Tag Archive | Berlin

Anarchistischer Monatsrückblick: Juli 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Die zurückliegenden 4 Wochen

Rojava (Nord-Syrien): Der anarchistische Genosse Robert Grodt (Demhat Goldman) ist am 6. Juli bei der Befreiung von Raqqa ums Leben gekommen. „Er war dort, um anderen zu helfen, das war sein Leben lang seine Leidenschaft,“ sagte Elizabeth Clarke, eine Verwandte von ihm, auf Facebook. Der 28-Jährige hatte sich der kurdischen Miliz YPG angeschlossen, um gegen den Islamischen Staat (IS) und für die soziale Revolution zu kämpfen.


2011 war Demhat Goldman in New York als Demosanitäter bei der Occupy Wall Street-Bewegung aktiv gewesen. Dort lernte er auch seine spätere Partnerin Kaylee Dedrick kennen. Er leistete erste Hilfe bei ihr, als Polizisten sie mit Pfefferspray verletzten. Die beiden hatten eine gemeinsame Tochter. Der Legende nach das „erste Occupy-Baby“, gezeugt im Protestcamp im Zuccotti Park.
In einer Video-Botschaft legte Demhat Goldman seine Motive dar, warum er nach Rojava gegangen war: [Youtube]
Berichte über seinen Tod fanden sich auch in bürgerlichen Medien, auch wenn diese kein Wort über seine anarchistischen Überzeugungen verloren: [Washington Post | Guardian | New York Times (alle: englisch)].
Die näheren Umstände seines Todes werden auf der Seite von [YPG Rojava (englisch)] beschrieben.
Eine Mitteilung des anarchistischen Bataillons [IRPGF/Twitter].
In Chicago wurde ihm zu Ehren ein Transparent angebracht: [Daneyvilla/Twitter (englisch)].
Fotos vom Abschied von Demhat Goldman in Rojava: [Defense Units/Twitter | YPJ Press (beide: englisch)].

IRPGF, ein anarchistisches Bataillon in Rojava, verkündete die Gründung von einer Untergruppe namens The Queer Insurrection and Liberation Army (TQILA) [IRPGF/Twiter (englisch)]. IRPGF postete auch ein Bild, das in Raqqa entstanden sein soll. Das Bild wurde mittlerweile weit über 4000 mal geteilt [IRPGF/Twitter (englisch)]:

Presseberichte zu TQLA: [Newsweek | Independent (beide: englisch)].
Gegenüber der [taz] äußerte sich SDF-Sprecher Mustafa Bali dahingehend, dass diese Gruppe nicht als separate Kampfeinheit anzusehen sei. Sehr wohl gebe es eine LGBTI-Initiative in den Reihen der Anti-IS-Kämpfer der SDF.
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Anarchistischer Monatsrückblick: Juni 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Die vergangenen vier Wochen

Mehrere hundert Berufsschülerinnen und -schüler versuchten in Nürnberg spontan, die Abschiebung eines Gefährten zu verhindern. Die Cops hatten den 20-Jährigen aus dem Unterricht gezerrt. Die Solidarität der Schülerinnen und Schüler wurde von den Bullen mit Pfefferspray, Knüppeln und Hunden beantwortet. [Neues-Deutschland] – [Graswurzelrevolution]
Für die von Repression Betroffenen wurde ein Spendenkonto eingerichtet: Rote Hilfe OG Nürnberg, GLS Bank, Kto.: 4007238359, BLZ: 43060967, IBAN: DE85430609674007238359, BIC: GENODEM1GLS [Nürnberg ist überall/Facebook].

In Karlsruhe stellten sich Tausende einem Nazi-Aufmarsch entgegen. Die Nazis hatten zu dem „Tag der deutschen Zukunft“ aufgerufen. Der Marsch der 250 – 300 Nazis wurde von einem Großaufgebot Uniformierter geschützt. Antifaschistische AktivistInnen hingegen wurden von den Cops angegriffen. Ein Live-Ticker mit zahlreichen Fotos: [Beobachter News]. Eine Reportage bei [Radio Dreyeckland].

Auf [Sub.Media (englisch)] gibt es ein Video über Projekte, die AnarchistInnen in Griechenland auf die Beine gestellt haben, um Geflüchtete zu unterstützen. So wurde auf der Insel Lesbos ein Hilfscamp errichtet, um dort ankommende Geflüchtete vor dem Ertrinken zu retten.

Einen Artikel über AnarchistInnen in Griechenland, die Gebäude besetzen, um selbstverwaltete Unterkünfte für Geflüchtete zu erschaffen, gibt es bei [The Canary (englisch)]. In diesen Squats sind tausende Geflüchtete untergekommen, die in Griechenland gestrandet sind nach dem Schließen der Balkan-Route. Gemeinsam mit AktivistInnen vor Ort organisieren sie ihren Alltag. Kostenlose Sprachkurse sind nur eine von vielen Möglichkeiten, die dort angeboten werden.
Erwähnt wird in dem Artikel auch das City Plaza, ein vormals leerstehendes Hotel in Athen. Bis zu 400 Geflüchtete leben dort. Das City Plaza ist eins von drei besetzten Gebäuden, die akut räumungsbedroht sind. Bei den beiden anderen handelt es sich um Papoutsadiko und Zoodouchou Pigis.
Bericht vom Dringlichkeits-Plenum des City Plaza, als die Meldung von der drohenden Räumung die Runde machte: [Medium (englisch)].
Ein mehrsprachiges Statement des City Plaza zum Räumungsbeschluss: [EnoughIsEnough14 (für deutsch ein Stückchen runterscrollen)].
Wie die anarchistischen Squats sich auf die drohende Räumung vorbereiten, steht bei [Freedom News (englisch)].
[Aljazeera (englisch)] berichtet über eine Demo in Athen gegen die drohende Räumung.
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#TinaBleibt – Zwangsräumung verhindert in Berlin

