#LuisSeQueda – PAH Lanzarote hält Zwangsräumung auf

Heute gelang es Mitgliedern des Selbsthilfebündnisses PAH (Plataforma de afectados por la hipoteca, Plattform der von Hypotheken Betroffenen) eine Zwangsräumung in Argana Alta, Lanzarote, aufzuhalten. Die Polizei konnte letztendlich die gesundheitliche Unversehrtheit des Betroffenen nicht garantieren.

Der Betroffene ist Luis Manuel Torres. Er ist arbeitslos und lebt von monatlich 426 Euro. Der 56-Jährige lebt in einem der Häuser, die von der Kirche an das Unternehmen Juan Antonio Rivera-Iveco verkauft wurden, weswegen ihm jetzt auch die Zwangsräumung drohte. Der Termin war auf 9 Uhr früh angesetzt.

Jung und alt vereint gegen die Zwangsräumung

Jung und alt vereint gegen die Zwangsräumung
Foto von PAHLanzarote@Twitter

Schon um 8 Uhr versammelten sich rund 30 Mitglieder der PAH Lanzarote, Angehörige und Nachbarn um Luis beizustehen. Es waren auch ein 90-Jähriger und eine 87-Jährige dabei, denen selbst die Zwangsräumung Ende des Monats droht. Sie alle zusammen, etwa 30 Leute, waren entschlossen, die Zwangsräumung durch gewaltfreien Widerstand zu verhindern. Mittels einer Sitzblockade vor der Eingangstür wollten sie dem Gerichtsvollzieher den Weg versperren, durch Unterhaken wollten sie verhindern, dass sie einzeln von der Polizei weggeschleppt werden können.

Sie machten sich mit Sprechchören Mut. Der häufigste Ruf war „Und wer ist schuld an dieser Zwangsräumung? – Iveco!“. Dabei zeigten sie auf das Unternehmen, das sich nur 100 Meter straßenabwärts befindet. Es wurde auch ein Manifest verlesen. Darin wurde die Frage gestellt „ist das Geschäft wichtiger als die Menschen?“.

Die Blockade sitzt asolotrriz@Twitter

Die Blockade sitzt
Foto von asolotrriz@Twitter

Gegen 12:15 Uhr kamen vier Polizeibeamten. Sie sprachen mit Luis, von dem sie wussten, dass er einen Herzschrittmacher trägt, und fragten ihn, wie es ihm gehe. Sie sagten ihm, dass für das körperliche Wohlergehen der Menschen zu sorgen wichtiger sei, als die Übernahme der Wohnung, wofür sie Applaus von den Versammelten ernteten.

Kurz darauf traf die Gerichtsvollzieher ein und bekräftigte, dass man nichts mehr gegen die Räumung unternehmen könne, alles menschenmögliche sei getan worden, auch wenn die Angelegenheit sehr unerfreulich sei. Sie fragten die Polizisten, ob die Gesundheit der Personen garantiert werden könne, was die Polizisten verneinten.

Die Beamten argumentierten, dass angesichts der Weigerung der Aktivisten, den Weg freizugeben, die Situation für Luis zu große Aufregung bedeuten könnte und dass sie die Räumung nur im Beisein eines Krankenwagens durchführen würden.

Die Gerichtsvollzieher teilten diese Wendung der Dinge telefonisch dem Gericht mit, woraufhin das Gericht entschied, die Zwangsräumung vorläufig einzustellen.

Der große Moment: Luis bleibt

Der große Moment: Luis bleibt
Foto von PAHLanzarote@Twitter

Luis und seine Unterstützer jubelten laut, fielen sich in die Arme und es flossen Tränen vor Freude und Aufregung. Der Sieg wurde mit einem Lied und einem anschließenden „¡sí se puede!“ (und ob man kann!) besungen:



Am selben Tag wurden in Spanien vier weitere Zwangsräumungen aufgehalten, verkündete der zentrale Twitter-Account der PAH.

Durchschnittlich werden in Spanien 184 Zwangsräumungen täglich vollzogen, berichtete der Kurier.

Laut einer Recherche des Guardian gäbe es in Europa ausreichend Wohnraum für alle Obdachlosen. Allein in Spanien stehen 3,4 Millionen Wohnungen leer.

Ganz offensichtlich liegt es nicht am Mangel an Wohnraum, dass Menschen auf die Straße gejagt werden, sondern schlicht und einfach an dem System, das Profiten und der Spekulation höhere Priorität zuordnet, als dem Bedürfnis der Menschen nach einem Dach über den Kopf.

Quellen/Weitere Infos:

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