… denn die Häuser gehören uns (VI)

Foto von badia15M@twitter

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In Barcelona wurde gestern im Anschluss an eine Demo für Recht auf Wohnraum ein Gebäude besetzt. Etwa 200 Menschen hatten sich an der Demo beteiligt, die von 15 M (Bewegung 15. Mai) und 500X20, eine Plattform, die gegen Zwangsräumungen kämpft, ausgerufen worden war.

Von den zwölf Wohnungen des Hauses standen 10 leer. Die zwei bewohnten werden selbstverständlich nicht angerührt, sagte eine Sprecher. Die übrigen aber sollen Familien überlassen werden, die zwangsgeräumt wurden und keine Wohnung mehr haben. Derzeit sind allerdings erst drei Wohnungen besetzt. Ziel ist es, durch Verhandlungen zu erreichen, dass die Familien dort wohnen bleiben können und im Gegenzug eine Miete zahlen, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten befindet.

An einem der Balkone wurde ein riesiger Banner angebracht, auf dem das Motto „weil nicht jede Utopie unmöglich ist“ prangt. Die Insula Utopía (Insel Utopie), wie das Haus getauft wurde, soll nicht nur den Bedürftigen Obdach bieten, sondern auch in einem Gemeinschaftsraum das kulturelle und soziale Leben des Stadtteils Nou Barris schöner gestalten. Gleich am ersten Abend fand ein Rap-Konzert vor den Pforten der Insel Utopie statt.

Nervosität herrschte am selben Abend in Madrid: Ein großes Polizeiaufgebot war angerückt und versuchte sich Zugang zu Corrala la Charca zu verschaffen, obwohl sie nicht einmal einen richterlichen Räumungsbefehl dabei hatten. Über ihren Twitter-Account baten die Bewohner des Hauses, das tags zuvor besetzt worden war, um Hilfe. Etwa 70 Unterstützer eilten herbei und blieben, bis die die ungebetenen Besucher endlich wieder abzogen.

Foto von osec@twitpic

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Das Gebäude war zwei Jahre leer gestanden, bis es endlich wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt werden konnte. Insgesamt stehen auf 5 Stockwerken 30 Wohnungen zur Verfügung. Es wird daran gearbeitet, alle bewohnbar zu machen, damit Menschen, die eine Wohnung brauchen, einziehen können. Auch Gemeinschaftsräume für gemeinsame Projekte sind vorgesehen.
Heute wurde ein Transparent angebracht, „Häuser ohne Menschen, besetzte Häuser“:

Foto von corralacharca@Twitter

Foto von corralacharca@Twitter

Weitere Infos Insula Utopía:

Berichte: 324.cat | ara.cat | El País
Twitter-Account und Facebook-Account von Insula Utopía
Aktuelle Infos unter Hashtag #bienvenidautopía
Fotos der Recht auf Wohnraum-Demo, weitere Fotos von Demo und Hausbesetzung.

Weitere Infos Corrala la Charca:

Twitter-Account von Corrala la Charca
Blog von Corrala la Charca
Bericht: 15 Vivienda Sevilla

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5 responses to “… denn die Häuser gehören uns (VI)”

  1. bodenfrost says :

    Laut einem Bericht von Barcelona Televisió vom 30.03. sind bereits 25 Menschen in das besetzte Haus in Barcelona eingezogen. Dabei handle es sich um 6 zwangsgeräumte Familien und eine Gruppe von Menschen, die ihre Miete nicht mehr bezahlen könne.

  2. alphachamber says :

    Ich kenne Personen, die haben Autos in der Garage, die sie seit langem (2 Jahre) nicht gefahren haben. Ich brauche eines um zu meiner Arbeit zu gelangen.
    Nehmt Euch die Autos, die laenger als 1 Monat unbenutzt sind!
    Da dies bestimmt sehr populaer wird, machen wir eine „Regelung“, welches die Halter zwingt, ihre Autos den „Beduerftigen“ gegen eine „angemessene“ Gebuehr zu ueberlassen.
    Die Artikel 13, 14 des Grundgesetzes kriegen wir schon klein!
    Hirnlose Sozial-Heuchlerei!

  3. bodenfrost says :

    Die! Anzahl! der! Ausrufezeichen hat keinen postiven Einfluss auf die Qualität eines Gleichnisses.

    Dem Datum geschuldet, drücken wir ausnahmsweise mal beide Augen zu, auch wenn wir uns aus April-Scherzen eigentlich nichts machen.

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  1. … denn die Häuser gehören uns (VII) | Bodenfrost - 29. April 2013

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