Archive | Dezember 2011

Spaziergang durch den Schlossgarten

Spaziergang durch den mittleren Schlossgarten, ein Tag vor Silvester. Die Laub-Puppen wachen weiterhin über die kahlen Bäume. Ich bin nicht gekommen, um Abschied zu nehmen. Abschied hieße aufgeben, die Bäume für tot erklären, solange sie noch leben. Um sie zu genießen, bin ich gekommen, um die friedliche Stimmung und Schönheit des Ortes in mir aufzunehmen, […]

Spanien: Cabalgata Indignada – Umzug der Empörten

Großer Banner auf Cibeles.
Foto von Almu_en_Sol@Twitter

Anlässlich des traditionellen Tages der unschuldigen Kinder, veranstalteten die spanischen Indignados (Empörten) am 28. Dezember ihren eigenen Umzug durch die Innenstadt Madrids. Der Protestmarsch führte von Puerta de Alcalá über Cibeles hin zur Puerta de Sol, im Herzen der spanischen Metropole. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „hemos perdido la inocencia“ (wir haben die Unschuld verloren). Mit phantasievollen Kostümen, teils wie Figuren aus dem biblischen Bethlehem, teils als Geister verkleidet, nahmen sie die großen Probleme des Landes aufs Korn: Korruption, Arbeitslosigkeit, die Krise und Privatisierung von Wasser, Bildung und Gesundheit. Auch ein tagesaktuelles Thema bekamen einen Seitenhieb, so wurde auf den jüngsten Korruptionsskandal des königlichen Schwiegersohns Urdangarín angespielt.
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Mobivideo gegen Räumung des Schlossgartens

Tag X rückt näher:
Am 12. Januar läuft das Ultimatum zur freiwilligen Aufgabe des Zeltlagers im Stuttgarter Schlossgarten aus.
Ein martialisches Großaufgebot von 9000 Einsatzkräften ist eingeplant, um die Räumung und anschließende Sperrung des Parks durchzusetzen.
Einschüchterung, Kriminalisierung und Stimmungsmache in den Medien gegen die Parkschützer sind im vollen Gange:
Die Gefangenen-Sammelstelle Containamo wurde bereits in Bad Cannstatt errichtet.
Innenminister Gall beklagt die hohen Einsatzkosten durch die Demos gegen Stuttgart 21, baut ein unterschwelliges Droh-Szenario auf: „Niemand will, dass Wasserwerfer eingesetzt werden.“

Bei einer Kunst-Aktion wurden laubgefüllte Puppen aufgestellt und in den Bäumen befestigt, symbolische Wächter vor den Kettensägen (Fotos davon auf den Seiten von Alexander Schäfer und fluegel.tv).

Laubpuppen beschützen Stuttgarter Schlossgarten

Laubpuppen im Park.
Foto von @brittSTGT/Yfrog

Höchste Zeit also, mit sich und seinem Gewissen auszumachen, wo man sein wird, wenn es ernst wird. Das Mobilisierungsvideo einer jungen Film-Studentin mag bei der Entscheidungsfindung hilfreich sein:

Marsch nach Athen

Der empörte Marsch (marcha indignada) geht in die dritte Runde: nach dem Sternmarsch auf Madrid im Sommer und der herbstlichen Fortsetzung Brüssel, ist das neue Ziel der revolutionären Wanderer Athen. Die Teilnehmer waren am 10. November – nach den Demonstrationen gegen den G20-Gipfel – in Nizza aufgebrochen. Mittlerweile sind sie in Italien angekommen. In Bologna schlugen sie nach einer asamblea (Versammlung) mit 100 Teilnehmern ihre Zelte auf der piazza Nettuno auf. Für dieses „Campieren auf einem öffentlichen Platz“ wurde ihnen von der Polizei ein Bußgeld in Höhe von 159 € auferlegt *).


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Occupy Boston geräumt

Das Ultimatum von Bürgermeister Menino zur freiwilligen Aufgabe des Protestlagers in Boston war bereits vergangenen Donnerstag um Mitternacht abgelaufen. Zwei Tage später machte er seine Drohung wahr und ließ die Polizei aufmarschieren, um die rund 100 Zelte und deren Bewohner zu verjagen:

Gegen fünf Uhr morgens Ortszeit stürmte die Polizei das Camp am Dewey Square. Zelte wurden abgerissen und rund 40 Demonstranten wegen unerlaubtem Betreten, Ruhestörung und Widerstand gegen die Staatsgewalt festgenommen. Die Polizeioperation dauerte weniger als eine Stunde; eine Polizei-Sprecherin bezeichnete die Demonstranten als „sehr entgegenkommend“.
(weiterlesen bei Gulli)

In Boston im US-Bundesstaates Massachusetts hat die Polizei am Samstag ein Protestcamp der so genannten Occupy-Bewegung aufgelöst und 46 Menschen festgenommen. Nach Angaben des Bostoner Polizeipräsidenten William Evans verlief die Aktion ohne schwere Zwischenfälle.
(weiterlesen bei der Standard)

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Madrid: Tres Peces wird aufgegeben

Während die Demonstranten durch die spanische Hauptstadt zogen, um gegen die Räumung des Hotel Madrid zu protestieren, hielten die Vertrieben die Augen offen nach einem neuen Zuhause. In den frühen Morgenstunden wurden sie fündig und drangen in ein vermeintlich leerstehendes Gebäude in der Straße Tres Peces im Stadtteil Lavapiés ein und markierten ihr neues Revier mit einem Banner: „Un desalojo, dos okupaciones. Solidaridad Hotel Madrid“ (eine Zwangsräumung, zwei Besetzungen. Solidarität Hotel Madrid). Die Polizei kam hinzu, griff aber nicht ein.

Das Glück währte nicht lange – bereits einen Tag später gestand HotelMadrid15O auf Twitter ein, dass sich geirrt haben und das Haus nicht leer steht, sondern gerade renoviert wird. Hausbesetzer und ein Stellvertreter der Eigentümer handelten einen Kompromiss aus:

„Wir waren bei #trespeces und haben mit einem der Eigentümer gesprochen. Das Gebäude wird in den nächsten Tagen verlassen und in der Zwischenzeit wird man eine Alternative suchen. Der Eigentümer von #trespeces hat versprochen, beruhigend auf die anderen einzuwirken und die Anzeige zurückzuziehen. Wir haben uns geirrt, aber stellen das richtig und gehen.“
(Quelle: HotelMadrid15O auf Twitter am 7. Dezember, 1 und 2)

Die Suche nach einem neuen Dach über dem Kopf geht also weiter. Niemand sollte erwarten, dass die Hausbesetzungen aufhören, solange es noch Menschen ohne Zuhause und Häuser ohne Menschen gibt.
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Dokumentarfilm „Unser Park“

„Unser Park“ – ein sehenswerter Dokumentarfilm von Felix Schwarz über die Menschen, die seit über einem Jahr den mittleren Schlossgarten vor Stuttgart 21 beschützen:

Unser Park“ (nuestro parque) – una película documental sobre los ocupantes de un parque en Stuttgart, Alemania. Desde hace más de un año mantienen una acampada para proteger al parque y evitar que se talen los árboles para el así llamado proyecto Stuttgart21. Subtítulos en inglés.


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