Tag Archive | FAGC

Anarchistischer Monatsrückblick: Mai 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Mai 2017:

Bayram wird im Knast in Aserbaidschan die dringend benötigte medizinische Versorgung verweigert. Sein Anwalt berichtet, wie schlecht es ihm geht. Bayram wurde zusammen mit Giyas zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, weil die beiden regierungs- kritische Graffiti an ein Denkmal gesprüht hatten. [Changenow.Blogsport]
Das Libertäre Bündnis Ludwigsburg (LB²) erinnerte mit einer Transparent-Aktion und einem Online-Text an die Festnahme vor einem Jahr [LBQuadrat].

In Stuttgart beteiligte sich nicht zuletzt aufgrund der perfekten Vorbereitung und Mobilisierung durch das Libertäre Bündnis Ludwigsburg ein großer anarchistischer Block an der alljährlichen revolutionären 1. Mai-Demo. Eine Vielzahl schwarzer und schwarz-roter Fahnen und anarchistischer Transparente (siehe Foto) prägte das Bild des Demozuges im hinteren Drittel.
Der sichtbare Anteil an AnarchistInnen, Libertären und Antiautoritären war deutlich höher als in den Jahren zuvor. Die Cops schafften es mit all ihren Schikanen nicht zu verhindern, dass die hunderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demo ihr Ziel erreichten, das soziale Zentrum Lilo Hermann im Stadtteil Heslach.
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Anarchistischer Monatsrückblick: April 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

April 2017:

Die FAU Dresden hat den libertären Frühling ausgerufen. Informationen und Termine der Veranstaltungen: [LFDD.Blogsport]

Anarchistische und anarchosyndikalistische Beteiligung gab es bei NOPE, eine Gegendemonstration zu PEGIDA in Dresden. Eine Fotostrecke der Demo: [News-Photo]. Bei dieser Veranstaltung distanzierte sich die FAU Dresden von der spontanen Demo eine Woche zuvor. Der Redebeitrag zum Nachlesen: [Dresden.FAU].

Das anarchistische Buch- und Kulturzentrum Black Pigeon in Dortmund feierte am 1. April mit einem großen bunten Programm sein einjähriges Bestehen. [BlackPigeon.Blogsport]
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Anarchistischer Monatsrückblick: März 2017

Rückblick auf den März 2017 aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Rückblick auf März 2017:

16998801_859757667497456_1246108070183429524_nTrotz Verbot ist in der Türkei die Nummer 37 der anarchistischen Zeitung Meydan erschienen. Geschrieben wurde die aktuelle Ausgabe von Frauen und über Frauen. [Freedom News | InsurrectNews (beide: englisch)]
Fotos davon, wie das anarcha-feministische Kollektiv Anarşist Kadınlar die Zeitungen verteilt: [Facebook]

Auf Gran Canaria wurde am Internationalen Frauentag das selbstverwaltete Frauenhaus El Nido in einem besetzten Gebäude ins Leben gerufen. Dort entscheiden die Bewohnerinnen, die vor Misshandlung und Gewalt geflohen sind, selbst über ihre Belange. Ein nicht-staatliche Zuflucht dieser Art war vielen Frauen schon länger ein Bedürfnis gewesen. Der 8. März erwies sich als angemessener Zeitpunkt zur Umsetzung. [FAGC/Twitter (1) | (2) (spanisch)]
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Solidarität mit Ruymán und Wege zum Anarchismus

Die FAGC (Federación Anarquista de Gran Canaria, Anarchistische Föderation von Gran Canaria) setzt seit einigen Jahren anarchistische Theorien wie direkte Aktion und gegenseitige Hilfe in die Tat um. So initiierten sie unter anderem das Wohnprojekt Esperanza. „Die größte Hausbesetzung derzeit in Spanien“, wie es spanische Medien beschrieben. Dort sind mittlerweile über 70 Familien untergekommen, die Opfer von Zwangsräumung oder häuslicher Gewalt wurden. Einige Wohnungen mussten instandgesetzt werden, da die vier Wohnblocks in Santa María de Guía eine Bauruine aus Zeiten der Immobilienblase sind. BewohnerInnen und FAGC legten dabei selber Hand an. Eine weitere Herausforderung war es, die Familien in den besetzten Häusern mit Strom zu versorgen. Auch dabei brachte sich die FAGC tatkräftig ein. Das Projekt Comunidad la Esperanza ist vollkommen selbstverwaltet. Die BewohnerInnen helfen sich gegenseitig in ihrem Alltag.

