Wasserbomben-Demo in Nürtingen

DemoNuertingenLetztes Wochenende protestierten rund 50 Menschen in Nürtingen gegen staatliche Repression. Der Demozug startete am ZOB und führte laut, feucht und unbehelligt von der Polizei in mehreren Etappen durch die Innenstadt. Am Ochsenbrunnen wurde eine Wasser-Schlacht ausgetragen und die erste Zwischenkundgebung abgehalten, bei der konkrete Fälle von Polizeigewalt thematisiert wurden, darunter auch der Fall von Dietrich Wagner, der durch den Wasserwerfer-Einsatz am schwarzen Donnerstag 2010 in Stuttgart sein Augenlicht verlor.

Die Abschlusskundgebung fand vor der Polizeiwache in der Europastraße statt. Es wurde ein Band abgespielt, auf dem scherzhaft gefordert wurde, aus der hässlichen, teuren, nutzlosen Polizeiwache einen Wassererlebnis-Park zu machen, von dem alle mehr haben.

Im Anschluss an die Kundgebung wurde als großes Finale die letzte Wasserbomben-Schlacht ausgetragen: Die Teilnehmer schnappten sich die verbleibenden Wasserbomben – insgesamt waren hunderte Luftballons vorbereitet und mit Wasser gefüllt worden – und bewarfen sich mit großem Vergnügen und unter johlendem Gelächter.

Die Wasserbomben und mitgebrachten Wasserspritz-Pistolen dienten aber nicht einfach nur der ersehnten Erfrischung an diesem heißen Sommer-Tag, sondern bezogen sich direkt auf den Anlass der Demonstration: Wenige Wochen zuvor hatten zwei auf die Treppe der Polizeiwache geworfene Wasserbomben einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst, in dessen Verlauf Flüchtende stundenlang mit dem Hubschrauber verfolgt wurden und versucht wurde, ein lokales linkes Wohnprojekt zu erstürmen, um dort Festnahmen vorzunehmen.

Ganz im Zeichen des lächerlich-nichtigen Anlasses standen nicht nur die Accessoires wie Wasserbomben, Spritzpistolen und Badeanzüge, in denen zwei Demo-Teilnehmer gekommen waren, sondern auch das Front-Transparent (siehe Foto) und auch die Demo-Rufe, teilweise Abwandlungen von bekannten Slogans:

„nie – nie – nie wieder Heli“
„Wasserbombe gut – Helikopter böse“
„BRD – Bullenstaat – ’ne Wasserbombe macht dich platt“
„Alle – Bullen – raus aus Stresslingen“

Zum Trocknen und gemeinsamen Ausklingen-Lassen des Abends begab man sich anschließend in den Garten des Wohnprojekts, wo es VoKü gab, Essen und Getränke für alle.

Weitere Infos zu der Polizei-Aktion und der Demo:

  • Demo-Konzept auf Linksunten
  • Update zu der Wasserbomben-Demo auf Linksunten
  • Gegendarstellung zu der kritiklos von der Presse verbreiteten Polizei-Version des Vorfalls: Linksunten
  • Ausgiebig recherchierter Artikel zu den Ereignissen vor dem überzogenen Polizei-Einsatz: Nürtinger-Stattzeitung
  • Bericht/Fotos von der Demo auf Beobachternews
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2 responses to “Wasserbomben-Demo in Nürtingen”

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  1. Linkes Wohnprojekt bedroht | Bodenfrost - 6. Juni 2015

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