Ein „Bravo!“ auf die mutigen Seelen im Protestcamp an New Yorks Liberty Street.“

Wenigstens wird die junge Bewegung von der Bevölkerung tatkräftig unterstützt – laut NY Daily News bestellen Sympathisanten – zum Teil sogar aus England – Pizzas bei umliegenden Pizza-Services für die den Aktivisten. Besonders beliebt bei den Anrufern ist die Liberato’s Pizza – „weil der Name so nach Freiheit klingt.“ Die Pizzeria hat dem Protest jetzt eigene Pizza gewidmet: Occu-Pie, 99 % Käse, 1 % Schwein.

Aktualisierung:

Als Antwort auf die anhaltenden Repressionen, hat laut Gulli das Hacker-Kollektiv Anonymous den morgigen Samstag zum Day of Vengeance (Tag der Vergeltung) erklärt. Mit Cyber-Angriffen wollen sie sich an Behörden und Wall Street rächen.

Links

  • „Anonymous USA: „Day of Vengeance“ am morgigen Samstag“ Gulli
  • Ausführlicher Bericht über das Vorgehen der Polizei an diesem Tag: „A Message From Occupied Wall Street (Day Four)“ Occupywallstreet
  • Kurzbericht: „Day 4: At least five arrested, one may be in critical condition“ Occupywallstreet
  • *) dieses und weitere sehr professionelle Fotos der teilweisen Räumung von Juan Carlos Hernandez Photographs
  • „Occupy Wall Street Movement Continues Protests“ My Foxy NY
  • „7 protesters arrested at Wall St. demonstration“ The Wall Street Journal
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  1. Pssst, Revolution: #occupywallstreet « Bodenfrost - 23. September 2011

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