Tag Archive | Anarchistische Föderation von Gran Canaria

Anarchistischer Monatsrückblick: April 2018

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Die vergangenen vier Wochen:

Das Anarchistische Radio Kassel ist jetzt auch als Podcast verfügbar. Themen: libertärer Ausblick, Antirepression, Paragraf 219a. [A-O-Ks]

Das Anarchistische Radio Berlin hat die neue Ausgabe von seinem libertären Podcast veröffentlicht. Ein ernster und satirischer Blick auf Ereignisse des letzten Monats aus libertärer Perspektive. Themen sind dieses Mal unter anderem Rojava, Die Kampagne „Ausbruch/Aufbruch“ der FdA, Widerstand gegen Gentrifizierung in Berlin, der Google-Campus in Kreuzberg und staatliche Folter gegen Aktivist*innen in Russland. Download und/oder online anhören: [ARadio]

In Dresden ist Ausgabe 4 der anarchistischen Zeitung Circle-A erschienen. Themen sind der 1. Mai, Folterungen russischer Anarchistinnen und Anarchisten, Tauschschränke, Hambacher Forst und Geschichte des Antifaschistische Aktion-Logos. Circle-A gibt es sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form. Download oder online lesen: [And not races]. Die Deadline für Texte für die nächste Ausgabe ist der 15. Juni.

Die FdA (Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen) hat die die April-Ausgabe ihrer monatlichen Zeitung veröffentlicht. Themen sind dieses Mal unter anderem: Eine Reisebericht über die anarchistische Bewegung in Kuba, der Dokumentarfilm Precaristas über den Kampf um Wohnraum auf Gran Canaria, den dort die Anarchistische Föderation und das MieterInnen-Syndikat führen, Buch-Rezensionen und der §219 StGB. Gaidao Nummer 88 bestellen, abonnieren oder online lesen: [FdA-IFA]
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Anarchistischer Monatsrückblick: April 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

April 2017:

Die FAU Dresden hat den libertären Frühling ausgerufen. Informationen und Termine der Veranstaltungen: [LFDD.Blogsport]

Anarchistische und anarchosyndikalistische Beteiligung gab es bei NOPE, eine Gegendemonstration zu PEGIDA in Dresden. Eine Fotostrecke der Demo: [News-Photo]. Bei dieser Veranstaltung distanzierte sich die FAU Dresden von der spontanen Demo eine Woche zuvor. Der Redebeitrag zum Nachlesen: [Dresden.FAU].

Das anarchistische Buch- und Kulturzentrum Black Pigeon in Dortmund feierte am 1. April mit einem großen bunten Programm sein einjähriges Bestehen. [BlackPigeon.Blogsport]
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Solidarität mit Ruymán und Wege zum Anarchismus

Die FAGC (Federación Anarquista de Gran Canaria, Anarchistische Föderation von Gran Canaria) setzt seit einigen Jahren anarchistische Theorien wie direkte Aktion und gegenseitige Hilfe in die Tat um. So initiierten sie unter anderem das Wohnprojekt Esperanza. „Die größte Hausbesetzung derzeit in Spanien“, wie es spanische Medien beschrieben. Dort sind mittlerweile über 70 Familien untergekommen, die Opfer von Zwangsräumung oder häuslicher Gewalt wurden. Einige Wohnungen mussten instandgesetzt werden, da die vier Wohnblocks in Santa María de Guía eine Bauruine aus Zeiten der Immobilienblase sind. BewohnerInnen und FAGC legten dabei selber Hand an. Eine weitere Herausforderung war es, die Familien in den besetzten Häusern mit Strom zu versorgen. Auch dabei brachte sich die FAGC tatkräftig ein. Das Projekt Comunidad la Esperanza ist vollkommen selbstverwaltet. Die BewohnerInnen helfen sich gegenseitig in ihrem Alltag.

