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Neues Hausbesetzungsprojekt La Ilusión auf Gran Canaria

Auf Gran Canaria beschlossen 7 Familien, ihrer Obdachlosigkeit ein Ende zu bereiten: Ende Juli sozialisierten sie ein leerstehendes Gebäude mit 15 Wohnungen. Beraten und unterstützt wurden sie dabei vom Sindicato de Inquilin@s, dem MieterInnen-Syndikat von Gran Canaria. Mittlerweile haben sich 3 weitere Familien dem Wohnprojekt angeschlossen. Insgesamt leben dort jetzt 38 Menschen, 18 davon minderjährig.

Es sind Familien, die eine Zwangsräumung hinter sich haben, arbeitslose ArbeiterInnen, alleinstehende Mütter, Großmütter, die sich um ihre Enkel kümmern, junge Paare, die in Autos schliefen und schwangere Frauen, die für ihre künftigen Kinder kein Dach über dem Kopf hatten. Sie alle haben den Entschluss gefasst, für ihre Probleme gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die ihnen von Ämtern verwehrt werden.
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Anarchistischer Monatsrückblick: Juli 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Die zurückliegenden 4 Wochen

Rojava (Nord-Syrien): Der anarchistische Genosse Robert Grodt (Demhat Goldman) ist am 6. Juli bei der Befreiung von Raqqa ums Leben gekommen. „Er war dort, um anderen zu helfen, das war sein Leben lang seine Leidenschaft,“ sagte Elizabeth Clarke, eine Verwandte von ihm, auf Facebook. Der 28-Jährige hatte sich der kurdischen Miliz YPG angeschlossen, um gegen den Islamischen Staat (IS) und für die soziale Revolution zu kämpfen.


2011 war Demhat Goldman in New York als Demosanitäter bei der Occupy Wall Street-Bewegung aktiv gewesen. Dort lernte er auch seine spätere Partnerin Kaylee Dedrick kennen. Er leistete erste Hilfe bei ihr, als Polizisten sie mit Pfefferspray verletzten. Die beiden hatten eine gemeinsame Tochter. Der Legende nach das „erste Occupy-Baby“, gezeugt im Protestcamp im Zuccotti Park.
In einer Video-Botschaft legte Demhat Goldman seine Motive dar, warum er nach Rojava gegangen war: [Youtube]
Berichte über seinen Tod fanden sich auch in bürgerlichen Medien, auch wenn diese kein Wort über seine anarchistischen Überzeugungen verloren: [Washington Post | Guardian | New York Times (alle: englisch)].
Die näheren Umstände seines Todes werden auf der Seite von [YPG Rojava (englisch)] beschrieben.
Eine Mitteilung des anarchistischen Bataillons [IRPGF/Twitter].
In Chicago wurde ihm zu Ehren ein Transparent angebracht: [Daneyvilla/Twitter (englisch)].
Fotos vom Abschied von Demhat Goldman in Rojava: [Defense Units/Twitter | YPJ Press (beide: englisch)].

IRPGF, ein anarchistisches Bataillon in Rojava, verkündete die Gründung von einer Untergruppe namens The Queer Insurrection and Liberation Army (TQILA) [IRPGF/Twiter (englisch)]. IRPGF postete auch ein Bild, das in Raqqa entstanden sein soll. Das Bild wurde mittlerweile weit über 4000 mal geteilt [IRPGF/Twitter (englisch)]:

Presseberichte zu TQLA: [Newsweek | Independent (beide: englisch)].
Gegenüber der [taz] äußerte sich SDF-Sprecher Mustafa Bali dahingehend, dass diese Gruppe nicht als separate Kampfeinheit anzusehen sei. Sehr wohl gebe es eine LGBTI-Initiative in den Reihen der Anti-IS-Kämpfer der SDF.
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5 Jugendliche verurteilt wegen Protesten in Gamonal

Über drei Jahre ist es schon her, dass entschlossener und vielfältiger Widerstand ein Straßenbauprojekt in Gamonal verhinderte. Solidaritätsaktionen in ganz Spanien mit den Protesten in diesem Stadtteil in Burgos führten damals zu dem Gamonal-Effekt. Einen ausführlichen Bericht über die Woche des Zorns gibt es hier.

