Spanien: Grund genug, empört zu sein

Ich möchte euch zwei aktuelle und aufschlussreiche Artikel aus der taz über Korruption, Justiz und Arbeitslosigkeit in Spanien ans Herz legen. Nach der Lektüre versteht man umso besser, warum so viele Spanier empört sind und seit Monaten zu hundertausenden auf die Straße gehen.

Korruption

Der Expräsident der autonomen Region Valencia, Francisco Camps, bleibt auf freiem Fuß. Ein Geschworenengericht hat den Politiker der konservativen Partido Popular (PP) am späten Mittwoch vom Vorwurf der Bestechlichkeit freigesprochen. Camps stand monatelang in einem der größten Korruptionsfälle Spaniens vor Gericht.

Er war angeklagt, maßgeschneiderte Anzüge im Wert von 30.000 Euro als Geschenk erhalten und dafür mit seiner Verwaltung mit einem Geflecht korrupter Unternehmen zusammengearbeitet zu haben. Fünf der neun Geschworenen sahen dies trotz umfangreicher Ermittlungen und Indizien als nicht erwiesen an. „Danke, mein Gott“, rief der wohl selbst überraschte Camps.
(Quelle: taz, 26. Januar 2012)


Lesenswert ist auch der dazugehörige Kommentar.

Massen-Arbeitslosigkeit

Spaniens Statistikamt meldet einen traurigen Rekord. 5.273.600 Menschen waren zum Jahresende ohne Arbeit – 22,85 Prozent. Von Arbeitslosigkeit betroffen waren damit im letzten Quartal 295.300 Personen mehr. Seit Beginn der Krise gingen in Spanien insgesamt 2,7 Millionen Arbeitsplätze verloren, 55 Prozent davon in der Bauwirtschaft.

Mehr als die Hälfte der spanischen Arbeitslosen suchen seit mehr als einem Jahr einen Job. Bei den Spaniern unter 25 Jahren ist mit 48,5 Prozent knapp jeder Zweite ohne Arbeit. In mehr als 1,5 Millionen Haushalten arbeitet kein einziges Mitglied.
(Quelle: taz, 27. Januar 2012)

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