… denn die Häuser gehören uns (IV)

In den letzten Wochen haben sich einige Neuigkeiten zum Thema Hausbesetzungen in Spanien gesammelt. Höchste Zeit also, die Artikel-Serie fortzusetzen.

Reihenhaus-Siedlung in Valdemoro besetzt

In Valdemoro, 27 km südlich von Madrid, besetzten vor ein paar Monaten etwa 50 obdachlose Familien eine Reihenhaus-Siedlung. Die Gebäude waren 2008 und 2010 gebaut worden, bis auf drei standen sie alle seitdem leer. Die Familien, die jetzt dort wohnen, sind allesamt Opfer von Zwangsräumungen und Jugendliche, die sich keine Miete leisten können.

Javier, einer von ihnen, der mit seinem Partnerin und ihrem Kind dort untergekommen ist, sagt dazu:

„Wir hatten kein Dach über dem Kopf und diese Gebäude standen leer, also haben wir sie zu unserem Zuhause gemacht.“

Ein anderer, Juan Manuel, merkte dazu an:

„Wenn diese Häuser einen Besitzer hätten, fiele es uns im Traum nicht ein, uns hier niederzulassen. Es ist kein Vergnügen, ohne Licht und Wasser in einem Haus zu leben, das dir nicht gehört.“

Eine Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte, ergänzte:

„Wir wollen niemandem das Haus wegnehmen, aber wir konnten nirgendwo unterkommen und diese Häuser stehen leer: das ist doch Wahnsinn.“

Die Dame versuchte, sich mit dem Eigentümer der Häuser in Verbindung zu setzen, um ihm eine kleine Miete zu bezahlen, aber konnte niemanden erreichen. Bauträger Castellana Immobiliaria ist seit Jahren verschollen und telefonisch nicht erreichbar.

Für den Moment sind die Familien in Valdemoro sicher. Damit eine Zwangsräumung von der Polizei durchgeführt wird, müsste der Eigentümer Anzeige erstatten und der Richter diese Maßnahme beantragen.

Quellen:
20 minutos, 15. Januar 2013
El País, 17. Januar 2013

Gebäude bei Barcelona besetzt

Dreißig Familien leben seit kurzem in mehreren Häuserblöcken in der Nähe von Barcelona. Die Gebäude sind allesamt Eigentum der Bank und standen leer, bis die Familien dort Unterschlupf fanden. Zwei befinden sich in Sabadell, zwei weitere in Terrassa, eines in Rubí und das sechste in Cerdanyola del Vallès.

„Es ist das letzte Mittel, das uns zur Verfügung stand, nachdem wir festgestellt haben, dass uns niemand bei der wirklichen Lösung eines dringlichen Problems hilft,“

erklärt Pau Llonch von PAH Sabadell. PAH, die Plattform für von Hypotheken Betroffene, ruft angesichts der mangelhaften Anstrengungen der Regierung auf das Drama der massenhaften Zwangsräumungen zu reagieren, zum zivilen Ungehorsam auf.

Quelle:
20 minutos, 23. Januar 2013

Mietvertrag für Hausbesetzer in Sevilla

Eine erfreuliche Wendung der Dinge ergab sich für die Familien, die letzten Dezember ein Haus in Sevilla besetzten (siehe Bericht auf Bodenfrost), das corrala Libertad: sie gründeten eine Wohnungsgenossenschaft und konnten einen Mietvertrag für das Gebäude aushandeln. Sie dürfen mindestens ein Jahr lang bleiben, verlängerbar auf fünf Jahre. Die Miete für das komplette Gebäude beträgt 600 Euro monatlich, die sich die Bewohner je nach bewohnten Quadratmetern und finanziellen Möglichkeiten teilen werden.

Die betroffenen Familien und örtlichen Initiativen wie 15M, die sie unterstützt haben, hoffen, dass davon ein positives Signal ausgehen wird und sich ähnliche Lösungen für die vielen anderen Menschen, die sich in derselben Situation befinden, ergeben.

Quellen:
Europapress, 30. Januar 2013
Diagonal periódico, 30. Januar 2013

Polizeigewalt gegen Hausbesetzer auf Gran Canaria

Weniger gut lief es in der Gemeinde Tela auf Gran Canaria. Dort wurde zwei compañeros der Anarchistischen Föderation von Gran Canaria bei dem Versuch, ein ein leerstehendes Gebäude für zwei Familien in Not zu besetzen, von faschistischen Polizisten festgenommen, beschimpft und geschlagen. Ich erspare mir Details. Die Fotos der beiden Misshandelten sprechen für sich.

Quelle:
Anarquistas Gran Canaria

Weitere Hausbesetzung in der Provinz Sevilla

In der kleinen Gemeinde Villanueva del Río y Minas, in der Provinz Sevilla, besetzten 11 Familien, die sich in einer akuten Notlage befanden, eine leerstehende Wohnsiedlung. Vor ihnen hatten bereits 2 andere Familien dort Unterschlupf gefunden. Laut der spanischen Quelle beträgt die Arbeitslosenquote in dem 5500-Seelen-Dorf 66,6 %. Es sind 63 Familien ohne festes Dach über dem Kopf bekannt, die in Garagen oder direkt auf der Straße übernachten müssen.

Quelle:
corrala el mirador, Januar 2013

Der Kampf geht weiter

PAH mobilisiert für landesweite Demos am 16. Februar, um gemeinsam für ein Recht auf Wohnraum zu kämpfen (Twitter-Hashtag: #16F).

16Fderechoalavivienda

Quelle:
El diario, 12. Januar 2013

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4 responses to “… denn die Häuser gehören uns (IV)”

  1. Enough is Enough! says :

    Reblogged this on Enough is Enough! und kommentierte:
    … denn die Häuser gehören uns (IV)

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