114. Montagsdemo

Die 114. Montagsdemo war die vorerst letzte auf dem Schillerplatz. Für die nächsten zwei Wochen erteilte das Ordnungsamt keine Zusage, so dass vorerst auf den Marktplatz ausgewichen werden muss. Der Ver- sammlungsort für danach steht noch nicht fest und wird beim großen Ratschlag entschieden. Das waren gute Nachrichten von der Bühne, den der Marktplatz erscheint mir denkbar ungeeignet für unsere Montagsdemos. Abgelegen und momentan thematisch unpassend.

Das Highlight des Abend war Daniel Sissenichs Interpretation des Klassikers „Kriminaltango“, bissig umgetextet und mit neuem Titel versehen, „Eisenbahn-Tango“. Unbedingt nachhören, wenn ihr nicht dabei wart!

Der ungeschmückte Sichtschutz-Zaun im ehemaligen mittleren Schlossgarten, Bahn, Bahnhof, Wulff, Putin: Peter Grohmann eilte leichtfüßig durch die Themen, zog virtuos die Kreise größer und verstand nicht nur, Verbindungen zwischen ihnen herzustellen, sondern auch, mit locker eingestreuten Scherzen den Ernst der angesprochenen Dingen erträglich zu machen.

Egon Hopfenzitz wurde traditionell mit lauten „Ho – Ho – Hopfenzitz“-Rufen empfangen und gab den versammelten Kopfbahnhoffreunde Anlass, ihren eigenen Kopf wieder ein Stückchen oben zu tragen. Auch wenn der Schlossgarten verwüstet und der Südflügel abgerissen ist, verfügen wir nach wie vor über einen voll funktionsfähigen Kopfbahnhof, was auch so bleiben wird, bis eines fernen Tages das Gleisgebirge entfernt sein sollte. Es gibt nach Ansicht von Herrn Hopfenzitz also keinen Anlass, unseren Protest aufzugeben. Er mahnte, auch die alte Eisenbahndirektion, auch als H7 bekannt, nicht aus den Augen zu verlieren. Auch diesem Gebäude droht durch S21 der Abriss.

Der anschließende Demozug führte uns zum Marktplatz und war von massiver Polizeipräsenz überschattet. An der Kreuzung Schiller-/Türlenstraße standen Polizeiwannen Stoßstange an Stoßstange, wie eine Wagenburg in einem Wild West-Film. Thematisch passend davor eine Reihe John Waynes, in männlicher und weiblicher Ausführung.

Auch rund um den Marktplatz herum befanden sich allenthalben Einsatzkräfte und schienen nur auf die Demonstranten zu warten. Auf mich wirkte dieses Aufgebot provokant und einschüchternd. Ganz so, als solle der Protest nun endgültig von der Straße vertrieben werden.

Ein Bericht über den spontanen Demozug, in dessen Verlauf zwei Teilnehmer durch die Polizei festgenommen wurden ist auf European News Agency nachzulesen.

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