Anarchistischer Monatsrückblick: Januar 2017

Rückblick auf Januar 2017 aus anarchistischer Perspektive

c190_e6wqaeboz6Das Libertäre Bündnis Ludwigsburg verteilte in Ludwigsburg 10.000 Flyer gegen rechte Hetze. [Stuttgarter Zeitung | LBQuadrat]

Das Libertäre Zentrum in Bonn wurde von den Cops geräumt. Am selben Tag nahmen 150 Personen an einer Solidaritäts-Demo teil. [LIZBonn.Blogsport.de | General-Anzeiger-Bonn]

Prozessauftakt am 23. Januar in Aachen gegen zwei AnarchistInnen, denen vorgeworfen wird, eine Bank enteignet zu haben. In Madrid und in Barcelona gab es Soli-Demos. Auf einer Brücke in Iruña wurde ein Transparent aufgehängt, das die Freilassung der GenossInnen fordert.

50 Nazis versuchten erfolglos, ein Organisierungtreffen von AnarchistInnen an der Uni Dortmund zu stören. Aus Protest dagegen nahmen 60 Menschen an einer Anti-Nazi-Demo teil. [Linksunten | Anarchismus in Dortmund/Twitter]

Erfolgreiche Veranstaltung des anarchistischen Buch- und Kulturzentrums Black Pigeon in Dortmund trotz Nazikundgebung in der Nähe. [Linksunten]

Die Föderation deutschsprachiger AnarchistInnen (FdA) veröffentlichte die Nummer 73 der allmonatlichen Zeitung Gaidao. [Bestellung/kostenloser Download auf FdA-IFA]

Das Anarchistische Radio Berlin blickt in seinem neuen libertären Podcast auf den Dezember zurück. Innovativ wird der Bericht über eine Zwangsräumung, die die Anarchistische Föderation von Gran Canaria (FAGC) verhinderte, als Hörspiel inszeniert. Schwerpunktmäßig geht es um Bullen-Spitzel in der linken Szene.

Die Graswurzelrevolution 416 ist erschienen. In dieser Ausgabe ist u. a. ein Artikel über die anarchistischen Genossen Bayram und Giyas, die in Aserbaidschan wegen Graffiti zu 10 Jahren Knast verurteilt wurden.

300 bis 400 Menschen bei Anti-WEF-Demo in Bern. [Anarchistisch.ch | InfoAGB/Twitter]

Ein großer Black Block beteiligte sich am 20.01. in Washington D. C. an den Protesten gegen Trumps Amtseinführung. DisruptJ20 hatte mobilisiert. Crimethinc sorgte für Berichterstattung. Soli-Plakat in Bochum.

Mietersyndikat135.000 Leerstand, 35.000 Menschen ohne Wohnung, 20 Zwangsräumungen pro Tag: Als selbstorganisierte Gegenmaßnahme gegen diesen Wohnungsnotstand wurde auf Gran Canaria das erste MieterInnensyndikat seit den 1930ern gegründet. Gründungstreffen war in dem Wohnprojekt Esperanza. Die Anarchistische Föderation Gran Canaria (FAGC) ist auch mit an Bord. Details auf A Las Barricadas (spanisch, noch keine deutsche Übersetzung verfügbar).

In London besetzte die anarchistische Gruppe ANAL das leerstehendes Luxushaus Belgravia, um dort Obdachlose unterzubringen und sich gegen Faschismus zu organisieren. Es werden Lebensmittelspenden vorbeigebracht, damit alle was zu essen haben. [Guardian | Belgravia/Twitter]

Das Lower Class Magazine führte ein Interview mit einem Mitglied des Redaktionskollektivs eines libertären Zeitungsprojekts aus Griechenland, ΑΠΑΤΡΙΣ („Apatris“, übersetzt: vaterlandslos oder stateless). Alle zwei Monate werden über 18.000 Exemplare gedruckt und landesweit kostenlos verteilt.

