Frankfurt blockiert Blockupy

Ich bin sprachlos angesichts der Dreistigkeit, wie die Stadt Frankfurt mit den geplanten Blockupy-Protesten umgeht.

1. Schritt: Die Veranstaltungen selbst werden aus fadenscheinigen Gründen verboten (taz)
2. Schritt: Auch das Occupy-Lager, das seit Monaten niemanden gestört hat, soll mindestens für die Dauer der geplanten Aktionen geräumt werden (attac)
3. Schritt: 419 Menschen erhalten per Post eine Aufenthaltsverbot für die gesamte Innenstadt (Bankenviertel, Hauptbahnhof und Europäische Zentralbank), unter Androhung eines Bußgeldes von 2000 € bei Zuwiderhandlung (Hessischer Rundfunk)
4. Schritt: Einige U- und S-bahn-Stationen sollen vorübergehend geschlossen werden (Frankfurter Rundschau)
5. Schritt: Das Verwaltungsgericht bestätigt Verbot das von Blockupy und dass das Camp am Mittwoch geräumt werden darf (Frankfurter Rundschau)

In wenigen Tagen wird sich zeigen, ob die berühmte rote Ampel oder das „Rasen betreten“-Schild den Protest hierzulande tatsächlich aufhalten können, wie das Klischee besagt.

Einen – wie ich finde – lesenswerten Kommentar zu dem Thema gibt es in der Frankfurter Rundschau.

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5 responses to “Frankfurt blockiert Blockupy”

  1. uhupardo says :

    „419 Menschen erhalten per Post eine Aufenthaltsverbot für die gesamte Innenstadt (Bankenviertel, Hauptbahnhof und Europäische Zentralbank), unter Androhung eines Bußgeldes von 2000 € bei Zuwiderhandlung“

    … und eine Anordnung an 25 Personen, sich vor den geplanten Protesten vorsorglich umzubringen, gibt es noch nicht? – Es gibt offensichtlich keine Limits mehr bei den Stasi-Methoden, egal wo.

    • bodenfrost says :

      Um zu dem illustren Kreis der Auserwählten zu gehören, reichte, sich bei einer Demonstration in Frankfurt am 31. Mai in dem Bereich zu befinden, der von der Polizei umstellt wurde, um die Personalien von den Versammelten aufzunehmen. Willkür und Vorverurteilung sind fast noch geschmeichelt als Begrifflichkeiten angesichts so eines Vorgehens.

      Das Polizei-Schreiben einschließlich Karte mit eingezeichneter verbotener Zone wurde mittlerweile im Internet veröffentlicht: Link

  2. bodenfrost says :

    Es wird immer absurder. Laut Frankfurter Neuer presse hat „die Deutsche Bank ihre Mitarbeiter in Sicherheit gebracht.“ und wurde den Mitarbeitern einigen Banken geraten, „in Alltagskleidung zu kommen, damit sie nicht als Banker zu erkennen sind“.

  3. bodenfrost says :

    Noch ein skurriles Fundstück zum Thema: Schild mit „geänderten Öffnungszeiten aufgrund von Blockupy“ an einer Sparkasse in Frankfurt: https://twitter.com/#!/Dazwischen/status/202365366247235584/photo/1/large

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