#IsabelSeQueda – Isabel bleibt

Eine kleine Foto-Dokumentation gelebter Nachbarschaftshilfe

PlakatIn Madrid drohte heute einer Frau die Zwangsräumung aus ihrer Wohnung. Es wurde dafür mobilisiert, sich zu der entsprechenden Zeit dort einzufinden, um gemeinsam zu verhindern, dass Isabel aus der Wohnung geworfen wird (siehe Plakat rechts).
Einige Fotografen dokumentierten das Ganze und verbreiteten ihre Berichte und Bilder unter dem Hashtag #IsabelSeQueda (Isabel bleibt) über Twitter.

Isabel wurde in ihrer Not nicht allein gelassen: Die Unterstützer liefen mehrfach um den Häuserblock, um auf die drohende Zwangsräumung aufmerksam zu machen und noch mehr Nachbarn zusammenzutrommeln, die dabei helfen, diese zu verhindern. Dabei riefen sie Slogans wie „hoy por mí, mañana por ti“ (heute für dich mich, morgen für dich), „No nos mires, únete“ (Schau nicht einfach nur zu, schließ dich uns an), „Vecino, despierta, desahucian a tu puerta“ (Nachbar, wach auf, nebenan wird zwangsgeräumt).

Für ein Recht auf würdigen Wohnraum Foto von fxlgr@Twitter

„Für ein Recht auf eine würdige Wohnung“
Foto von fxlgr@Twitter

Vor dem Gebäude selbst wurden Transparente angebracht und Stellung bezogen für den Ernstfall, wenn der Gerichtsvollzieher anrückt:

Foto von indiggato

Isabels Mutter wird von einer anderen Frau getröstet
Foto von indiggato@Twitter

Nicht noch mehr Leute ohne Häuser und Häuser ohne Leute Foto von alitwitt@Twitter

„Nicht noch mehr Leute ohne Häuser und Häuser ohne Leute“
Foto von alitwitt@Twitter

Die zur Hilfe geeilten Nachbarn, Freunde und Unterstützer lärmten, was das Zeug hielt, mit Kochtöpfen, Metalltabletts , in die Hände klatschen und anderen Dingen, die so richtig schön laut sind, um auf die Ungerechtigkeit einer Zwangsräumung aufmerksam zu machen.

Es war nur wenig Stadtpolizei vor Ort:

Schließlich kam der Gerichtsvollzieher und es wurde verhandelt. Anfangs sagte, dass er keinen Verhandlungsspielraum habe, aber schließlich gab er nach und rief seine Vorgesetzten an.

Nach bangen Minuten des Wartens endlich die erlösende gute Nachricht: die Zwangsräumung wurde verschoben, auf den 25. September.

Alle Versammelten feierten und freuten sich mit, Isabel und ihre Mutter Angelines fielen sich überglücklich in die Arme.

Foto von indiggato@Twitter

Isabel und Angelines
Foto von indiggato@Twitter

Es wird gefeiert Foto von fxlgr@Twitter

Es wird gefeiert
Foto von fxlgr@Twitter

Wunderschön zu sehen, was man mit Nachbarschaftshilfe und vereinten Kräften erreichen, bzw. verhindern kann. Wie die Spanier so knapp und zutreffend auf vielen Demos rufen: „sí se puede“ (und ob man kann!).

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3 responses to “#IsabelSeQueda – Isabel bleibt”

  1. ben says :

    Ich bin zufällig auf diese Seite gekommen, aber eure „Reportage“ ging mir wirklich unter die Haut. Ich freue mich sehr, davon zu lesen, dass Freunde und auch Nachbarn und Unbekannte diese Einstellung zu Hilfe haben und nicht „wortlos vorübergehen“ bzw. desinteressiert sind. Ich bin echt stolz auf euch Südländer.Hoffentlich finden sich endlich mehr und mehr Menschen, die ihren Unmut über diese moderne Sklaverei auf die Strasse bringen und diese menschenverachtenden Machenschaften von unfähigen bzw. kriminellen Politikern und Wirtschaftsmagnaten einer Strafe zuführen. Denn so kann es nicht weitergehen. Nicht die Völker sind sich gram, es sind die sogenannten “ Eliten“ in ihren Hochsicherheits-Gebäuden, die die Menschen gegeneinander aufhetzen und neue kriege heraufbeschwören.

    Alles Liebe für Euch.

    mc.mun@web.de

  2. bodenfrost says :

    Vielen lieben Dank für den Besuch und den Kommentar. Es ist natürlich immer eine Freude, wenn Berichte auf Interesse stoßen.

    Die Zwangsräumungen sind (nicht nur) in Spanien nach wie vor ein großes Problem und nicht immer geht es so gut aus, wie in diesem Fall. Oft genug stehen am Ende des Tages zum Teil ganze Familien auf der Straße, weil Polizisten die Zwangsräumung gewaltsam durchgesetzt haben.

    Solidarität gibt es überall, auch in Berlin wurde ja bereits mehrfach versucht eine Zwangsräumung zu verhindern, in mindestens einem Falle erfolgreich (siehe Bericht 23.10.12). In Krefeld wird ein neues Bündnis gegen Zwangsräumungen geschmiedet (siehe Bericht 10.06.13).

    Auch in einer Gesellschaft, die Tag für Tag versucht uns beizubringen, dass Konkurrenzverhalten das einzig natürliche Verhalten sei, ist es nicht unmöglich, zu erkennen, dass in Wirklichkeit gegenseitige Hilfe die größte Stärke ist.

    Liebe Grüße zurück

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  1. PAH: Menschenrechte in Spanien in Gefahr | Bodenfrost - 13. April 2014

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