Gamonal: Solidarität am dritten Jahrestag des Aufstands

„Freispruch für die Angeklagten Gamonal“ und „Wir stehen unseren Angeklagten bis zum Schluss bei“ verkündeten die Transparente bei einer Anti-Repressions-Demo am Wochenende in Gamonal, einem Stadtteil von Burgos in Spanien.

500 Teilnehmer versammelten sich nach einem Bericht von Último Cero auf der Calle Victoria. Anlass der Kundgebung war einerseits der dritte Jahrestag des entschlossenen Widerstands, der sich gegen ein Bauprojekt an eben dieser Straße richtete, und dieses schließlich nach einer Woche verhinderte, als eine Solidaritätswelle das ganze Land erfasste und tagelang in immer mehr Städten Demos zur Unterstützung durch die Straßen zogen (ein ausführlicher Bericht).

Der zweite Anlass war, den Mitstreitern beizustehen, die wegen ihrer Teilnahme an den Protesten im Januar 2014 unter Anklage stehen.

Insgesamt wurden 47 Menschen festgenommen im Januar 2014, schreibt Burgos Dijital. 6 davon kamen in Untersuchungshaft und wurden einige Tage später gegen Kautionen von insgesamt 18.000 Euro wieder auf freien Fuß gesetzt.

Einige Verfahren wurden eingestellt: Die Staatswanwaltschaft stellte 10 Verfahren von den 13 festgenommenen Minderjährigen ein, bei denen die Polizei keinerlei Beweise vorlegen konnte, die einen weiteren Gewahrsam hätten rechtfertigen können, geschweigedenn ein Gerichtsverfahren. Auch bei einigen Erwachsenen wurden Verfahren mangels Beweisen eingestellt. Andere andere konnten in Verhandlungen mit der Staatsanwaltsschaft eine Verfahrenseinstellung erwirken.

Mittlerweile warten noch 18 Angeklagte auf ihren Prozess. Bei 12 davon fordert die Staatsanwaltsschaft eine Haftstrafe von 18 Monaten und Bußgelder von 24.000 Euro. Diese 12 Gerichtstermine sind kommenden im März.

Unbekannt sind noch die Termine der 6 Verbleibenden, für die 30 Monate Haft gefordert werden und Bußgelder von 34.000 Euro.

Programm der Aktionswoche zum dritten Jahrestag

Programm der Aktionswoche zum dritten Jahrestag

Beim Konzert in dem sozialen Zentrum C. S. R. Gamonal, das im Anschluss an die Kundgebung stattfand, wurden Spenden gesammelt, um die Angeklagten bei ihren Anwalts- und Gerichtskosten zu unterstützen. Der Infokanal Gamonal en lucha berichtete, dass das Konzert gut besucht und der Saal voll war. Das soziale Zentrum selbst ist auch eine direkte Folge der Proteste: Es wurde nach deren erfolgreichem Abschluss besetzt, damit die Nachbarschaft weiterhin einen gemeinsamen Treffpunkt hat.

Jahrestage sind eine gute Gelegenheit, sich die Stärken vergangener Kämpfe wieder ins Gedächtnis zu rufen. Der Schlüssel zum Erfolg waren 2014 in Gamonal die basisdemokratische Organisierung, die Solidarität zwischen den Protestierenden, weit über die Stadtgrenzen hinaus. Und die gegenseitige Toleranz unterschiedlicher Aktionsformen.

"Nein zum Boulevard" und "Die Straße gehört uns". Foto von 2014.

„Nein zum Boulevard“ und „Die Straße gehört uns“. Foto von 2014.

Jahrestage sind aber ebenfalls eine gute Gelegenheit, sich daran zu erinnern, wie wichtig es ist, die Solidarität mit von Repression Betroffenen nicht enden zu lassen, wenn eine Aktion vorüber ist und ein Thema aus den Schlagzeilen, ein Hashtag aus den Trending Topics von Twitter verschwunden ist.

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