Die FAGC legte auch Gärten auf brachliegenden Flächen an, um eine Grundversorgung mit Lebensmitteln von armen Familien zu gewährleisten. Eine Wiederaufbereitungsanlage für Regenwasser wurde ausgetüftelt und gebaut. Die FAGC besetzte gemeinsam mit illegalisierten migrantischen Familien Gebäude – La Masía I und II – um ihnen eine Zuflucht zu erschaffen. Die FAGC steht an vorderster Linie, wenn es darum geht, Zwangsräumungen zu verhindern. Sie waren Anfang des Jahres an der Gründung eines MieterInnensyndikats beteiligt. Am internationalen Frauentag 2017 beteiligten sie sich daran, das selbstverwaltete Frauenhaus El Nido in einem besetzten Haus ins Leben zu rufen.

Als Reaktion auf diese lebendigen Beispiele von funktionierenden und effektiven anarchistischen Strukturen wird die FAGC mit massiver staatlicher Repression überzogen. Ruymán Rodríguez ist als Sprecher des Wohnprojekts Esperanza dabei aufgrund seiner Sichtbarkeit eine besondere Zielscheibe. So wurde er von der Guardia Civil verschleppt, zusammengeschlagen und anschließend von eben diesen Guardias Civiles wegen „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ angezeigt. Um die Gerichtskosten stemmen zu können, bittet die FAGC um Solidarität.

In einer Kette von Tweets mobilisiert eine Genossin der FAGC für Unterstützung für Ruymán. Außerdem erzählt nicht nur, wie sie ihn kennenlernte, sondern auch, wie sie zur Anarchistin wurde. Über die Praxis zur Theorie. Weil wir den Text lesenswert und die FAGC unterstützenswert finden, hier eine dt. Übersetzung der Tweets [in eckigen Klammern Erklärungen von uns]: Weiterlesen…

Anarchistischer Monatsrückblick: Januar 2017

Rückblick auf Januar 2017 aus anarchistischer Perspektive

c190_e6wqaeboz6Das Libertäre Bündnis Ludwigsburg verteilte in Ludwigsburg 10.000 Flyer gegen rechte Hetze. [Stuttgarter Zeitung | LBQuadrat]

Das Libertäre Zentrum in Bonn wurde von den Cops geräumt. Am selben Tag nahmen 150 Personen an einer Solidaritäts-Demo teil. [LIZBonn.Blogsport.de | General-Anzeiger-Bonn]

Prozessauftakt am 23. Januar in Aachen gegen zwei AnarchistInnen, denen vorgeworfen wird, eine Bank enteignet zu haben. In Madrid und in Barcelona gab es Soli-Demos. Auf einer Brücke in Iruña wurde ein Transparent aufgehängt, das die Freilassung der GenossInnen fordert.

50 Nazis versuchten erfolglos, ein Organisierungtreffen von AnarchistInnen an der Uni Dortmund zu stören. Aus Protest dagegen nahmen 60 Menschen an einer Anti-Nazi-Demo teil. [Linksunten | Anarchismus in Dortmund/Twitter]

Erfolgreiche Veranstaltung des anarchistischen Buch- und Kulturzentrums Black Pigeon in Dortmund trotz Nazikundgebung in der Nähe. [Linksunten]

Die Föderation deutschsprachiger AnarchistInnen (FdA) veröffentlichte die Nummer 73 der allmonatlichen Zeitung Gaidao. [Bestellung/kostenloser Download auf FdA-IFA]

Das Anarchistische Radio Berlin blickt in seinem neuen libertären Podcast auf den Dezember zurück. Innovativ wird der Bericht über eine Zwangsräumung, die die Anarchistische Föderation von Gran Canaria (FAGC) verhinderte, als Hörspiel inszeniert. Schwerpunktmäßig geht es um Bullen-Spitzel in der linken Szene.