Die FAGC legte auch Gärten auf brachliegenden Flächen an, um eine Grundversorgung mit Lebensmitteln von armen Familien zu gewährleisten. Eine Wiederaufbereitungsanlage für Regenwasser wurde ausgetüftelt und gebaut. Die FAGC besetzte gemeinsam mit illegalisierten migrantischen Familien Gebäude – La Masía I und II – um ihnen eine Zuflucht zu erschaffen. Die FAGC steht an vorderster Linie, wenn es darum geht, Zwangsräumungen zu verhindern. Sie waren Anfang des Jahres an der Gründung eines MieterInnensyndikats beteiligt. Am internationalen Frauentag 2017 beteiligten sie sich daran, das selbstverwaltete Frauenhaus El Nido in einem besetzten Haus ins Leben zu rufen.

Als Reaktion auf diese lebendigen Beispiele von funktionierenden und effektiven anarchistischen Strukturen wird die FAGC mit massiver staatlicher Repression überzogen. Ruymán Rodríguez ist als Sprecher des Wohnprojekts Esperanza dabei aufgrund seiner Sichtbarkeit eine besondere Zielscheibe. So wurde er von der Guardia Civil verschleppt, zusammengeschlagen und anschließend von eben diesen Guardias Civiles wegen „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ angezeigt. Um die Gerichtskosten stemmen zu können, bittet die FAGC um Solidarität.

In einer Kette von Tweets mobilisiert eine Genossin der FAGC für Unterstützung für Ruymán. Außerdem erzählt nicht nur, wie sie ihn kennenlernte, sondern auch, wie sie zur Anarchistin wurde. Über die Praxis zur Theorie. Weil wir den Text lesenswert und die FAGC unterstützenswert finden, hier eine dt. Übersetzung der Tweets [in eckigen Klammern Erklärungen von uns]: Weiterlesen …

Gran Canaria: Direkte Aktion gegen Zwangsräumung

Die Anarchistische Föderation Gran Canaria (FAGC) hat durch Mut, Einfallsreichtum und direkte Aktion erneut eine Zwangsräumung verhindert. Aufgrund der kurzen Vorlaufzeit – die räumungsbedrohte Familie hatte die FAGC nur einen Tag zuvor benachrichtigt – konnten lediglich 5 Menschen mobilisiert werden.

„Es sah nicht gut aus an diesem Morgen“, berichtet die FAGC. Die Zweifel nagten: „Wir sind wenige. Soll das die erste Zwangsräumung werden, die wir nicht aufhalten können?“ Um den zahlenmäßigen Nachteil auszugleichen, entschieden sie sich für die bewährte Taktik des Einigelns: Die wackere kleine Gruppe verschanzte sich in der Wohnung. Mit Brettern und Stützbalken an Fenstern und Türen verwandelten sie die Wohnung in eine uneinnehmbare Festung.

Auf Twitter veranschaulicht die FAGC das sehr bildlich: „Wir machten einen Bunker aus der Wohnung. Wir sahen aus wie ein Schiff aus dem 16. Jahrhundert. ‚Vernageln sie die Fenster, meine Damen‘, scherzten wir“.

„A las barricadas“ singend, warteten alle gemeinsam in der Wohnung darauf, dass die Übeltäter kämen. Als diese schließlich auftauchten, mühte sich der Schlüsseldienst 5 Stunden lang vergeblich ab, dem Gerichtsvollzieher Zutritt zu der Wohnung zu verschaffen. Der Anwalt der immobiliengesellschaft bot letztendlich Verhandlungen an. 6 Monate Miete, lautete das Angebot, unter der Bedingung, dass die Familie anchließend verschwindet. Der FAGC gefiel das Angebot nicht, aber die Familie, die ihre Miete nicht mehr hatte bezahlen können, willigte ein.

Um 14 Uhr, als sie sich vergewissert hatten, dass die Luft rein ist, zog sich die FAGC zurück. Durch die Garage, um sicher zu gehen. Festnahmen gab es an diesem Tag keine.

