Polizei verhindert Menschenkette um Kongress in Madrid

Die Abgeordneten wollen ihre Ruhe
Foto von 20mdirecto@twitpic

Mehrere tausend Menschen protestierten gestern in Madrid gegen die Austeritätspolitik der spanischen Regierung und versuchten erneut, den Kongress zu umstellen. Im Gegensatz zu den vorherigen drei Anläufen im September ließ die Polizei dieses Mal die Knüppel ruhen und es gab weder Verletzte noch Festnahmen. Allerdings schikanierten die Uniformierten einige Demoteilnehmer mit Personenkontrollen und Drohungen, weil diese „an einer nicht angemeldeten Versammlung teilnehmen.“

Neptuno wieder voll, wie schon am #25S
Foto von Acampadasol@Twitter



Anlass für die Versammlung an diesem Dienstag war die Debatte über den Haushaltsplan für das kommende Jahr, die zeitgleich im Unterhaus stattfand. Finanzminister Montoro nannte diese Kürzungsorgie der regierenden rechtskonservativen Partei zynisch „den sozialsten Haushaltsplan in der Geschichte der spanischen Demokratie.“ (Nachzulesen bei Uhupardo).

Sitzblockade am Kongress
Foto von Acampadasol@Twitter

Foto von Acampadasol@Twitter

Nachdem sie sich bei den obligatorischen asambleas (Versammlungen) besprochen hatten, tapezierten die Demonstranten die Absperrgitter am Kongress mit gemeinsam vorbereiteten Plakaten. Auf einem großen Banner wurde der Rücktritt der „PPSOE“ (zusammengesetzt aus den Kürzeln der beiden großen Parteien) gefordert. Stuttgarter dürften sich beim Anblick dieser „Zaunzeitung“ an den Bauzaun am ehemaligen Nordflügel erinnert fühlen.

Foto von danips@Twitter

Weitere Texte auf den Plakaten:

Foto von acampadaxixon@Twitter

„Rescate obligatario a familias desahuciadas“ (Rettung für Familien, die Opfer von Zwangsräumung wurden)

„El Gobierno pide paciencia, nosotros gritamos desobediencia“ (die Regierung fordert Geduld, wir rufen: Ungehorsam)

„El dinero está, señor De Guindos, y nosotros sabemos quién lo tiene“ (es ist Geld da, Herr Guindos [spanischer Wirtschaftsminister], und wir wissen wer es hat)

„Cada vez más ricos, cada vez más pobres, ¿a dónde nos llevan? hay que cambiar el rumbo“ (Die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer. Wo soll das hinführen? Wir müssen einen anderen Weg einschlagen)

Blick auf die calle Lope de Vega
Foto von Notre_nemesis@Twitter

Der Versuch, eine Menschenkette um den Kongress zu bilden, wurde durch Polizeisperren verhindert. Die Situation in der schmalen Straße war durch die Enge und die behelmten Polizisten äußerst angespannt. Schließlich gaben die Demonstranten nach, zogen zurück zum Neptuno, wo im Konsensbeschluss um 22:00 Uhr die Veranstaltung für diesen Tag für beendet erklärt.

#rodeaelcongreso („umstellt den Kongress“) ist aber noch lange nicht vorbei – für den 25. Oktober sind „dezentrale Aktionen“ angekündigt und am 27. Oktober wird ein Demozug von der Plaza de España zum Kongress stattfinden. An diesem Tag werden Menschen aus dem ganzen Land in der Hauptstadt erwartet, um die Regierung weiterhin unter Druck zu setzen.

Foto von hectorjuanatey@Twitter

In der engen calle Lope de Vega
Foto von cebotwit@Twitter

Fotos/Videos:

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3 responses to “Polizei verhindert Menschenkette um Kongress in Madrid”

  1. ubeudgen says :

    Reblogged this on .

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