Anarchistischer Monatsrückblick: März 2017

Rückblick auf den März 2017 aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Rückblick auf März 2017:

16998801_859757667497456_1246108070183429524_nTrotz Verbot ist in der Türkei die Nummer 37 der anarchistischen Zeitung Meydan erschienen. Geschrieben wurde die aktuelle Ausgabe von Frauen und über Frauen. [Freedom News | InsurrectNews (beide: englisch)]
Fotos davon, wie das anarcha-feministische Kollektiv Anarşist Kadınlar die Zeitungen verteilt: [Facebook]

Auf Gran Canaria wurde am Internationalen Frauentag das selbstverwaltete Frauenhaus El Nido in einem besetzten Gebäude ins Leben gerufen. Dort entscheiden die Bewohnerinnen, die vor Misshandlung und Gewalt geflohen sind, selbst über ihre Belange. Ein nicht-staatliche Zuflucht dieser Art war vielen Frauen schon länger ein Bedürfnis gewesen. Der 8. März erwies sich als angemessener Zeitpunkt zur Umsetzung. [FAGC/Twitter (1) | (2) (spanisch)]

Der anarchistische Infoladen in Wels (Österreich) ist dringend auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Ab Mai muss er dort raus, wo er bislang ist. Von seinem bisherigen Standort wurde er durch erhöhte Mieten und eine polizeiliche Überwachungskamera direkt neben dem Laden verdrängt.  [Infoladen Wels/Twitter]

Der Öko-Anarchist und militante Atomkraftgegner Marco Camenisch wurde nach über 25 Jahren vorzeitig aus dem Knast in der Schweiz entlassen. Ursprünglich sollte er erst 2018 wieder auf freien Fuß kommen. [Neue Zürcher Zeitung | Wikipedia | Actforfree.NoState (englisch)]

In Minsk, Belarus, demonstrierten einige AnarchistInnen gegen das menschenverachtende sogenannte „Anti-Sozialparasiten-Gesetz“. Dieses verpflichte dazu, mindestens 183 Tage im Jahr zu arbeiten. Bei Nichteinhaltung drohen Strafen durch den Staat für entgangene Steuereinnahmen. [InsurrectionNewsWorldwide (englisch)]
Hintergründe zu Gesetz und den Protesten dagegen: [Anarchist Black Cross Dresden]
Am 15. kam es in mehreren Städten in Belarus zu Demonstrationen gegen das Gesetz. Die anarchistischen Blocks spielten dabei jeweils eine große Rolle. Trotz des Widerstands konnte nicht verhindert werden, dass viele DemoteilnehmerInnen festgenommen wurden durch Cops in Uniform und in Zivilkleidung. [InsurrectionNewsWorldwide (1) | (2) (beide: englisch)]
Ein Interview mit einem Aktivisten über den Anhörungsmarathon nach den 52 Festnahmen: [ABCDD]
Mit Feuereifer antworteten einige zornige AnarchistInnen auf die staatliche Repression und bescherten dem Steuerministerium in Gomel, Belarus, heiße Grüße: [Insurrection News worldwide (englisch)]
Die anarchistische Gruppe in Dortmund machte eine Solidaritätsaktion für die von Repression betroffenen GenossInnen in Belarus. Video: [Vimeo] – Bericht: [Linksunten]
Updates zu den Protesten und der Repression von Anarchist Black Cross Dresden. Auch auf den Versuch der Unterwanderung  der Proteste durch NationalistInnen wird dabei eingegangen: [Linksunten]

Das anarcha-feministische soziale Zentrum La Revo in Sevilla wird bei [Vice (englisch)] vorgestellt. Das Gebäude ist seit letztem Jahr besetzt. Männer haben dort nur ausnahmsweise Zutritt während spezieller gemischtgeschlechtlicher Veranstaltungen.

Mit einer Banner-Aktion auf einer Brücke unterstützte eine Sektion der anarchosyndikalistischen CNT die streikenden Hafenarbeiter in Barcelona. Ein kurzes Video davon und Fotos: [RRYrevolución | PortuariosCNT]
Zu den Hintergründen dieses Arbeitskampfes: [JungleWorld]

