Drei verhinderte Zwangsräumungen an einem Tag

Am Montag hat die PAH – ein Bündnis für Recht auf Wohnraum – zeitgleich drei Zwangsräumungen verhindert in drei spanischen Städten. In Madrid, Barcelona und Mazarrón (Murcia) hatten sich Aktivistinnen und Aktivisten vor die betroffenen Häuser gestellt. 10:19 Uhr verbreitete die PAH über ihren Info-Kanal jubelnd „Sí se puede – na klar kann man.“

In Madrid war es bereits der dritte Mal, dass das Motto #RajuSeQueda (Raju bleibt) Wirklichkeit wurde. Die Betroffenen – Opfer eines Mietbetrugs – hatten sich im Sommer an die PAH gewandt, seitdem wurden zwei Zwangsräumungsversuche aufgehalten. Auch an diesem Montag ging es wieder gut aus. Als die Gerichtsvollzieher die Aktivisten vor dem Gebäude versammelt sahen, gaben sie auf und gewährten einen Aufschub bis zum 14. Januar.
Die PAH Centro beabsichtigt diese Zeit zu nutzen, um Druck auf Bankia auszuüben, die neue Eigentümerin des Gebäudes. Ziel ist es, das Finanzinstitut dazu zu bewegen, dass sie Raju und die beiden anderen gegen eine Sozialmiete dort wohnen lassen. Bis jetzt weigert sich Bankia, weil sie nach deren Aussage nicht die notwendigen Voraussetzungen dafür erfüllen. Allerdings erkläre Bankia auch nicht, was genau das für Voraussetzungen seien, sagte ein Mitglied von PAH Centro.

„Wir dulden nicht eine weitere Zwangsräumung!“, hatte die PAH Centro kämpferisch vor der Aktion verkündet:

Ein weiteres Foto von diesem Tag aus Madrid:

In Barcelona wurde die dortige PAH aktiv, um Jorge und seinen Sohne zu unterstützen. Der Eigentümer des Hauses hatte sich geweigert, ihnen noch ein paar Tage Aufschub zu gewähren, um sich nach einer alternativen Bleibe umschauen können. Mit dem Ruf „diese Zwangsräumung werden wir aufhalten“ wurden die Gerichtsvollzieher empfangen:

Die Räumung wurde schließlich auf Januar verschoben und die PAH Barcelona verkündete über die sozialen Netzwerk, dass den beiden bereits eine neue Unterkunft zugesichert wurde:

Auch in Mazarrón hatte sich eine Schar solidarischer Menschen versammelt:

Als die Zwangsräumung aufgehalten worden war, posteten die Unterstützerinnen und Unterstützer ein kurzes Video mit ihrem Triumphgesang: „Yo soy de la PAH“ (ich bin von der PAH) und das unverzichtbare „sí se puede“:

Anzumerken bleibt, dass Madrids neue Bürgermeisterin in einem Interview die spanische Hauptstadt als frei von Zwangsräumungen bezeichnete. Die Betroffenen und die Aktivisten merken davon allerdings nichts. Es zeigt sich immer wieder: Wahlen ändern gar nichts. Auch nicht die heute stattfindende Parlamentswahl. Veränderung entsteht dadurch, dass sich Menschen selbst organisieren und gemeinsam für die Verbesserung ihre Lebenssituation kämpfen.

Quelle: Diagonal

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