Zuletzt waren 12 Jugendliche vor Gericht. Ihnen wurde vorgeworfen, die Polizei angegriffen zu haben. Beweise gab es keine. Diese 12 waren einfach bei den willkürlichen Festnahmen in die Fänge der Cops geraten. 7 der Angeklagten wurden folgerichtig aus Mangel an Beweisen freigesprochen, berichtet Diario. Die übrigen 5 jedoch wurden zu Haftstrafen von je 6 Monaten verurteilt. Freigesprochen wurden alle 12 von der Anschuldigung der Störung der öffentlichen Ordnung und der Sachbeschädigung. Aufzeichnung belegten, dass die Lage zu dem Zeitpunkt der Festnahmen völlig ruhig war.

Für Freitag ist eine Solidaritätskundgebung für die Verurteilten angekündigt, ist auf Gamonal ni un paso atrás nachzulesen.

Anarchistischer Monatsrückblick: Mai 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Mai 2017:

Bayram wird im Knast in Aserbaidschan die dringend benötigte medizinische Versorgung verweigert. Sein Anwalt berichtet, wie schlecht es ihm geht. Bayram wurde zusammen mit Giyas zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, weil die beiden regierungs- kritische Graffiti an ein Denkmal gesprüht hatten. [Changenow.Blogsport]
Das Libertäre Bündnis Ludwigsburg (LB²) erinnerte mit einer Transparent-Aktion und einem Online-Text an die Festnahme vor einem Jahr [LBQuadrat].

In Stuttgart beteiligte sich nicht zuletzt aufgrund der perfekten Vorbereitung und Mobilisierung durch das Libertäre Bündnis Ludwigsburg ein großer anarchistischer Block an der alljährlichen revolutionären 1. Mai-Demo. Eine Vielzahl schwarzer und schwarz-roter Fahnen und anarchistischer Transparente (siehe Foto) prägte das Bild des Demozuges im hinteren Drittel.
Der sichtbare Anteil an AnarchistInnen, Libertären und Antiautoritären war deutlich höher als in den Jahren zuvor. Die Cops schafften es mit all ihren Schikanen nicht zu verhindern, dass die hunderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demo ihr Ziel erreichten, das soziale Zentrum Lilo Hermann im Stadtteil Heslach.
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Anarchistischer Monatsrückblick: März 2017

Rückblick auf den März 2017 aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Rückblick auf März 2017:

16998801_859757667497456_1246108070183429524_nTrotz Verbot ist in der Türkei die Nummer 37 der anarchistischen Zeitung Meydan erschienen. Geschrieben wurde die aktuelle Ausgabe von Frauen und über Frauen. [Freedom News | InsurrectNews (beide: englisch)]
Fotos davon, wie das anarcha-feministische Kollektiv Anarşist Kadınlar die Zeitungen verteilt: [Facebook]

Auf Gran Canaria wurde am Internationalen Frauentag das selbstverwaltete Frauenhaus El Nido in einem besetzten Gebäude ins Leben gerufen. Dort entscheiden die Bewohnerinnen, die vor Misshandlung und Gewalt geflohen sind, selbst über ihre Belange. Ein nicht-staatliche Zuflucht dieser Art war vielen Frauen schon länger ein Bedürfnis gewesen. Der 8. März erwies sich als angemessener Zeitpunkt zur Umsetzung. [FAGC/Twitter (1) | (2) (spanisch)]
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Solidarität mit Ruymán und Wege zum Anarchismus

Die FAGC (Federación Anarquista de Gran Canaria, Anarchistische Föderation von Gran Canaria) setzt seit einigen Jahren anarchistische Theorien wie direkte Aktion und gegenseitige Hilfe in die Tat um. So initiierten sie unter anderem das Wohnprojekt Esperanza. „Die größte Hausbesetzung derzeit in Spanien“, wie es spanische Medien beschrieben. Dort sind mittlerweile über 70 Familien untergekommen, die Opfer von Zwangsräumung oder häuslicher Gewalt wurden. Einige Wohnungen mussten instandgesetzt werden, da die vier Wohnblocks in Santa María de Guía eine Bauruine aus Zeiten der Immobilienblase sind. BewohnerInnen und FAGC legten dabei selber Hand an. Eine weitere Herausforderung war es, die Familien in den besetzten Häusern mit Strom zu versorgen. Auch dabei brachte sich die FAGC tatkräftig ein. Das Projekt Comunidad la Esperanza ist vollkommen selbstverwaltet. Die BewohnerInnen helfen sich gegenseitig in ihrem Alltag.

