Archive | Juni 2014

Anarchistische Föderation Gran Canaria besetzt 30 Wohnungen

Die FAGC (Federación de anarquistas Gran Canaria, die anarchistische Föderation von Gran Canaria) hat insgesamt 30 leerstehende Wohnungen besetzt, um sie an Bedürftige weiterzugeben:

Die FAGC stellt denen, die nichts haben, 30 komplett bewohnbare Wohnungen zur Verfügung (alle mit fließendem Wasser und viele davon mit Strom [bei den anderen wird der Strom nach und nach eingerichtet, nach der Reihenfolge ihrer Besetzung]). Wie immer ist die einzige Voraussetzung, dass man am Rande der Zwangsräumung und Obdachlosigkeit steht oder schon kein Dach mehr über dem Kopf hat oder nicht genügend Mittel hat, um sich eines zu beschaffen. Da es bei ihnen eine Frage von lebensnotwendiger Dringlichkeit ist, werden Menschen mit minderjährigen Kindern vorrangig berücksichtigt. Die Gebäude gehören Finanzinstituten oder öffentlichen Einrichtungen, so dass keine Einzelperson geschädigt wurde. (…)
Wir wiederholen: 30 Wohnungen für diejenigen, die kein Dach, kein Einkommen, keine Angst haben.
Quelle: AnarquistasGC.net

Die FAGC ist laut Eigenbeschreibung seit Jahren vorrangig dort aktiv, „wo die Bevölkerung am meisten unterdrückt und ausgegrenzt wird“. So setzen sie sich immer wieder gegen Zwangsräumungen ein (siehe Bericht auf Bericht auf Bodenfrost vom 31.01.2013), kümmern sich um die Unterbringung von Flüchtlingen, die sonst in den CIEs (spanische Abschiebeknäste) enden würden, und von misshandelten Frauen, die von den staatlichen sozialen Einrichtungen keine Unterstützung bekommen (Quelle: AnarquistasGC.net).

Die FAGC berichtet auf ihrer Webseite, dass auf diese Weise die Menschen, deren Zwangsräumungen aufgehalten wurden oder die neu untergebracht wurden, entdeckt haben, dass „die Direkte Aktion und die gegenseitige Hilfe nicht einfach nur Parolen der ‚verrückten Anarchisten‘ sind, sondern die einzige Möglichkeit, die Kontrolle über ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen.“

#TinaBleibt – Zwangsräumung verhindert in Berlin

In Berlin-Wedding verhinderten heute rund 50 Aktivisten eine Zwangsräumung. Die Gerichtsvollzieherin in Begleitung eines Schlossers war völlig überrascht von der Sitz-Blockade der Unterstützer, die eine Räumung unmöglich machte. Die Polizei kam und schließlich einigte man sich auf einen Aufschub von zwei Wochen. Eine Video-Dokumentation von Left Vision Clips:


Links:

Gute Taten vom Schreibtisch aus

Die Ohnmacht, Ungerechtigkeit zu erkennen und nichts dagegen tun zu können, kann sich lähmend und zermürbend anfühlen. Glücklicherweise lässt sich etwas dagegen unternehmen: aktiv werden. Das ist nicht so schwer oder gar unmöglich, wie es zuweilen scheint. Hier drei Beispiele um sich für eine gute Sache einzusetzen, wenn man auch nur ein halbes Stündchen seiner Zeit oder ein paar Euro erübrigen kann.

Neuaufbau des Sozialzentrums Can Vies in Barcelona

Die Stadtverwaltung von Barcelona ließ im Mai das selbstverwaltete Sozialzentrum Can Vies gewaltsam räumen und teilweise abreißen. Die Leute von Can Vies wollen es gemeinsam mit Unterstützern und Anwohnern des Stadtteils neu aufbauen (siehe Bericht auf Bodenfrost). Das nötige Geld versuchen sie per Crowdfunding zusammenzubekommen. Angepeilt sind 70.000 €, wovon 40.000 € für den Neuaufbau vorgesehen sind und 30.000 € für die Unterstützung derjenigen, die wegen ihrer Teilnahme an den Protesten gegen die Räumung von Can Vies in die Mühlen der Justiz geraten sind.

Link: Crowdfunding-Seite Verkami (Informationen auch auf englisch)
Twitter-Hashtag: #RefemCanVies (bauen wir Can Vies neu auf)
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#MigueleIsmalibres: Miguel und Isma sind wieder frei

Wer behauptet, dass Freitag der 13. Unglück bringt? An eben diesem Tag wurden endlich Miguel und Isma aus der Untersuchungshaft entlassen. Die beiden saßen seit fast drei Monaten hintern Gittern wegen ihrer Teilnahme an der Abschlussdemo zum Sternmarsch der Würde (siehe Berichte auf Bodenfrost: 1 | 2).

Die beiden waren zu Tränen gerührt, weil so viele Menschen stundenlang vor dem Knast Alcalá Meco in Madrid auf sie gewartet hatten: Angehörige, Freunde, Unterstützer und auch die beiden Gruppen „Madres contra la represión“ (Mütter gegen die Repression) und „Red solidaria antirrepresiva“ (Solidarisches Netz gegen Repression) waren dabei, berichtet der LGBT-Aktivist Shangay Lily auf seinem Blog bei Público.

Er postete auch auf Twitter folgende Bilder von der Freilassung der beiden, bei deren Anblick man sich einfach nur mitfreuen kann:

Anschließend gab es eine Wiedersehens-Party in dem autonomen Zentrum Eko Carabanchel. Fotos davon gibt es bei Disopress.

#LibertadCarlosyCarmen: Streikposten in Spanien zu Haftstrafen verurteilt

In Granada wurden zwei Streikposten zu je 3 Jahren und 1 Tag Gefängnis und je 3655 Euro Strafe verurteilt, wegen „eines Vergehens gegen die Rechte der Arbeitenden“. Das Gericht lehnte den letzten Antrag der Verteidigung auf Berufung ab. Carlos und Carmen mussten nach einem Bericht von El Diario am 11. Juni ihre Haftstrafe antreten.
(Update: El País hingegen schrieb am 15. Juni, dass die beiden noch auf freiem Fuß sind, „die Tage ihrer Freiheit aber gezählt seien“.)

Carlos und Carmen waren während des Generalstreiks am 29. März 2012 Teil eines informativen Streikpostens, der von dem lokalen Ableger der Protestbewegung „15M“ organisiert worden war und an dem etwa 200 Personen teilnahmen. Sie zogen friedlich durch Gaststätten und wiesen darauf hin, dass Generalstreik ist und baten darum, aus diesem Grund das Lokal zu schließen. Später wurden Carlos und Carmen von der Polizei festgenommen.

In einem Video erklären die beiden, wie es dazu kam und was die Verurteilung für sie bedeutet:


(das Video verfügt über englische Untertitel)
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