Tag Archive | Esperanza

Die Kraft der gegenseitigen Hilfe

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie viel Kraft und positive Wirkung Solidarität und gegenseitige Hilfe entfalten können, wenn sie nicht nur Parolen sind, sondern in die Tat umgesetzt werden.

Die Comunidad la Esperanza ist Spaniens größtes selbstverwaltetes Hausbesetzungsprojekt. In vier Wohnblocks leben etwa 200 Menschen – die Hälfte davon Kinder und Jugendliche – die Zwangsräumung und andere prekäre Lebenssituationen hinter sich haben. Sie organisieren sich basisdemokratisch in Plena und Arbeitsgruppen. Der Alltag ist geprägt von gegenseitiger Hilfe. Ins Leben gerufen wurde dieses Wohnprojekt vor fast 5 Jahren von der Anarchistischen Föderation Gran Canaria (Federación Anarquista de Gran Canaria, FAGC).

Am 22. März 2018 wurde der Esperanza durch den Stromanbieter Unelco (Endesa Canarias) der Strom abgestellt. Die 70 Familien, die dort leben, waren dadurch nicht nur ohne Strom, sondern auch ohne Wasser, da das Wasser mit einer Pumpe in die Häuser befördert wird. Außerdem fürchteten die Bewohnerinnen und Bewohner der Esperanza, dass der abgestellte Strom das Vorzeichen für eine bevorstehende Räumung sein könnte. RTVC berichtete darüber.

Als erste Protest-Reaktion blockierten sie die Straße vor dem Wohnprojekt in Santa María de Guía (Gran Canaria) und machten lauthals und topfschlagend auf die Untragbarkeit ihrer Situation aufmerksam. Die Anarchistische Föderation twitterte ein Foto und postete ein Video davon. A3 brachte ebenfalls einen Bericht.


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Anarchistischer Monatsrückblick: März 2018

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Für Haukur. Für Anna. Für alle, die eine neue Welt in ihren Herzen tragen und versuchten und versuchen, diese umzusetzen.

Die vergangenen vier Wochen:

In Berlin demonstrierten tausende gegen den Angriffskrieg der türkischen Armee gegen Afrin (Rojava). Die FAU (Freie Arbeiter*innen Union) Berlin unterstützte den Aufruf zu der Demo. Genossinnen und Genossen der FdA (Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen) nahmen an der Demo teil. Die FAU Dresden twitterte einige Fotos von der Demo. [FAU Berlin | FdA-IFA | FAU Dresden | PM Cheung/Flickr]

Die FdA (Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen) hat die die März-Ausgabe ihrer monatlichen Zeitung veröffentlicht. Themen sind dieses Mal unter anderem der Naziterror gegen Wohnprojekte in Griechenland, anarchistische Pädagogik, die argentinische Mapuche-Solidaritätsbewegung, Jineoloji und der feministische Generalstreik. Gaidao Nummer 87 bestellen, abonnieren oder online lesen: [FdA-IFA]

Die erste Ausgabe des anarchistischen Magazins Die Lifestyleanarchist*in ist erschienen. Es handelt sich dabei um ein anarchistisches Magazin für den Raum München. Download/online lesen: [Lifestyleanarchistin].

Das Anarchistische Radio Berlin hat seinen neuen libertären Podcast veröffentlicht. Dieser ernste und satirische Blick auf Ereignisse des letzten Monats aus libertärer Perspektive bietet dieses Mal aktuelle Infos zu der Repression nach G20 und zu Cerro libertad, ein besetzter Olivenhain in Spanien. Download und/oder anhören: [ARadio]

Erstmals gibt es das Anarchistische Radio Kassel auch als Podcast. Die Sendung vom 10. März 2018 kann angehört oder heruntergeladen werden auf der Seite von A & O Kassel (Anarchistische Aktion und Organisierung): [A-O-Ks]
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Neues Hausbesetzungsprojekt La Ilusión auf Gran Canaria

Auf Gran Canaria beschlossen 7 Familien, ihrer Obdachlosigkeit ein Ende zu bereiten: Ende Juli sozialisierten sie ein leerstehendes Gebäude mit 15 Wohnungen. Beraten und unterstützt wurden sie dabei vom Sindicato de Inquilin@s, dem MieterInnen-Syndikat von Gran Canaria. Mittlerweile haben sich 3 weitere Familien dem Wohnprojekt angeschlossen. Insgesamt leben dort jetzt 38 Menschen, 18 davon minderjährig.