Quelle: Eine Tweet-Kette der FAGC

Las Masías: Hausbesetzung und Selbstverwaltung auf Gran Canaria

Die Anarchistische Föderation Gran Canaria (FAGC) hat in den vergangenen Wochen zwei leerstehende Häuser besetzt, um dort migrantische Familien unterzubringen, die aufgrund ihrer prekären Lage dringend auf Schutz angewiesen waren. Die beiden Gebäude wurden Las Masías I und II getauft.

Möglich war die Besetzung auch durch die finanzielle Unterstützung durch die CNT Sabadell und die PAH Sabadell geworden, mit denen sich die FAGC kürzlich zum Erfahrungsaustausch getroffen hatte (Bericht auf Bodenfrost). Von dem Geld wurden Materialien gekauft, dank derer die Familien über Licht und Wasser verfügen. Auf ihrem Blog erzählt die FAGC über den Ablauf der Besetzung:
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Fotos von der Demo gegen die Räumung von Esperanza

Dem selbstverwalteten und besetzten Wohnprojekt Esperanza auf Gran Canaria droht die Räumung. Der Bürgermeister von Guía hat den 77 Familien eine Frist gesetzt, binnen eines Monats die Wohnungen zu verlassen. Die 202 Bewohner von Esperanza – die Hälfte davon minderjährig – sind jedoch nicht bereit, aufzugeben und haben den Kampf für ihr Recht auf Wohnraum aufgenommen.

Im Rahmen der Solidaritäts- und Aktionswoche demonstrierten sie am Montag vor dem Sitz der kanarischen Regionalregierung in Las Palmas de Gran Canaria dagegen, dass sie auf die Straße geworfen werden:
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Solidarische Woche mit „La Esperanza“

Das selbstverwaltete Wohnprojekt La Esperanza auf Gran Canaria – die derzeit größte Hausbesetzung in ganz Spanien – ist akut räumungsbedroht. Dort leben rund 300 Menschen, die Hälfte davon minderjährig. Auf einer Pressekonferenz erklärte ihr Sprecher Ruymán Rodríguez, dass sie die Räumung auf keinen Fall hinnehmen werden, da sie sonst mangels alternativer Wohnmöglichkeiten auf der Straße sitzen würden.

Pressekonferenz La Esperanza

Pressekonferenz La Esperanza

Für die zweite Aprilwoche – der Zeitraum, in dem die Frist endet, um die Wohnungen „freiwillig“ zu verlassen – hat die Comunidad La Esperanza zu einer Aktions- und Solidaritätswoche aufgerufen. Auf der Internet-Seite der Anarchistischen Föderation Gran Canaria wurde das geplante Programm veröffentlicht:

Montag, 11. April: Dauerkundgebung auf der Plaza O’Shanahan in Las Palmas de Gran Canaria vor dem Sitz der kanarischen Regionalregierung, während der gesamten Öffnungszeit (9 Uhr bis 14 Uhr). Dabei wird gefordert, dass La Esperanza nicht geräumt wird und dass den Bewohnern würdige und erschwingliche Ausweichunterkünfte angeboten werden.

Mittwoch, 13. April: Die dutzenden Bewohner, die benachrichtigt wurden, werden ab 9 Uhr ihre Einsprüche gegen die Räumungsverfügung im Rathaus von Santa María de Guía aushändigen. Die Bewohner bitten alle ihre Unterstützer und alle Medien, sie bei dieser Demonstration der Stärke zu begleiten.

Donnerstag 14. April: Das Datum, an dem die von der Stadtverwaltung gesetzte Frist ausläuft, um die Wohnungen zu verlassen. Es wird eine Kundgebung in der Comunidad la Esperanza selbst geben und ein Gemeinschaftsfrühstück mit allen, die sie unterstützt haben.

Die Esperanza erklärt, dass sie den Kampf aufnimmt!

Cartel Semana Solidaria

Ein Text über Hintergründe der Besetzung und der drohenden Räumung: Link.
Die Presse-Konferenz: Link (spanisch).