Agora Brüssel Tag 3 und 4: Europa-Parlament und Pleitebank

Besuch im Europäischen Parlament

Die Indignados (die Empörten) haben sich mittlerweile heimisch eingerichtet in dem Gebäude der KUB (Katholische Universität Brüssel), das man ihnen vorübergehend als Hauptquartier in der belgischen Hauptstadt zur Verfügung stellt. Auf seinem Blog SpanishRevolution11 berichtet ein Marschteilnehmer vom Erkunden der neuen Räumlichkeiten und der ersten Vollversammlung mit einem Dach über dem Kopf.

Vor dem Europaparlament
Foto von DanielBasteiro@Lockerz

Am Dienstag statteten die Demokratie-Aktivisten auf Einladung des EU-Abgeordneten Willy Meyer dem Sitz des Europäischen Parlaments in Brüssel einen Besuch ab. Die sieben per Los-Verfahren ausgewählten Indignados wurden erst nach ausgiebigen Kontrollen durch das Sicherheitspersonal ins Gebäude gelassen. Die Sicherheitsleute hinderten außerdem die draußen Wartenden daran, ihre Gefährten bis zur Tür zu begleiten und vor dem Gebäude eine Versammlung abzuhalten, weil „Demonstrationen auf diesem Platz grundsätzlich verboten sind.“

Die 7 Stellvertreter bedankten sich für die Einladung, wollten aber ihre Forderungen nicht an dieser Stelle vorbringen: „Ihr repräsentiert uns nicht,“ ließen sie die EU-Abgeordneten wissen, luden sie aber zu einer ihrer Versammlungen im parc Elisabeth ein, um sich dort anzuhören, was sie zu sagen haben. Willy Meyer versprach zu kommen, wenn es sein Terminkalender zulasse.

Die Indignados beklagten den Polizeieinsatz bei der Räumung am Tag ihrer Ankunft und betonten, dass sie eine friedliche Bewegung sind.

Willy Meyer bedauerte die strengen Sicherheitsmaßnahmen und möchte eine förmliche Beschwerde darüber einreichen, dass die Empörten daran gehindert wurden, sich vor dem Parlamentssitz zu versammeln. Seiner Meinung nach haben die Bürger ein Recht, ihre Gedanken mitzuteilen und er denkt, dass die Demokratie eine Wende benötigt, um mit neuem Leben gefüllt zu werden.



Von Aachen nach Brüssel

Der Marsch von Aachen nach Brüssel kommt gut voran, es ist davon auszugehen, dass sie planmäßig heute in Brüssel eintreffen werden. Einen zusammenfassenden Bericht über die ersten vier Tage der Wanderung veröffentlichten sie auf MarchtoBrussels:

„Seit vier Tagen sind wir auf dem Weg nach Brüssel. Ihr habt bisher nicht viel von uns gehört. Sorry, doch wir hatten Gründe: Technische Probleme, Polizei, Regen, Organisatorisches… Leider haben wir es bisher auch nicht geschafft den Livestream online zu stellen.

Nichtsdestotrotz sammeln wir viele positive Erfahrungen. Wir laufen jeden Tag, unter Zuspruch von hupenden Autofahrern und winkenden Passanten, in die nächste Stadt, versammeln uns an den öffentlichen Plätzen und kommen mit den verschiedensten Menschen ins Gespräch. Wir sind inzwischen 25 empörte Menschen, die sich gut als Gruppe zusammengelebt haben. Wir sind u. A. aus Belgien, Schottland, Griechenland, Spanien, Niederlande und Deutschland. Um die verschiedenen anfallenden Aufgaben zu erfüllen, haben wir uns in Arbeitsgruppen organisiert die sich z.B. um Verpflegung, Kommunikation oder Aktionen kümmern.

Wir haben heute z.B. eine Aktion vor und in einer „Pleitebank“ gemacht – Dexia, was auch von der regionalen Presse begeistert aufgenommen wurde. Danach ein 20km-Marsch nach Saint Truiden, wo wir heute Abend vom Bürgermeister und einigen Medienvertretern empfangen wurden. Nun campen wir auf dem zentralsten Platz der Stadt. Wir erfahren viel Interesse, Sympathie und Unterstützung. Die brauchen wir auch!“
(Quelle: MarchtoBrussels)

Von der Aktion vor einer Zweigstelle der Dexia-Bank gibt es ein Video auf YouTube:



Acampada in SintTruiden/Belgien an Tag 4:

Am Samstag, 15. Oktober werden sie im Rahmen des globalen Protests alle zusammen eine Demonstration in Brüssel abhalten. Auf der Seite 15October sind alle für diesen Tag geplanten Aktionen aufgelistet.

Links:

– Englisch:

– Spanisch:

  • „Un grupo de ‚indignados‘ llegados desde España pide a los eurodiputados que se unan a una asamblea en Bruselas“ Europapress
  • „Un grupo de indignados piden a los eurodiputados que se unan al 15-O“ El Economista
  • „Un bruselazo en toda regla“ El Correo gallego
  • „Un grupo de indignados pide „diálogo“ a la clase política en la Eurocámara“ Diario Vasco
  • „Un grupo de indignados pide „diálogo“ a la clase política en la Eurocámara“ RTVE

– Französisch:

  • „Bruxelles : Les Indignés assignés à résidence“ Le Buvard Bavard
  • „Pour les Indignés, l’heure est à la mobilisation mondiale“ eitb

Fotos:

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