Es sind Familien, die eine Zwangsräumung hinter sich haben, arbeitslose ArbeiterInnen, alleinstehende Mütter, Großmütter, die sich um ihre Enkel kümmern, junge Paare, die in Autos schliefen und schwangere Frauen, die für ihre künftigen Kinder kein Dach über dem Kopf hatten. Sie alle haben den Entschluss gefasst, für ihre Probleme gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die ihnen von Ämtern verwehrt werden.
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Solidarität mit Ruymán und Wege zum Anarchismus

Die FAGC (Federación Anarquista de Gran Canaria, Anarchistische Föderation von Gran Canaria) setzt seit einigen Jahren anarchistische Theorien wie direkte Aktion und gegenseitige Hilfe in die Tat um. So initiierten sie unter anderem das Wohnprojekt Esperanza. „Die größte Hausbesetzung derzeit in Spanien“, wie es spanische Medien beschrieben. Dort sind mittlerweile über 70 Familien untergekommen, die Opfer von Zwangsräumung oder häuslicher Gewalt wurden. Einige Wohnungen mussten instandgesetzt werden, da die vier Wohnblocks in Santa María de Guía eine Bauruine aus Zeiten der Immobilienblase sind. BewohnerInnen und FAGC legten dabei selber Hand an. Eine weitere Herausforderung war es, die Familien in den besetzten Häusern mit Strom zu versorgen. Auch dabei brachte sich die FAGC tatkräftig ein. Das Projekt Comunidad la Esperanza ist vollkommen selbstverwaltet. Die BewohnerInnen helfen sich gegenseitig in ihrem Alltag.

Die FAGC legte auch Gärten auf brachliegenden Flächen an, um eine Grundversorgung mit Lebensmitteln von armen Familien zu gewährleisten. Eine Wiederaufbereitungsanlage für Regenwasser wurde ausgetüftelt und gebaut. Die FAGC besetzte gemeinsam mit illegalisierten migrantischen Familien Gebäude – La Masía I und II – um ihnen eine Zuflucht zu erschaffen. Die FAGC steht an vorderster Linie, wenn es darum geht, Zwangsräumungen zu verhindern. Sie waren Anfang des Jahres an der Gründung eines MieterInnensyndikats beteiligt. Am internationalen Frauentag 2017 beteiligten sie sich daran, das selbstverwaltete Frauenhaus El Nido in einem besetzten Haus ins Leben zu rufen.

Als Reaktion auf diese lebendigen Beispiele von funktionierenden und effektiven anarchistischen Strukturen wird die FAGC mit massiver staatlicher Repression überzogen. Ruymán Rodríguez ist als Sprecher des Wohnprojekts Esperanza dabei aufgrund seiner Sichtbarkeit eine besondere Zielscheibe. So wurde er von der Guardia Civil verschleppt, zusammengeschlagen und anschließend von eben diesen Guardias Civiles wegen „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ angezeigt. Um die Gerichtskosten stemmen zu können, bittet die FAGC um Solidarität.

In einer Kette von Tweets mobilisiert eine Genossin der FAGC für Unterstützung für Ruymán. Außerdem erzählt nicht nur, wie sie ihn kennenlernte, sondern auch, wie sie zur Anarchistin wurde. Über die Praxis zur Theorie. Weil wir den Text lesenswert und die FAGC unterstützenswert finden, hier eine dt. Übersetzung der Tweets [in eckigen Klammern Erklärungen von uns]: Weiterlesen …

Fotos von der Demo gegen die Räumung von Esperanza

Dem selbstverwalteten und besetzten Wohnprojekt Esperanza auf Gran Canaria droht die Räumung. Der Bürgermeister von Guía hat den 77 Familien eine Frist gesetzt, binnen eines Monats die Wohnungen zu verlassen. Die 202 Bewohner von Esperanza – die Hälfte davon minderjährig – sind jedoch nicht bereit, aufzugeben und haben den Kampf für ihr Recht auf Wohnraum aufgenommen.

Im Rahmen der Solidaritäts- und Aktionswoche demonstrierten sie am Montag vor dem Sitz der kanarischen Regionalregierung in Las Palmas de Gran Canaria dagegen, dass sie auf die Straße geworfen werden:
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