Archive | Februar 2016

Solidaritätswoche für Mónica und Francisco

Heute startet die Solidaritätswoche für die beiden anarchistischen Gefangenen Mónica Caballero und Francisco Solar. Die beiden sitzen seit über zwei Jahren in Spanien in Untersuchungshaft. Diese Woche soll genutzt werden, um auf die Lage der beiden aufmerksam zu machen und Informationen zu verbreiten.

Vom 8. bis zum 10. März wird der Gerichts-Prozess der beiden in Madrid stattfinden.

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Weitere Infos: Insurrection News Worldwide (auf englisch)

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5 Jahre…

… ist es schon her, dass wir diesen Blog angefangen haben. Und wenn kein Schaltjahr wäre und uns nicht somit ein zusätzlicher Tag im Februar zur Verfügung gestanden hätte, hätten wir das Jubiläum total verbummelt. Was ja auch nicht so schlimm gewesen wäre. Blicken wir nach vorn und nicht nach hinten.

Danke allen, die hier mitlesen, kommentieren und teilen.

Freiheit für Nahuel

Repression und kein Ende in Sicht: Nach operación Pandora und operación Piñata gab es letzten November auch noch operación ICE, eine Polizei-Razzia gegen eine anarchistische Straight Edge-Gruppe aus der spanischen Hauptstadt. Der folgende Beitrag stammt von einem Solidaritäts-Blog für das von Repression betroffene Kollektiv und fasst die Hintergründe und den aktuellen Stand der Dinge zusammen:

Am 4. November 2015 wurden 6 Mitglieder des Kollektivs Straight Edge Madrid festgenommen und durch den Sondergerichtshof Audiencia Nacional angeklagt. Während ihrer Haft wurden ihre Rechte als Gefangene verletzt. Ihr einziges Verbrechen ist ihre anarchistische, vegane und gegen Drogen gerichtete Ideologie. Ihre Arbeit ist bekannt dafür, dass sie antispeziesistische Aktionstage und drogenfreie Feste veranstalten, bei denen eine alternative und gesunde Freizeitgestaltung gefördert wird.

4 der 6 Festgenommenen wurden später aus dem Gewahrsam entlassen, jedoch unter Anklage und gegen Kautionen zwischen 3000 und 10000 Euro. Die beiden übrigen wurden in Untersuchungshaft gesteckt, ohne die Möglichkeit, gegen Kaution freizukommen. Einer dieser beiden ist Nahuel, der momentan immer noch Gefangener des Staats ist. Er sitzt unter den verschärften Haftbedingungen F.I.E.S. 3, die eigentlich gefährlichen und aggressiven Personen zugedacht sind. Auch sonst ist sein Gefängnisaufenthalt von ungewöhnlichen Maßnahmen geprägt: 30 Tage verbrachte er in Isolationshaft. Eine vegane Ernährung wird ihm verwehrt. Es gab Verlegungen des Gefangenen, die ihm weniger als 24 Stunden im Voraus angekündigt wurden. Der einzige Zweck dieser Verlegungen ist, ihn in einem Zustand der Unsicherheit zu halten und zu verhindern, dass er Kontakte zu Mitgefangenen und eine Vertrautheit mit seiner Umgebung aufbaut. Außerdem wurde die Zahl der zugelassenen Anrufe reduziert, die Kommunikation überwacht und es wurde ihm verboten, die Turnhalle zu nutzen.
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Repression wegen Puppentheater und Riesen-Vagina

In Madrid wurden während laufender Vorführung zwei Puppenspieler verhaftet, weil ihr satirische Theater-Stück gegen Repression eine „Verherrlichung des Terrorismus“ dargestellt habe. Die beiden wurden in Untersuchungshaft gesteckt und wurden erst eine Woche später wieder freigelassen, nachdem es tagelang Solidaritätskundgebungen in vielen Städten in Spanien gegeben hatte. Die Anklage bleibt jedoch weiterhin bestehen. Die beiden Puppenspieler (einer davon Mitglied der CNT) dürfen das Land nicht verlassen und müssen sich jeden Tag melden. Als Begründung für die Aufhebung der Untersuchungshaft nannte die Staatsanwaltschaft, dass mittlerweile weder die Gefahr einer Flucht bestünde, noch einer Wiederholung der Tat, da alle Theater-Requisiten beschlagnahmt worden seien.
Bei Telepolis gab es einen deutschsprachigen Bericht dazu.

Das Theater-Stück...

Das Theater-Stück…

... und einige der Solidaritäts-Demos

… und einige der Solidaritäts-Demos

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Alle mit der FAGC!

