Barcelona: Polizeigewalt ist keine Gewalt

Souvenirs des Polizeieinsatzes
Foto von jordiborras@Twitpic

Die Bilder vom brutalen Polizei-Einsatz bei der Räumung der Acampada Barcelona am 27. Mai vergangenen Jahres gingen um die Welt. Mit Schlagstöcken und Gummigeschossen lösten die berüchtigten Mossos d’Esquadra das Protestlager auf der Plaça Catalunya auf und verletzten dabei Dutzende friedliche Demonstranten, manche Berichte sprechen gar von über 100. Ein Gericht in der katalanischen Hauptstadt legte den Fall vor wenigen Tagen zu den Akten. Richter Josep Maria Miquel Porres kam zu dem Schluss, dass das Vorgehen der Einsatzkräfte „besonnen und verhältnismäßig“ gewesen sei. Einen Hinweis für ein unverhältnismäßiges Vorgehen sehe er nicht, da „die meisten Schläge auf Hände, Arme, Gesäß und Beine verabreicht wurden.“

"Besonnen und verhältnismäßig"
Foto von 20minutos

Einsatzleiter Joan Carles Molinero rechtfertigte das Vorgehen seiner Beamten damit, dass sie „zahlenmäßig unterlegen“ gewesen seien und die vorangegangene „zweistündige Gesprächsbereitschaft“ an der „Entschlossenheit der Demonstranten“ gescheitert sei.

"überwiegend Hände, Arme, Gesäß, Beine geschlagen"
Foto von acampadabcnfoto@Flickr

Als Reaktion auf die skandalöse Gerichtsentscheidung wurde Twitter gestern mit dem Hashtag #SOS27m geflutet und Fotos und Videos von der Räumung verbreitet.
Am Abend demonstrierten laut der spanischen Zeitung 20 minutos mehrere hundert Menschen auf der Plaça Catalunya gegen die Einstellung des Verfahrens.

Die Anwälte von 15m beklagen, dass das Gericht nicht alle Anstrengungen unternommen habe, den Fall zu untersuchen. Vorgelegte Beweise für Polizeigewalt seien ungerechtfertigterweise abgelehnt worden. Sie kündigten an, dass sie versuchen werden, den Fall wieder aufzurollen.
(Quelle: El País, 1. März 2012)

Videos des „besonnenen und verhältnismäßigen“ Polizeieinsatzes:

Video von Antena 3

Video der Räumung auf 20 minutos.

Weitere Fotos des Polizeieinsatzes auf 20 minutos.

Links:

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3 responses to “Barcelona: Polizeigewalt ist keine Gewalt”

  1. heartblogger says :

    Von einer konservativ-reaktionären Justiz ist nichts anderes zu erwarten. Sie dient dem System, das eine radikale Infragestellung nicht zulässt und als Terrorismus diffamiert. Im Gegenzug wird die systemimmanente und systematische Gewalt als legitim postuliert.

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