Treffen der Iaioflautas und feministische Escraches

Foto von celescolorado@Twitter

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Am Wochenende versammelten sich in Valencia Iaioflautas aus ganz Spanien, um gemeinsam den ersten Geburtstag der dortigen Ortsgruppe zu feiern. Die Iaioflautas sind ein Kollektiv rebellischer Rentner, die mit ihren humorvollen und gewaltfreien Protest-Aktionen die Kämpfe der Jugend um soziale Gerechtigkeit unterstützen. Sie sehen sich selbst als „Kinder der Bewegung 15M“. Der Iaioflauta-Virus erweist sich als äußerst ansteckend: Mittlerweile sind in rund einem Dutzend Städten in Spanien neue Ableger entstanden. Ihr Name, mal Iaioflautas, mal Yayoflautas geschrieben, entstand in Anlehnung an das Schimpfwort „perroflautas“ (in etwa: Straßengammler mit Hund und Flöte), mit dem die jugendlichen Demonstranten von Politikern verunglimpft wurden. „Iaio“ ist das katalanische Wort für Opa.

Foto von racos1871@Twitter

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Bevor sie sich bei Paella und gemütlichem Beisammensein stärkten und gemeinsam feierten, spielten die Iaioflautas erst einmal einen ihrer berühmten Streiche, wie sie selbst ihre stets gut geplanten und vorbereiteten Aktionen zu nennen pflegen. Als nicht zu übersehende phosphoreszierend-gelbe Flut, die Farbe ihres Erkennungsmerkmals, der Warnweste, zogen sie durch Valencia vor den Sitz des Erzbistums, wo zu diesem Zeitpunkt eine Bischofs-Konferenz tagte. Lautstark wetterten die Iaioflautas gegen die geplante Verschärfung des Abtreibungsgesetzes in Spanien, die auf den Einfluss der katholischen Kirche zurückzuführen ist. Ein legaler Abbruch soll künftig auch bei einer Missbildung des Fötus nicht mehr möglich sein.

Foto von iaioflautas@Twitter

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„Lasst unsere Eierstöcke in Ruhe, bleibt bei euren Rosenkränzen,“ war die zentrale Botschaft auf einem der Transparente:

Foto von iaioflautas@Twitter

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Foto von feminicidio@Twitter

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Dieser Spruch und viele mehr waren auch am Vortag zu hören und zu lesen gewesen. In 30 Städten Spaniens fanden zeitgleich vor den Sitzen der regierenden rechten Volkspartei (Partido Popular) Escraches Feministas – feministische Demonstrationen – statt, um sich dagegen zu wehren, dass den Frauen das Recht über die Selbstbestimmung ihres Körpers genommen werden soll.

Weder Staat noch Gott in meinem Unterleib bestimme ich Foto von Fisiofan@Twitter

„Weder Staat noch Gott, in meiner Gebärmutter bestimme ich“
Foto von Fisiofan@Twitter

In Madrid zogen die Demonstranten dabei auch vor das Wohnhaus des Justizministers Gallardón, was die Polizei brutal zu verhindern versuchte. Mehrere Festnahmen und Verletzte waren die Folge. Die Fotos eines Demoteilnehmers mit blutverschmiertem Gesicht machte in den sozialen Netzwerken blitzschnell die Runde.

Foto von AinaDiazV@Twitter

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Presse-Bericht Landestreffen der Iaioflautas: El diario

Internetseite der Iaioflautas

Presseberichte Escrache Feminista: El diario | Periódico digital

Youtube-Video-Dokumentation der Escrache Feminista in Madrid

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