Heute hatte Ruymán Rodríguez – Mitglied der Federación Anarquista Gran Canaria (Anarchistische Föderation Gran Canaria) und Sprecher des von der FAGC initiierten Wohnprojekts Comunidad la Esperanza – seinen Gerichtstermin. Anlass für den Prozess, der hinter verschlossenen Türen und ohne Publikum abgehalten wurde, war die Inszenierung einiger Guardias Civiles, die ihn wegen „Angriff auf die Staatsgewalt“ angeklagt hatten. Deren Anwältin forderte eine 5-jährige Haftstrafe für Ruymán, sowie ein Buß- und Schmerzensgeld.

Ruymán in einem Interview

Ruymán in einem Interview

Hintergrund ist, dass Ruymán als Sprecher der Comunidad la Esperanza das nach außen wahrnehmbarste Gesicht sowohl des Wohnprojekts als auch der FAGC ist. Die Repressionsorgane, denen eine hierarchiefreie Ordnung offensichtlich unvorstellbar ist, nehmen Ruymán daher als Kopf der Organisation wahr und gehen wohl davon aus, dass das Wohn-Projekt und die FAGC zum Scheitern verurteilt wären, wenn sie ihn durch unablässige Repression klein kriegen würden.
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Straße in Madrid benannt nach einem Anarchisten

Eine Straße in Madrid soll nach dem Anarchisten Melchor Rodríguez benannt werden. Der Beschluss im Stadtrat erfolgte einstimmig, berichtete die Tageszeitung El Mundo. Der Beschluss geht auf eine Bürgerinitiative aus dem Jahre 2008 zurück, die schließlich ihren Weg in den Stadtrat fand.

Melchor Rodríguez war Mitglied der FAI (Iberische Anarchistische Föderation) und der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft CNT. Während des spanischen Bürgerkriegs war er Generalbevollmächtigter der CNT für die die Gefängnisse in Madrid. Auch in diesen blutigen Kriegswirren hielt er an seinen anarchistischen Idealen fest und bewahrte tausende Inhaftierte vor dem Tod, obwohl sie Putschisten und Faschisten und somit eigentlich seine ärgsten Feinde waren. „Man kann für seine Ideale sterben, aber man darf niemals für sie töten“, wird er zitiert.

Für einige wenige Tage war er auch Bürgermeister der spanischen Hauptstadt. Jedoch wurde er nur dazu ernannt, um eine geregelte Übergabe der Stadt zu gewährleisten, als diese 1939 nach langer Belagerung und Bombardierung durch die putschenden Faschisten kapitulierte.

Unmittelbar nach dem Einmarsch der Faschisten wurde Melchor Rodríguez gefangen genommen und vor einem Militärgericht zur Todesstrafe verurteilt. Ehemalige Gefangene, denen er das Leben gerettet hatte, setzten sich für ihn ein und das Urteil wurde abgemildert zu 25 Jahren Gefängnis, von denen er 5 Jahre absaß.

Auch im franquistischen Spanien ließ er nicht von seiner politischen Überzeugung ab und agitierte weiterhin für eine herrschaftsfreie Gesellschaft und den libertären Kommunismus, weswegen er immer wieder für einige Zeit in Haft landete.

Als er 1972 starb – drei Jahre vor Francos Tod und somit noch mitten im Faschismus – wurde bei seinem Begräbnis die anarchistische Hymne „A las barricadas“ gesungen und auf seinem Sarg lag die schwarz-rote Fahne der Anarcho-Syndikalisten, ohne dass die umstehenden faschistischen Repressionsorgane eingegriffen hätten.

Ein Artikel in der Graswurzelrevolution beschreibt das erstaunliche und konsequente Leben und Handeln dieses unbeugsamen Idealisten.

Gemeinschaftsgarten in Sabadell

„Das Land dem, der es bestellt “ – gemäß diesem Motto aus der mexikanischen Revolution, das auf einem der Transparente zu lesen war, besetzten rund 100 Aktivisten ein brachliegendes Grundstück in Sabadell (Katalonien/Spanien), um dort einen Gemeinschaftsgarten anzulegen. Der künftige Ertrag des Gartens soll der Selbstversorgung der Bewohner eines ganz in der Nähe liegenden besetzten Wohnblocks dienen, um sie unabhängig von wohltätigen Einrichtungen zu machen. Organisiert wurde die Besetzung von der PAHC Sabadell, der „Plattform für Betroffene von Hypotheken und der Krise“.

"Das Land dem, der es bestellt" Foto von PAHC Sabadell

„Das Land dem, der es bestellt“
Foto von PAHC Sabadell

Auf ihrer Webseite beschreibt sich die PAHC Sabadell als „Kollektiv, das für das Recht auf Wohnraum für alle Menschen kämpft.“ Seit ihrer Gründung im März 2011 haben sie demnach „hunderte von Zwangsräumungen aufgehalten, hunderte Restschuldenerlasse unterzeichnet und dabei geholfen, über zweihundert Familien neu unterzubringen.“
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