Archive | Oktober 2015

Untersuchungshaft für einen der Festgenommenen

Die 9 Personen, die während der Fortsetzung von operación Pandora in Barcelona und Manresa festgenommen worden waren (siehe hier), wurden am Donnerstag nach Madrid gebracht und waren heute zur Ausage vor Gericht, der Audiencia Nacional, wie die linke katalanische Zeitung Directa berichtet.

Der Richter Juan Pablo González ordnete an, dass einer der Festgenommenen – ein Anwalt aus Sants (Barcelona) – in Untersuchungshaft kommt, in einer Vollzugsanstalt in der Nähe von Madrid. 5 der Festgenommenen kommen unter Kaution frei (5.000 €), eine kommt unter Kaution von 4.000 € frei. 2 werden freigelassen, müssen aber ihre Ausweise abgeben und wöchentlich vorstellig werden.

Gerichtsquellen bestätigten laut Directa, dass die Geheimhaltung des Ermittlungsverfahrens auch bei dieser Aussage vor Gericht nicht gelüftet wird. Über ihre Anwälte ließen diese Festgenommenen mitteilen, dass es keine Misshandlungen durch die Repressionsorgane gab während ihres Gewahrsams und der Überstellung nach Madrid.

Vor dem Gericht in Madrid hatten sich rund 100 Unterstützer eingefunden, darunter Freunde, Angehörige und Mitglieder von Anti-Repressions-Organisationen.

Selbstverwaltete Flüchtlingsherberge

Vor einem Monat haben Anarchisten ein leerstehendes Gebäude in Athen besetzt, um Flüchtlingen auf der Durchreise eine Unterkunft zur Verfügung stellen zu können (siehe Bodenfrost/29.09.2015).

Mittlerweile scheinen die Instandsetzungsarbeiten abgeschlossen zu sein. Über ihren Twitter-Account teilten die Aktivisten mit, dass bereits 750 Flüchtlinge dort übernachtet haben:

Solidaritäts-Demos nach Repressionswelle

Nach der Repressionswelle gegen Anarchisten fanden in mehreren Städten in Spanien Solidaritäts-Demos statt. Ein paar Fotos davon, die über Twitter verbreitet wurden:

Barcelona (wo es über 1000 Teilnehmer gewesen sein sollen)

Weiterlesen …

Erneute Repressionswelle in Katalonien

Heute fand erneut eine massive Repressionswelle gegen Anarchisten in Spanien statt. Ein Aufgebot von 500 Cops drang ab 7 Uhr morgens in 10 Wohnungen und libertäre Kulturzentren in Barcelona und Manresa ein. Bei dem Ateneo Libertario in Sants (Barcelona) verschafften sich die Cops gewaltsam Zutritt mittels einer Ramme. Dieses Kulturzentrum ließen sie verwüstet zurück, es wurden Bücher und Ordner auf den Boden geworfen.

Bei den Hausdurchsuchungen wurden insgesamt 9 Personen festgenommen. Ihnen wird die „Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung mit terroristischen Zielen“ zur Last gelegt. Laut einer Pressemitteilung der Mossos d’Esquadra – der katalanischen Polizei, die den Einsatz durchführte – stehen alle durchsuchten Gebäude im Zusammenhang mit der Gruppe GAC, Grupos Anarquistas Coordinados.

Wie bereits die Razzien und Festnahmen im Dezember 2014 (operación Pandora) und die im März 2015 (operación Piñata), wurde auch dieser Angriff durch das Audiencia Nacional angeordnet, das für Terror zuständige Zentralgericht Spaniens.

Die Nachricht von den Überfällen durch die Repressionsorgane verbreitete sich rasch. In Sants versammelten sich etwa 50 Unterstützer mit einem Transparent, auf dem die Freilassung der Gefangenen gefordert wurde. Die Cops gingen gewaltsam gegen sie vor.

Für heute Abend sind in mehreren Städten Spaniens Solidaritäts-Demos angekündigt:

Gràcia: 20:00. Pl. Diamant. Convocatoria unitaria de Barcelona
Girona: 12:30. Davant la Generalitat (vor dem Sitz der Regionalregierung)
Madrid: 20:00. Tirso de Molina
Manresa: 20:00. Pl Sant DomènecqVe
Berga: 20:00. Pl Sant Pere
Zaragoza: 20:00. Pl España

Unter den Festgenommenen ist ein Anwalt und Mitglied von Procés Embat. Diese Gruppe ließ verlautbaren, dass die heutige Polizei-Aktion die Fortsetzung der Kriminalisierung und Drangsalierung von Anarchisten und Antikapitalisten unter dem Vorwand der Bekämpfung einer nicht existenten Gruppe darstelle.

Quellen:
Directa | Diagonal | A las barrciadas