Am Knast Aranjuez in Madrid gab es eine Solidaritätsdemo für Nahuel. Nahuel befindet sich seit 16 Monaten in Untersuchungshaft. Er war Mitglied des anarchistischen, antispeziesistischen und veganen Straight-Edge-Kollektivs Madrid SXE, das sich in Folge der massiven Repression auflöste. An der Kundgebung beteiligten sich unter anderem die anarcho-syndikalistischen Gewerkschaften CGT und Solidaridad Obrera und die Organisation Mütter gegen Repression. Der Protest wurde online begleitet durch den Hashtag #Nahuel16MesesSecuestrado, „Nahuel, seit 16 Monaten entführt.“ Hintergrundinfos zu dem Fall: [PlataformaNahuelLibertad | El País (englisch)]
Einige Tage später wurde Nahuel aus der Untersuchungshaft entlassen. Nach 488 Tagen Haft. Die Auflagen sind unter anderem, dass er seinen Pass abgeben muss und Spanien nicht verlassen darf. Er muss einen Wohnort und eine Telefonnummer angeben, unter der er jederzeit zu erreichen ist. Das Gericht ist über jeden Wohnortwechsel sofort zu benachrichtigen. Einmal die Woche muss er bei bei Gericht vorstellig werden. Der Gerichtsbeschluss: [Nahuel_libertad (spanisch)] Bericht: [Público (spanisch)]

Terra i Llibertat haben in Berga (Spanien) eine Gedenktafel für den katalanischen Anarchisten Ramon Vila „Caracremada“ eingeweiht und ein Büchlein namens „auf den Spuren des Guerrillas“ vorgestellt. [NacioDigital (katalanisch) | Ramon Vila Capdevila auf Wikipedia (englisch)]

In Hannover versuchten rund 50 Menschen eine Zwangsräumung aufzuhalten. Das Großaufgebot an Cops setzte die Räumung jedoch mit aller Gewalt durch. Der Mann, der an diesem Tag seinen 63. Geburtstag hatte, steht nun auf der Straße. Er war auf einen Mietbetrug hereingefallen. [Wohnraum_f_Alle | Hannoversche Allgemeine]

In einem Interview berichtet ein Anarchist, der als Freiwilliger bei YPG in Rojava war, um die soziale Revolution zu unterstützen und gegen den IS zu kämpfen, über seine Erfahrungen. [kurdishquestion (englisch)]

Bei [Wired (englisch)] gibt es ebenfalls einen Bericht über einen Anarchisten, Amir Taaki, der gegen den IS kämpfte.

Mónica Caballero und Francisco Solar wurden – nach über 3 Jahren in Knästen in Spanien – entlassen und nach Chile abgeschoben. [InsurrectionnewsWorldwide (englisch)]

Deutschlandfunk widmete dem Anarchisten Nestor Machno und seiner Partisanenarmee aus der Ukraine eine Sendung. [Deutschlandfunk]
Der Beitrag selbst kann angehört werden, indem man auf folgender Seite nach „Erinnert euch“ sucht: [Deutschlandradio]
Direktlink zu der Audiodatei: [DRadio]

Schnelle Solidarität: Nur knapp über eine Woche hat es gedauert, bis genug Spenden zusammen waren, damit Ruymán Rodríguez von der Anarchistischen Föderation Gran Canaria (FAGC) seine Gerichtskosten bezahlen kann. Alles was über die anvisierte Summe von 2700 Euro hinausgeht, wird dem MieterInnensyndikat von Gran Canaria zur Verfügung gestellt. [Linksunten]

„Greece’s anarchists are taking better care of refugees than the government“, titulierte die US-Ausgabe von [Vice (englisch)] und prangerte das Versagen der Regierung an. Der Artikel geht ausführlich auf die Lage von Geflüchteten ein, die aufgrund geschlossener Grenzen in Griechenland gestrandet sind. Und auf die Solidarität, die ihnen dort von von AnarchistInnen, Antiautoritären und Linken zuteil wird. Schnelle, praktische und unbürokratische Hilfe, anders als durch Regierung oder hierarchische Nichtregierungsorganisationen. Seien es kostenlose Sprachkurse, medizinische Versorgung oder Unterbringung in besetzten Gebäuden. Erwähnt wird auch „Bidoun Watan“ (without nation), eine anarchistische Zeitung auf arabischer Sprache.
Nur kurze Zeit nach Veröffentlichung dieses Artikels ließ die griechische SYRIZA-Regierung zwei Squats in Athen räumen. Das anarchistische soziale Zentrum Villa Zografou und Alkiviadou 9, wo zahlreiche Geflüchtete untergekommen waren. 7 AnarchistInnen und über 100 Geflüchtete wurden dabei vorübergehend festgenommen. Noch am selben Tag trugen weit über 1000 Menschen ihren Zorn über die Räumung auf die Straßen von Athen. Diese Demo wurde von Bullen mit Tränengas angegriffen. Einige der obdachlos gewordenen geflüchteten Familien konnten in dem City Plaza Squat unterkommen. [InsurrectionNewsWorldwide (englisch)| Linksunten | #SquatGr/Twitter (verschiedene Sprachen)| City Plaza Squat (englisch)]
Ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Vice-Artikel und den Räumungen ist reine Spekulation, wurde jedoch von einigen Kommentatoren und Aktivisten vermutet. Fest steht, dass funktionierende selbstverwaltete solidarische Strukturen dem Staat ein Dorn im Auge sind, weil sie dessen Überflüssigkeit sichtbar machen.
Weitere Berichte über die Räumungen: [Neues Deutschland | Telepolis | Vice (engl.) | Direkte Aktion]

