Zehntausende protestieren in Madrid gegen Kürzungen

Der Front-Banner
Foto von PatriHorrillo@Twitter

Ein dringender Anlass kennt keine Temperaturen: Bei gerade einmal 5 Grad zogen am 7. Februar viele tausend Menschen durch das Zentrum der spanischen Hauptstadt, um gegen Kürzungen im öffentlichen Bereich und gegen Privatisierungen zu protestieren. Die Polizei schätzt, dass es 15.000 bis 20.000 Teilnehmer waren, die Veranstalter – die größeren Gewerkschaften Spaniens – gehen gar von 150.000 Menschen aus, die dem Ruf „Lo público es de todos – ¡No a los recortes!“ (das Öffentliche gehört allen – nein zu Kürzungen) gefolgt waren.

Cibeles
Foto von PatriHorrillo@Twitter



Foto von PatriHorrillo@Twitter

Die bunte Menge – darunter Angestellte des öffentlichen Diensts, Universitäts-Professoren der Bewegung marea verde (grüne Flut), Rentner, Menschen aus dem Umfeld der Bewegung 15m, politische Parteien wie die IU (vereinigte Linke) und Equo – skandierten und zeigten auf Transparenten Parolen wie „hace falta ya una huelga general“ (ein General-Streik tut Not), „esto nos pasa por un gobierno facha“ (das passiert uns wegen einer Fascho-Regierung), „que la crisis la paguen los especuladores no los trabajadores“ (die Spekulanten sollen die Krise bezahlen, nicht die Arbeiter), „por las universidades públicas, por los servicios públicos“ (für die öffentlichen Universitäten und öffentlichen Dienste) und „lo llaman esperanza y no lo es“ (sie nennen es Hoffnung/Esperanza, aber es ist keine. Eine Anspielung auf Esperanza Aguirre, Präsidentin der Comunidad de Madrid).

Die Feuerwehrleute mit ihrer Fahrzeug-Attrappe
Foto von kminway@Twitpic

Fassadenkletterer
Foto von CruzDiez@Twitter

Die Stars des Abends waren zweifelsohne die Feuerwehrleute, die es verstanden, Aufmerksamkeit zu erregen. Sie nahmen an dem Protestmarsch in ihrer Arbeitskleidung teil, hatten kleine Einsatzfahrzeug-Attrappen dabei, hängten sich mit einem Banner an die Fassade eines Gebäudes und versahen den Boden der Puerta del Sol mit Lösch-Schaum. Die Menschen jubelten ihnen „más bomberos, menos maderos“ (mehr Feuerwehrleute, weniger Bullen) zu.

Die Gewerkschaften wittern bei den geplanten Kürzungen eine Privatisierungs-Strategie der öffentlichen Dienste, für die sie die aktuelle Kommunal-Regierung unter Esperanza Aguirre verantwortlich machen und bekräftigen, dass sie „so oft auf die Straße gehen werden wie, nötig, um zu die Rechte der Arbeiter zu gewährleisten.“ Einige Spanier zeigten sich bei ihren Kommentaren auf Twitter sehr skeptisch und warfen den Gewerkschaften vor, im Zweifelsfalle doch eh alles abzusegnen und zu unterzeichnen.

auf der Puerta del Sol
Foto von fanetin@Twitter

Trommler auf der Sol
Foto von almu_en_sol@Twitter

Berichte (auf spanisch):

  • „Miles de personas inundan Madrid contra los recortes“ Público
  • „Una „marea de mareas“ recorre el centro de Madrid contra los recortes“ Que
  • „Miles de personas protestan en Madrid por los recortes en los servicios públicos“ 20 minutos

Fotos:

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3 responses to “Zehntausende protestieren in Madrid gegen Kürzungen”

  1. sunnyromy says :

    Reblogged this on .

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