Zum dritten Jahrestag wurde in Gamonal – ein Stadtteil von Burgos in Spanien – ein Programm veranstaltet, um an die Woche zu erinnern, als lokale Proteste gegen ein Bauprojekt ganz Spanien erfassten. Über diesen Gamonal-Effekt berichtete seinerzeit auch die Gaidao 41 (Mai 2014).

Pola Roupa, die Frau des Anarchisten Nikos Maziotis, auf die eine Million Euro Kopfgeld ausgesetzt war, wurde mit ihrem sechsjährigen Sohn in Griechenland festgenommen. Erst nach einem trockenen Hungerstreik der Eltern wurde das Kind aus seiner Isolation im Krankenhaus entlassen. In 6 Monaten soll entschieden werden, in wessen Obhut es letztendlich kommen wird. [Telepolis | Insurrection News]

Ein Gericht hat die beiden anarchistischen Puppenspieler aus Spanien endgültig von allen Anklagepunkten freigesprochen. Sie waren nach einem satirischen Marionettentheaterstück über Repression unter anderem der „Verherrlichung von Terrorismus“ und der „Aufstachelung zum Hass“ angeklagt worden und saßen einige Zeit in Untersuchungshaft. Ein Artikel bei Telepolis fasst den Stand vom Februar 2016 gut zusammen. Die Meldung des Freispruchs ist nur auf spanisch zu finden, beispielsweise auf Público.

Trotz Repression und Verurteilung des Redakteurs Hüseyin Civat zu einem Jahr und drei Monaten Haft, ist diesen Monat in der Türkei die Nummer 35 der anarchistischen Zeitung Meydan erschienen. In einer Mitteilung stellten sie klar, dass sie der Repression trotzen werden.

In der Türkei wurde der Anarchist und Journalist Anil Deveci festgenommen. Mittlerweile wurde er wieder freigelassen. [Insurrection News/Twitter | VAnarquia/Twitter]

Im besetzten und selbstverwalteten sozialen Zentrum EKO in Madrid wurde eine Anti-Konsum und Schenk-Veranstaltung durchgeführt. Nicht mehr benötigte Kinderspielsachen konnten abgegeben und von denen mitgenommen werden, die Freude daran haben. [Bodenfrost]

Die FAU geht auf ihrer Webseite ausführlich auf die lange und verworrene Entwicklung innerhalb der IAA ein, welche schließlich darin mündete, dass die FAU neben der CNT und USI aus der IAA ausgeschlossen wurden und nun an einer neuen grenzenüberwindenden Organisationsform arbeiten.

Jahrestage:

Am 5. Januar 1960 wurde Francesc „El Quico“ Sabaté Llopart, Anarchist und Widerstandskämpfer gegen den Franco-Faschismus, in Spanien ermordet. Sein abenteuerliches Leben für eine freie Gesellschaft auf Wikipedia. Dieses Jahr gab es eine Gedenkfeier mit Fackelmarsch. Ein Bild davon auf Twitter.

10. bis 12. Januar 1933: Ein lokaler anarchistischer Aufstand in Casas Viejas, eine kleine Ortschaft bei Cádiz, Spanien, wird von der II. spanischen Republik brutal niedergeschlagen. Erfolglos versuchte die Regierung, das Massaker zu vertuschen. Die Guardia Civil hatte eine Hütte angezündet, in der sich die Aufständischen zurückgezogen hatten und erschoss später wehrlose Gefangene. [Wikipedia]

15. Januar 1978: Nach einer Kundgebung der CNT wird ein Brandanschlag auf die Scala in Barcelona verübt. Vier Menschen sterben dabei. Staat und Medien versuchen die Urheberschaft der CNT in die Schuhe zu schieben, um diese zu kriminalisieren und die anarchistische Bewegung zu zerschlagen. Jahre später erwies sich, dass ein im Polizeidienst stehender Agent Provocateur hinter dem Anschlag steckte. [Anarchismus.at]

Advertisements

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: