Las Masías: Hausbesetzung und Selbstverwaltung auf Gran Canaria

Die Anarchistische Föderation Gran Canaria (FAGC) hat in den vergangenen Wochen zwei leerstehende Häuser besetzt, um dort migrantische Familien unterzubringen, die aufgrund ihrer prekären Lage dringend auf Schutz angewiesen waren. Die beiden Gebäude wurden Las Masías I und II getauft.

Möglich war die Besetzung auch durch die finanzielle Unterstützung durch die CNT Sabadell und die PAH Sabadell geworden, mit denen sich die FAGC kürzlich zum Erfahrungsaustausch getroffen hatte (Bericht auf Bodenfrost). Von dem Geld wurden Materialien gekauft, dank derer die Familien über Licht und Wasser verfügen. Auf ihrem Blog erzählt die FAGC über den Ablauf der Besetzung:

In den letzten Wochen hat sich eine Gruppe verzweifelter migrantischer Familien mit der FAGC in Verbindung gesetzt. Sie haben äußerst harte Situationen mit sozialem und institutionellem Rassismus durchgemacht. Sie stehen ohne Haus da, ohne jegliche Zuflucht, sie leben als Ausgestoßene, verfolgt, schikaniert, ohne jede Gesundheitsversorgung, ohne Unterstützungsnetz jenseits von dem, das aus ihren Landsleuten besteht. Dank diesen ist es ihnen gelungen, sich mit uns in Verbindung zu setzen.

In einer gemeinsamen Anstrengung, bei der sie die ersten waren, die sich eingebracht haben, haben wir zwei Immobilien besetzt. Das eine ist ein verlassenes Chalet und das andere ein Gebäude mit 6 Wohnungen, Neubau, unter den gleichen Umständen.

Die 9 neu untergebrachten Familien (3 im Chalet und 6 in dem Wohnblock. Insgesamt 31 Menschen, 18 davon Kinder) sind dazu übergegangen, beide Gebäude auf direkte Weise selbst zu verwalten. Wir von der FAGC haben ihnen jede mögliche Beratung gegeben und haben ihnen ein paar Grundlagen mit auf den Weg gegeben. Aber aufgrund der Erfahrung, die wir gemacht haben und anderen, die im Zusammenhang mit Besetzungen im Rest des Landes gemacht wurden, haben wir uns entschieden, nicht in die Verwaltung der Immobilien einzugreifen. Mittlerweile sind alle Besetzungen, an denen die FAGC mitgewirkt hat, zu 100 % selbstverwaltet durch die Leute, die dort untergekommen sind. Mal mit besseren, mal mit schlechteren Ergebnissen, das sind die Risiken der Autonomie und Selbstverwaltung, die man in Kauf nehmen muss.

(…)

Solange wir können, werden weitere Beispiele wie „Las Masías“ folgen. Man kann gegen die CIEs (Abschiebeknäste) kämpfen indem man diese anprangert und protestiert, aber man kann den Leuten auch helfen, dass sie gar nicht erst in deren Fänge geraten. Und da sind wir dran.“

Vor zwei Tagen wurde leider eines der beiden Gebäude geräumt, meldete die FAGC auf Twitter. Glücklicherweise wurde dabei keiner der dort Wohnenden geschnappt. Zwei Genoss*innen der FAGC jedoch wurden von den Cops festgehalten, um Personalien aufzunehmen, wobei diese den Vorgang so lang hinauszögerten, dass es einer der beiden nicht mehr rechtzeitig zur Arbeit geschafft hat. Die Zwangsgeräumten wurden in der verbleibenden La Masía aufgenommen.

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