Archive | März 2015

Operación Piñata: Verhaftungswelle in Spanien

Drei Monate nach der operación Pandora 1 fegte heute erneut eine Repressions-Welle über Spanien: Seit den frühen Morgenstunden fand ein groß angelegter Polizei-Einsatz gegen die anarchistische Bewegung statt. In vier Städten – Madrid, Barcelona, Palencia und Granada – kam es zu Hausdurchsuchungen. Die Repressionsorgane verschafften sich dabei gewaltsam Zutritt zu 6 selbstverwalteteten sozialen Zentren und 11 Privat-Wohnungen und nahmen auch Datenträger mit.

Bei dieser von der Polizei so genannten operación Piñata wurden insgesamt 28 Menschen festgenommen. 14 von ihnen wegen mutmaßlicher Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung mit terroristischen Zielen. Die 14 sollen Mitglieder der „Koordinierten Anarchistischen Gruppen“ (Grupos Anarquistas Coordinados, GAC) sein, wie schon diejenigen, die bei der operación Pandora festgenommen worden waren. Ferner wird ihnen zur Last gelegt, dass sie Sabotage-Akte verübt und Spreng- und Brandsätze hergestellt und verwendet haben sollen.

14 weitere Personen wurden wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt festgenommen, den sie angeblich geleistet haben während der heutigen Razzien.

Angeordnet wurde die Polizei-Operation durch Eloy Velasco, Richter bei der Audiencia Nacional 2, das zentrale Gericht in Spanien, das für die Bekämpfung von Terrorismus zuständig ist 3.

Im Internet machten die Hashtags #operaciónPiñata und #AtaqueAlosCSOAs (Angriff auf die autonomen Zentren) die Runde. Auch der Hashtag vom letzten Dezember – #yotambiénsoyanarquista (ich bin auch Anarchist) – wurde neu aufgelegt. In mehreren Städten – darunter neben den Betroffenen auch Clot, Girona, Salamanca, Zaragoza und Cuenca – wurden spontan Solidaritäts-Demos durchgeführt.
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Um etwas zu verändern, fang überall an!

„Wenn du etwas Beliebiges verändern könntest, was wäre es?“, fragt das Netzwerk CrimethInc. in der Kampagne „Alles verändern – ein anarchistischer Aufruf“. Es gibt eine mehrsprachige Webseite dazu, sowie ein Video. Hier die deutsche Version:

(Die englische Version gibt es beispielsweise hier zu sehen)

„Das sind keine Selbstmorde, das sind Morde“

In Zaragoza erhängte sich am Montag ein 62-Jähriger wegen seiner bevorstehenden Zwangsräumung 1. Der Mann hinterließ einen Abschiedsbrief, aus dem die Gründe für seinen Selbstmord hervorgingen: Das Gericht hatte ihn per Schreiben davon in Kenntnis gesetzt, dass am Folgetag die Gerichtsvollzieher kommen würden, um ihn aus der Wohnung zu werfen. Der Verstorbene sah sich aufgrund seiner Arbeitslosigkeit außer Stande, seine Miete zu bezahlen. Auch seine Frau und seine Tochter haben nur geringfügige Beschäftigungen. Sie waren es auch, die den Mann vorfanden, als sie in die Wohnung zurück kamen.

Der Richter setzte nach dem Selbstmord aufgrund der Umstände die Zwangsräumung vorläufig aus. Die Tochter und die Frau schlafen aber aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr in der Wohnung und sind bei Verwandten untergekommen.

Das Anti-Zwangsräumungs-Bündnis Stop Desahucios Zaragoza rief zu einer Demonstration auf 2. Dort machten die Versammelten ihrem Zorn und ihrer Trauer Luft und riefen „Das sind keine Selbstmorde, das sind Morde“ 3. Später wurde eine Schweigeminute für den Verstorbenen abgehalten. Auf Transparenten wurde die Frage gestellt: „Wie viele sollen noch sterben?“ 4

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