Archive | Januar 2014

Botschaft aus Gamonal: Ende des Gehorsams

findeobedienciaWelche Lehre kann gezogen werden aus dem erfolgreichen Widerstand gegen das Straßenbauprojekt in Gamonal/Burgos? Über ihren Twitter-Acount Gamonal en lucha verbreitete die basisdemokratisch organisierte Nachbarschaftsversammlung aus Burgos vor wenigen Tagen ihr Fazit und ihre Botschaft für die Zukunft:

Übersetzung:

Ende des Gehorsams

Ihr musstet uns verprügeln, Gummigeschosse auf uns abfeuern. Ihr musstet uns festnehmen, einsperren und isolieren. Ihr musstet uns mit neuen Gesetzen drohen und uns sagen, dass wir „Terroristen“ sind. Das und noch mehr musstet ihr uns antun, um uns zu brechen. Aber trotz alledem habt ihr es nicht geschafft.

Am 10. Januar entfachten wir einen Scheiterhaufen aus all euren Drohungen, aus all euren Befehlen, aus all euren Erpressungen. Wir waren keine Gruppe, wir waren weder 20, noch 50, wir waren sehr viel mehr. Wir waren diejenigen, auf denen ihr Tag für Tag herumtrampelt, weil ihr glaubt, dass sie sich nicht wehren werden. Wir sind diejenigen, die ihr in einem prekären Leben ausbeutet. Diejenigen, die ihr nach Hause schickt, wenn es euch in den Kram passt oder denen ihr das Haus wegnehmt, wenn sie es nicht mehr bezahlen können. Diejenigen, die ihr wie Rohstoffe regiert, als Nummern in euren Statistiken. An diesen Tagen im Januar gehorchten wir euch nicht und plötzlich fing alles an, zusammenzubrechen. Jetzt sind wir uns unserer Kraft bewusst. Wir fühlen, wie eure Welt zusammenbricht und wir werden euch nicht helfen, sie wieder aufzurichten. Wir ziehen es vor, unsere eigene aufzubauen.

Ende des Gehorsams

Der #Gamonal-Effekt

Der Gamonal-Effekt

Der Gamonal-Effekt

Burgos ist mit 180.0000 Einwohnern nicht gerade eine kleine Stadt, jedoch keine, über die im Zusammenhang mit Protesten in Spanien viel berichtet wird. Urplötzlich aber schien Gamonal, ein Stadtteil von Burgos, für eine Woche ein Streichholz zu werden, das imstande ist, ganz Spanien zu entzünden. Gamonal war auf einmal das zentrale Thema unter spanischen Twitterern.
Was war geschehen?

Vergebliche friedliche Proteste gegen einen Boulevard

Die Anwohner des Stadtteils Gamonal hatten monatelang friedlich und vergebens versucht, ein geplantes Bauprojekt aufzuhalten. Ein Video von Dezember 2013:

Bürgermeister Javier Lacalle und seine Partei, die rechte Partido Popular, beabsichtigten, die Hauptverkehrsstraße Calle Victoria in einen Boulevard umzuwandeln, die 4 Fahrstreifen auf 2 zu beschränken. Im Zuge dieser Umbauarbeiten sollten die kostenlosen Anwohnerparkplätze am Straßenrand durch unterirdische kostenpflichtige Parkbuchten ersetzt werden. 8 Millionen Euro waren für den Spaß veranschlagt. Und das in einer Stadt, in der sogar ein Kindergarten geschlossen werden soll, weil angeblich kein Geld dafür da ist (0). Die Menschen in Gamonal ärgerten sich aber nicht nur über Sinnlosigkeit des Projekts, das ihren eigenen Interessen zuwider lief, und die Geldverschwendung, sondern auch über den offensichtlichen Filz und die Verstrickungen zwischen Politik und Wirtschaft. Antonio Miguel Méndez Pozo, ein Freund des Bürgermeisters und Eigentümer einer lokalen Zeitung, die stets nur positiv über das Projekt berichtet hatte, ist gleichzeitig einer der Unternehmer, dem Bauaufträge an dem Boulevard zugeschustert wurden. Deswegen war „Méndez Pozo al calabozo“ (ins Verlies mit Méndez Pozo) ein beliebter Demoruf. Aber auch Bürgermeister Lacalle wurde auch mit einem Ruf bedacht: „Lacalle dimite, el pueblo no te admite“ (Tritt zurück, Lacalle, die Bevölkerung duldet dich nicht).
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#WirSindAlleHamburg: Internationale Solidarität

Hamburg erhält seit einigen Wochen viel Aufmerksamkeit, besonders aus dem spanisch-sprachigen Raum. Unser Artikel über die Demo vom 21. Dezember gegen Räumung der Roten Flora und der Esso-Häuser und für ein Bleiberecht der Lampedusa-Flüchtlinge verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Die Kunde vom #Gefahrengebiet machte ebenfalls schnell die Runde und es tauchten immer mehr spanischen Tweets […]

2013 wird geprüft

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2013 an.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 23.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 9 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.