In Portland, Oregon machten Anarchisten auf sich aufmerksam, indem sie Schlaglöcher in den Straßen flickten. Laut einem Statement der Gruppe Portland Anarchist Road Care auf Facebook waren sie es leid, dass immer nur das Destruktive am Anarchismus gesehen wird. Außerdem wollten sie auf diese praktische Weise eine Antwort geben auf die immer wiederkehrende Frage von Kritikern an Anarchisten: „Wer soll denn die Straßen richten, wenn es nicht der Staat tut?“ Die Antwort lautet natürlich eigenverantwortliches, selbstbestimmtes Handeln der betroffenen Gemeinschaft vor Ort. [Portland Mercury | It’s Going Down | KOIN News | Portland Anarchist Roadcare/Facebook (alle: englisch)]
Die örtlichen Behörden rümpfen selbstverständlich die Nase und raten davon ab, selber Hand anzulegen. [KATU (englisch)]
Einen deutschsprachigen Artikel gibt es mittlerweile bei [Vice].

Es wird derzeit ein Aufruf verbreitet zu dezentralen Aktionen in Solidarität mit den Gefährten, denen Bankenteignung vorgeworfen wird und gegen die seit Januar in Aachen ein Prozess läuft. [Contrainfo | Solidariteit (englisch)]

Das Anarchistische Radio Berlin präsentiert den libertären Podcast, ein Rückblick auf den Februar 2017. Die Themenauswahl ist wieder sehr vielseitig. Es geht u. a. um die anarchistische Hochschulgruppe in Dortmund, den räumungsbedrohten Kiezladen Friedel54, ein anarchistischen Radiosender aus Chile, der von Paramilitärs bedroht wird und den Polizeikongress in Berlin [ARadio].

Wenige Monat vor ihrem 100. Geburtstag ist Joaquina Dorado gestorben. Nuri, wie sie genannt wurde, trat 1936 der CNT bei und war ein Teil der sozialen Revolution in Spanien. Nach dem Sieg der Franquisten 1939 ging sie ins Exil und kämpfte weiterhin gegen den Faschismus. 1948 wurde sie gefangen genommen und gefoltert. Nach der Haftentlassung war sie weiterhin im Widerstand aktiv, gemeinsam mit Quico Sabaté. Schließlich musste sie nach Frankreich fliehen. Erst 2001 kehrte sie nach Barcelona zurück. Ihre anarchistischen Ideale bewahrte sie sich bis zum Schluss. Möge die Erde dir leicht sein, Genossin. [Directa (katalanisch)]

Solidarische Landwirtschaft: Das Lower Class Magazin stellt in dem 7. Beitrag der Serie „Anarchistische und libertäre Perspektiven auf Selbstorganisierung in Griechenland“ die anarchistische Kooperative „Becollective“ vor, die auf Kreta ihre Felder und Olivenhaine bestellt. „Aktuell sind wir eine Handvoll Leute in der Kooperative“, erzählt Xabala, einer von ihnen, „viele Genoss*innen helfen uns jedoch in der Erntezeit.“ 20 % des Gewinns aus dem Verkauf werden gespendet, an „‚Apatris‘, gefangene Genoss*innen und an Geflüchtete.“ [Lower Class Magazine]

Crimethinc hat eine ausführliche Einführung zu direkten Aktionen verfasst, die AktivistInnen nützlich sein könnte. [Crimethinc (englisch)]

Die Zapatistas kündigten an, dass sie mit dem Erlös von dem verkauften Kaffee aus Chiapas Migranten helfen werden, die von Trumps rassistischer Politik verfolgt werden. Es sollen sowohl Menschen unterstützt werden, die aus den USA nach Mexiko abgeschoben wurden, als auch Widerstandsgruppen auf der ganzen Welt, die sich für die Rechte von Migranten einsetzen. Das Projekt ist Teil der „Globalen Kampagne gegen die Mauern des Kapitalismus“, mit der weltweit für Solidarität gegen Festnahmen und Abschiebungen von Migranten mobilisiert wird. [TeleSurTV (englisch)]

