… denn die Häuser gehören uns (VII)

562394_149072295264742_767369791_nIn Málaga haben 8 alleinerziehende Mütter zusammen mit ihren 9 Kindern ein Haus besetzt, das seit seiner Fertigstellung 2005 leer stand. Getauft wurde das Wohnprojekt auf den Namen Corrala las luchadoras, Corrala der Kämpferinnen. Es gibt zwar im Moment weder Küche noch fließendes Wasser, aber die Bewohnerinnen versuchen das heruntergekommene Gebäude mit vereinten Kräften so gut es geht herzurichten und wohnlich zu machen. Bis dahin kochen und duschen sie bei Freunden und Verwandten.

Eine der Frauen erklärte, dass sie gerade ihre Arbeit verloren hat und sich ihre Miete nicht mehr leisten kann. Gemeinsam mit ihren Schwestern und anderen Frauen beschloss sie, das Gebäude zu besetzen. „Woanders machen sie das doch auch und es passiert nichts,“ ergänzte sie. Gesagt, getan. Es war nicht einmal nötig, die Tür aufzubrechen, da diese bereits seit langer Zeit offen stand.

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Beraten wurden die Aktivistinnen von stop desahucios (Schluss mit Zwangsräumungen) und deren Anwälten. Auch auf die Unterstützung der meisten Nachbarn können die Besetzerinnen zählen: bevor sie eingezogen sind wurde dort immer wieder Material geplündert und es trieben sich Drogenhändler herum, was durch die Anwesenheit der Bewohnerinnen jetzt verhindert wird.

Jetzt versuchen sie mit den Eigentümern in Kontakt zu treten, um ihre Gründe für die Besetzung darzulegen. Außerdem wollen sie anbieten, eine Sozialmiete zu bezahlen, wenn sie dort bleiben dürfen. Bis jetzt hat sich niemand bei ihnen gemeldet und sie aufgefordert, zu verschwinden. Das könnte damit zu tun haben, dass die Immobilienfirma, die das Gebäude errichten ließ, wie viele andere längst pleite ist und nicht mehr existiert.

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Die Corrala de las luchadoras ist bereits das vierte Wohnprojekt dieser Art in Málaga. Auch in anderen Städten in Spanien werden immer häufiger Häuser und Wohnungen besetzt, weil Menschen aufgrund von Arbeitslosigkeit ihre Miete nicht mehr bezahlen können, oder nach Zwangsräumungen kein Dach mehr über dem Kopf haben.

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Links: Facebook-Seite von Corrala las luchadoras | Diagonal Periódico | Tercera información | Diario Sur

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2 responses to “… denn die Häuser gehören uns (VII)”

  1. Morrighan says :

    Viel Kraft, Nerven und Ausdauer wünsch ich den mutigen Frauen!

    • bodenfrost says :

      Erstaunlich ist die Vorgehensweise, finde ich. Einerseits eine gewisse und sicher auch nötige Radikalität, das leerstehende Gebäude wird erst ein mal besetzt, andererseits wird versucht, das ganze schnellstmöglich auf eine dauerhafte und legale Basis zu stellen, indem man um einen Mietvertrag verhandelt.

      Ich drücke allen Bewohnerinnen die Daumen, dass sie bleiben können, ohne ständig Angst haben zu müssen, dass bald die Uniformierten vor der Tür stehen. Für die Kinder – manche davon sind erst einige Monate alt – wäre es auch das Beste, wenn sie nicht in einem Klima der Angst und Unsicherheit aufwachsen müssen.

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