In Berlin-Wedding verhinderten heute rund 50 Aktivisten eine Zwangsräumung. Die Gerichtsvollzieherin in Begleitung eines Schlossers war völlig überrascht von der Sitz-Blockade der Unterstützer, die eine Räumung unmöglich machte. Die Polizei kam und schließlich einigte man sich auf einen Aufschub von zwei Wochen. Eine Video-Dokumentation von Left Vision Clips:


Links:

Zwangsräumung in Berlin/ Desahucio en Berlín

Eine 2:35-minütige Video-Dokumentation von LeftVisionClips über die Zwangsräumung, die heute in Berlin durchgeführt wurde:

Documental de 2:35 minutos sobre un desahucio llevado a cabo hoy en Berlín. El vídeo fue elaborado por LeftVisionClips.



Weitere Informationen/Fotos – Más informaciones/fotos:

Más artículos en castellano acerca de desahucios en Alemania:

  • Berlín (2013)
  • Colonia (2014)

    Kronstadt, Daisy Chain, Refpolk – The Future is still unwritten

    Eine sehr gelungene musikalische Kooperation von Künstlern aus Barcelona (Kronstadt), Thessaloniki (Daisy Chain) und Berlin (Refpolk). Das Lied hat Krise, Austerität, Zwangsräumungen und den Kampf für eine bessere Welt zum Thema. Gerappt wird in drei Sprachen (deutsch, spanisch, griechisch), lediglich die Zeile aus dem Refrain ist auf englisch.

    Damit so viele Menschen wie möglich den Text verstehen können, gibt es zuschaltbare Untertitel mit Übersetzungen (unten rechts).

    Ein kostenloser Download des Songs ist auch möglich.

    Weltweite Proteste der Jugend ohne Zukunft

    thump_2017339iata-copiaIn 33 Städten rund um den Erdball protestierte gestern die spanische juventud sin futuro (Jugend ohne Zukunft) gegen ihr Zwangs-Exil. Ihnen bleibe nur die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung im eigenen Land oder Auswandern. Die Veranstaltungen, sie sich über den ganzen Sonntag erstreckten, standen unter dem Motto „no nos vamos, nos echan“ (wir gehen nicht [freiwillig], sie jagen uns fort). Viele Demonstranten hatten Rollkoffer dabei, Sinnbild des unfreiwilligen Exils.

    Bei der Abschlusskundgebung in Madrid forderte ein Sprecher die Versammelten auf, sich auch an den Escraches zu beteiligen. Die Escraches sind eine neue Aktionsform in Spanien, mittels derer versucht wird, Druck auf die Regierung auszuüben, damit diese endlich ein Gesetz gegen Zwangsräumung verabschiedet (einen ausführlichen und lesenswerten Artikel zu diesem Thema gibt es bei Uhupardo).

    Foto von Laskem@Twitter

    Foto von Laskem@Twitter

    Die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien beträgt 57 %. Laut Público haben 85 % nur einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag. 400.000 junge Spanierinnen und Spanier haben bereits seit Beginn der Krise ihre Koffer gepackt, um im Ausland Arbeit zu suchen. Im Durchschnitt verlassen 1.500 Jugendliche pro Woche das Land.

    Die juventud sin futuro war im April 2011 entstanden, um auf die aussichtslose Lage der spanischen Jugend aufmerksam zu machen. Sie wurden zu einer der Keimzellen von 15M, der Bewegung 15. Mai, die mit ihren großen Zeltlagern nach dem Vorbild des Tahrir-Platzes vor zwei Jahren weltweit Aufsehen erregte.

    Im April 2011 demonstrierten die Jugend ohne Zukunft unter dem Motto „sin casa, sin curro, sin pensión, sin miedo“ (ohne eigenes Zuhause, ohne Job, ohne Unterstützung, ohne Angst), ein Motto, das nicht an Aktualität eingebüßt hat: In den vergangenen zwei Jahren hat sich für sie nichts zum Guten gewandelt und sie haben allen Grund, weiter zu mobilisieren und auf die Straße zu gehen.

    Fotos von gestern, aus aller Welt:
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    Otro desahucio en Berlín

    Foto de Telegehirn@twitpic

    Foto de Telegehirn@twitpic

    A pesar de la resistencia de aproximadamente 70 manifestantes, ayer tuvo lugar otro desahucio en Berlín. Unos 100 policías desalojaron la sentada frente al edificio, para dar paso a la alguacil y el cerrajero. La concentración había sido convocada por Zwangsräumung verhindern (Evitemos los Desahucios), una plataforma que lucha contra los desahucios en la capital alemana.

    Aquí tenéis un vídeo del desahucio. No viene subtitulado en español, aun así supongo que se entiende bastante bien la indignación y la rabia de los manifestantes al ver que la policía estaba dispuesta a imponer el desahucio a la fuerza:


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