Bis Anfang April läuft noch das Crowdfunding für Ajoblanco. Falls die angepeilten 30.000 € zusammen kommen, wird damit wieder eine gedruckte Version der anarchistischen Zeitschrift finanziert. Geplante Startauflage ist 50.000. Ajoblanco wurde bereits 1974 gegründet, im Untergrund im faschistischen Spanien. [Verkami | Ajoblanco (beide: spanisch)]

Submedia hat eine neue, monatliche Sendung namens Trouble, „an anarchist analysis of today’s movements“ und „Video and commentary from the front lines of movements“. Die erste Folge thematisierte den indigenen Widerstand gegen die Ölpipeline durch das Reservat Standing Rock. [Sub.Media/Trouble (englisch)]
Außerdem hat Submedia eine neue Website, beschrieben als „It’s like Netflix for anarchists“: [Sub.Media (englisch)]

Der internationale Solidaritätskonvoi ist in Exarchia (Athen) angekommen. Die 26 Kleintransporter transportierten Hilfsgüter, um Geflüchtete zu unterstützen. Gespendet, organisiert und durchgeführt wurde die Aktion von Kollektiven aus Frankreich, Belgien, Spanien und der Schweiz. Die Hilfsgüter werden zu selbstverwalteten Zentren in mehrere Städten in Griechenland gebracht. Ein Video der Ankunft: [Youtube] – Fotos: [Refugees_Gr/Twitter (1) | (2) | (3) | (4) ]

Historische Jahrestage:

1. März 1921: „Alle Macht den Sowjets – Keine Macht der Partei!“ war das Motto der Matrosen, die sich an diesem Tag in Kronstadt gegen die Diktatur der Bolschewiki erhoben. [RadicalPast | Wikipedia]
Der Aufstand der Matrosen gilt vielen als letztes antiautoritäres Aufflackern der russischen Revolution, bevor diese endgültig scheiterte. Jedoch gibt es auch zurückhaltendere Einschätzungen: [Anarchismus.at]

Am 1. März 1877 wurde Milly Witkop-Rocker geboren. Die jüdische Anarchafeministin, Anarchasyndikalistin und Autorin organisierte gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Rudolf Rocker den Aufbau der FAUD (Freie Arbeiter Union Deutschlands). Sie erkannte früh die doppelte Ausbeutung und Unterdrückung der Frauen durch Kapitalismus und Patriarchat. Ihre Anregung, dass Frauen aktiv für ihre Rechte eintreten sollten, setzte sie in die Tat um und organisierte gemeinsam mit anderen Frauen den Aufbau des Syndikalistischen Frauenbunds. Nach Machtergreifung der Nazis ging Milly Witkop ins Exil in die USA. [Wikipedia]

Am 2. März 1974 wurde der Anarchist Salvador Puig Antich vom spanischen Staat zu Tode gefoltert. Beeindruckt von den Ereignissen des Mai 1968 in Frankreich hatte er sich entschlossen, am Kampf gegen das faschistische Regime Francos teilzunehmen. Es gibt einen ausführlichen Text über sein Leben in der deutschsprachigen Wikipedia: [Wikipedia]

Am 7. März 1942 starb die schwarze Anarchistin und Feministin Lucy Parsons. Ihr Ehemann war einer der Haymarket-Märtyrer. Sie war eine Mitbegründerin der IWW. Von ihr stammt das Zitat „Lass dich nicht dahingehend täuschen, dass die Reichen dir erlauben werden, ihren Wohlstand wegzuwählen“. Nach ihrem Tod beschlagnahmte die Polizei ihre Bibliothek von mehr als 1500 Büchern und viele ihrer persönlichen Papiere, Reden, Manuskripte, so als fürchteten sie Lucy Parsons noch über das Grab hinaus. [Anarchismus.at | IWW]

Am 10. März 1923 wurde der Anarchist Salvador Seguí i Rubinat – bekannt als „El noi del sucre“ („Der Zuckerjunge“) – in Barcelona von Pistoleros erschossen, die für die Unternehmerverbände tätig waren. Bei diesem Attentat kam auch der Anarchosyndikalist Francisco Comes ums Leben. „El noi del sucre“ war Sekretär der katalanischen Regionalföderation der CNT und nahm 1919 während des Generalstreik der CNT, durch den erstmalig weltweit der 8-Stunden-Arbeitstag eingeführt wurde, eine herausragende Rolle ein. [Wikipedia]