Die FAGC legte auch Gärten auf brachliegenden Flächen an, um eine Grundversorgung mit Lebensmitteln von armen Familien zu gewährleisten. Eine Wiederaufbereitungsanlage für Regenwasser wurde ausgetüftelt und gebaut. Die FAGC besetzte gemeinsam mit illegalisierten migrantischen Familien Gebäude – La Masía I und II – um ihnen eine Zuflucht zu erschaffen. Die FAGC steht an vorderster Linie, wenn es darum geht, Zwangsräumungen zu verhindern. Sie waren Anfang des Jahres an der Gründung eines MieterInnensyndikats beteiligt. Am internationalen Frauentag 2017 beteiligten sie sich daran, das selbstverwaltete Frauenhaus El Nido in einem besetzten Haus ins Leben zu rufen.

Als Reaktion auf diese lebendigen Beispiele von funktionierenden und effektiven anarchistischen Strukturen wird die FAGC mit massiver staatlicher Repression überzogen. Ruymán Rodríguez ist als Sprecher des Wohnprojekts Esperanza dabei aufgrund seiner Sichtbarkeit eine besondere Zielscheibe. So wurde er von der Guardia Civil verschleppt, zusammengeschlagen und anschließend von eben diesen Guardias Civiles wegen „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ angezeigt. Um die Gerichtskosten stemmen zu können, bittet die FAGC um Solidarität.

In einer Kette von Tweets mobilisiert eine Genossin der FAGC für Unterstützung für Ruymán. Außerdem erzählt nicht nur, wie sie ihn kennenlernte, sondern auch, wie sie zur Anarchistin wurde. Über die Praxis zur Theorie. Weil wir den Text lesenswert und die FAGC unterstützenswert finden, hier eine dt. Übersetzung der Tweets [in eckigen Klammern Erklärungen von uns]: Weiterlesen …

Anarchistischer Monatsrückblick: Januar 2017

Rückblick auf Januar 2017 aus anarchistischer Perspektive

c190_e6wqaeboz6Das Libertäre Bündnis Ludwigsburg verteilte in Ludwigsburg 10.000 Flyer gegen rechte Hetze. [Stuttgarter Zeitung | LBQuadrat]

Das Libertäre Zentrum in Bonn wurde von den Cops geräumt. Am selben Tag nahmen 150 Personen an einer Solidaritäts-Demo teil. [LIZBonn.Blogsport.de | General-Anzeiger-Bonn]

Prozessauftakt am 23. Januar in Aachen gegen zwei AnarchistInnen, denen vorgeworfen wird, eine Bank enteignet zu haben. In Madrid und in Barcelona gab es Soli-Demos. Auf einer Brücke in Iruña wurde ein Transparent aufgehängt, das die Freilassung der GenossInnen fordert.

50 Nazis versuchten erfolglos, ein Organisierungtreffen von AnarchistInnen an der Uni Dortmund zu stören. Aus Protest dagegen nahmen 60 Menschen an einer Anti-Nazi-Demo teil. [Linksunten | Anarchismus in Dortmund/Twitter]

Erfolgreiche Veranstaltung des anarchistischen Buch- und Kulturzentrums Black Pigeon in Dortmund trotz Nazikundgebung in der Nähe. [Linksunten]

Die Föderation deutschsprachiger AnarchistInnen (FdA) veröffentlichte die Nummer 73 der allmonatlichen Zeitung Gaidao. [Bestellung/kostenloser Download auf FdA-IFA]

Das Anarchistische Radio Berlin blickt in seinem neuen libertären Podcast auf den Dezember zurück. Innovativ wird der Bericht über eine Zwangsräumung, die die Anarchistische Föderation von Gran Canaria (FAGC) verhinderte, als Hörspiel inszeniert. Schwerpunktmäßig geht es um Bullen-Spitzel in der linken Szene.

Die Graswurzelrevolution 416 ist erschienen. In dieser Ausgabe ist u. a. ein Artikel über die anarchistischen Genossen Bayram und Giyas, die in Aserbaidschan wegen Graffiti zu 10 Jahren Knast verurteilt wurden.

300 bis 400 Menschen bei Anti-WEF-Demo in Bern. [Anarchistisch.ch | InfoAGB/Twitter]
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