Halloween mit Francostein: gegen das Demo-Verbot

Man kann das Verkleiden an Halloween einfach nur albern finden, aber mit einer Prise Einfallsreichtum lässt sich dieser Brauch auch für Protest-Zwecke nutzen. So geschehen gestern Abend in Barcelona. Nach einem Facebook-Aufruf des kreativen Aktivisten-Kollektivs „reflectantes“ ließen etliche als Zombies und Clowns verkleidete Teilnehmer Franco auferstehen und trugen ihn in Gestalt eines riesigen Papp-Konterfeis durch die Straßen der katalanischen Metropole. Auf seiner Stirn stand „Francostein“, in Anspielung auf die aus Leichenteilen zusammengefügte und zu künstlichem Leben erweckte Kreatur aus dem berühmten Horror-Roman von Mary Shelley.



Natürlich handelte es sich bei dem schaurigen Umzug nicht um Verherrlichung des faschistischen Diktators, ganz im Gegenteil. Es war eine Warnung, dass er aus dem Grab zu steigen droht, ein phantasievoll-makabrer Protest gegen die „Gesetze zur Sicherheit der Bürger“, welche die Versammlungsfreiheit in Spanien massiv einschränken, bzw. Verstöße dagegen mit drakonischen Bußgeldern ahnden werden. Umgangssprachlich ist deshalb nur die Rede von „ley mordaza“, also Knebel-Gesetz.

Es ist zu erwarten, dass diese repressiven Gesetze in den nächsten Wochen verabschiedet werden von der mit absoluter Mehrheit regierenden rechten Partido Popular.

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