Am 14. März 1978 wird der Anarchist Agustín Rueda Sierra in dem Knast in Carabanchel (Madrid) von den Bullen zu Tode geprügelt. Er hatte mit einigen Mitgefangenen versucht, einen Fluchttunnel zu graben. Als dieser bemerkt wurde, wurden Agustín und die 7 anderen Beteiligten befragt und gefoltert. Agustín starb an einem traumatischen Schock, herbeigeführt durch Schläge mit einem langen, festen Gegenstand. [Wikipedia (spanisch)]

17. März 2009: Der antikapitalistische Aktivist Enric Duran wird in Barcelona festgenommen. Zwei Monate später wird er auf Kaution freigelassen. 2013 verlässt er das Land und lebt seitdem im Untergrund. Er hatte 39 spanische Banken enteignet und die Beute – fast eine halbe Million Euro – alternativen Projekten zur Verfügung gestellt. Vorgestellt wird er auch in dem 2016 angelaufenen Dokumentarfilm „Projekt A“. [Wikipedia (engl.)]

Am 18. März 1871 wird die Pariser Kommune ausgerufen. Diese sozialistische Erhebung richtete sich „gegen eine allgemein verachtete und verabscheute Regierung und erklärte Paris für eine unabhängige, freie, sich selbst verwaltende Stadt“, schrieb Peter Kropotkin. Aktiv beteiligt an der Erhebung waren auch AnarchistInnen wie beispielsweise Michail Bakunin und Louise Michel. Zwei Monate später wurde die Kommune niedergeschlagen: bei den Kämpfen sowie den folgenden Massenexekutionen wurden 30.000 Menschen getötet. Zehntausende KommunardInnen wurden verhaftet und viele von ihnen in Strafkolonien verbannt. [Anarchismus.at]

Am 22. März 2007 starb Hans Schmitz. Er war Mitglied der FAUD, der Syndikalistisch-Anarchistischen Jugend (SAJD) und der Schwarzen Scharen. Nach der Selbstauflösung 1933 aller anarchosyndikalistischen Organisationen aufgrund der Machtergreifung der Nazis, leistete er weiterhin Widerstand. Es wurden antifaschistische Plakate geklebt und verfolgte Menschen über die Grenze gebracht. Hans wurde von der Gestapo festgenommen und für zwei Jahre in den Knast gesteckt. Danach wurde er gezwungen, der Wehrmacht beizutreten, wo er sich daran beteiligte, Kriegsgerät zu sabotieren. Nach dem Krieg war er Mitglied der Föderation freiheitlicher Sozialisten. In den 1990ern war er „quasi Mitglied der Düsseldorfer Ortsgruppe der FAU„. [FAU-Düsseldorf]

Am 25. März 1873 wird der Anarchist und Anarchosyndikalist Rudolf Rocker geboren. Seine „Prinzipienerklärung des Syndikalismus“ wurde als Statut der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD) verstanden. 1922 nahm er maßgeblich an der Gründung der anarchosyndikalistischen Internationalen Arbeiter-Assoziation (IAA) teil. Nach der Machtergreifung der Nazis ging er ins Exil in die USA. [Wikipedia]

27. März 1977: In San Sebastián de los Reyes, eine Vorstadt von Madrid, beteiligen sich Zehntausende an der ersten öffentlichen Versammlung der CNT nach beinahe 39 Jahren im Untergrund aufgrund Verbots und faschistischer Repression. „Anarquía y libertad“ riefen sie begeistert. Die Hymne der CNT, „A las barricadas“, wurde gesungen. Schwarze und schwarz-rote Fahnen wehten. Ein kurzer Dokumentarfilm von dem Ereignis: [Youtube]

Termine:

Vom 7. bis zum 9. April 2017 findet in Zagreb, Kroatien, die 11. anarchistische Balkan-Buchmesse statt. [Contrainfo]

Am 8. April gibt es einen Anarchistischen Wandertag in Wien auf die Sophienalpe. [Linksunten]

Vom 20. – 23. April 2017 findet in Wien ein Solidaritäts-Festival für die Gefangenenhilfsorganisation Anarchist Black Cross statt. [ABCFestVienna]

Vom 21. bis zum 23. April 2017 findet im Jugendkulturzentrum Forum in Mannheim die IV. Anarchistische Buchmesse statt. [Linksnet]

Am 6. bis 7. Mai 2017 findet in Bern eine Anarchistische Buchmesse statt. [Buechermesse]

18. Mai 2017, 19:30 Uhr – Dokumentarfilm „Projekt A“ in der Kinothek in Obertürkheim

Von 2. – 4. Juni 2017 wird es in Wien am Yppenplatz eine anarchistische Büchermesse geben. [ABuchmesse.noblogs]

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