Die Graswurzelrevolution 416 ist erschienen. In dieser Ausgabe ist u. a. ein Artikel über die anarchistischen Genossen Bayram und Giyas, die in Aserbaidschan wegen Graffiti zu 10 Jahren Knast verurteilt wurden.

300 bis 400 Menschen bei Anti-WEF-Demo in Bern. [Anarchistisch.ch | InfoAGB/Twitter]
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Gran Canaria: Direkte Aktion gegen Zwangsräumung

Die Anarchistische Föderation Gran Canaria (FAGC) hat durch Mut, Einfallsreichtum und direkte Aktion erneut eine Zwangsräumung verhindert. Aufgrund der kurzen Vorlaufzeit – die räumungsbedrohte Familie hatte die FAGC nur einen Tag zuvor benachrichtigt – konnten lediglich 5 Menschen mobilisiert werden.

„Es sah nicht gut aus an diesem Morgen“, berichtet die FAGC. Die Zweifel nagten: „Wir sind wenige. Soll das die erste Zwangsräumung werden, die wir nicht aufhalten können?“ Um den zahlenmäßigen Nachteil auszugleichen, entschieden sie sich für die bewährte Taktik des Einigelns: Die wackere kleine Gruppe verschanzte sich in der Wohnung. Mit Brettern und Stützbalken an Fenstern und Türen verwandelten sie die Wohnung in eine uneinnehmbare Festung.

Auf Twitter veranschaulicht die FAGC das sehr bildlich: „Wir machten einen Bunker aus der Wohnung. Wir sahen aus wie ein Schiff aus dem 16. Jahrhundert. ‚Vernageln sie die Fenster, meine Damen‘, scherzten wir“.

„A las barricadas“ singend, warteten alle gemeinsam in der Wohnung darauf, dass die Übeltäter kämen. Als diese schließlich auftauchten, mühte sich der Schlüsseldienst 5 Stunden lang vergeblich ab, dem Gerichtsvollzieher Zutritt zu der Wohnung zu verschaffen. Der Anwalt der immobiliengesellschaft bot letztendlich Verhandlungen an. 6 Monate Miete, lautete das Angebot, unter der Bedingung, dass die Familie anchließend verschwindet. Der FAGC gefiel das Angebot nicht, aber die Familie, die ihre Miete nicht mehr hatte bezahlen können, willigte ein.

Um 14 Uhr, als sie sich vergewissert hatten, dass die Luft rein ist, zog sich die FAGC zurück. Durch die Garage, um sicher zu gehen. Festnahmen gab es an diesem Tag keine.

Quelle: Eine Tweet-Kette der FAGC

Anarchistischer Monatsrückblick: November 2016

Guten Morgen, liebe libertäre Leser*innen

Ein Rückblick auf anarchistische Ereignisse diesen Monat aus aller Welt: Selbstverwaltete Projekte und Angriffe auf eben diese, Kämpfe um Recht auf Selbstbestimmung, Solidaritätsaktionen aller Art, Informationsveranstaltungen zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft, Jahrestage , usw.

Remember, remember the x of November.

Saludos

Die Anarchistische Föderation Gran Canaria hat zwei leerstehende Gebäude besetzt, um 9 migrantischen Familien eine Zuflucht und Schutz vor Abschiebung zu bieten. Eines der Gebäude wurde leider von den Cops geräumt, aber es sind keine bedrohten Menschen in die Fänge der Abschiebebehörden geraten . Die Geräumten kamen in dem verbleibenden Gebäude La Masía II unter. Linksunten (auf dt.)

Der anarchistische Buchladen La Plume Noir in Lyon wurde von Faschisten attackiert. Die Angreifer riefen dabei unter anderem Parolen wie „Frankreich den Franzosen“ und „Tod den Juden“, berichtet CGA Lyon auf englisch: Anarkismo (englisch)

In Barakaldo im Baskenland haben sich etwa 30 Delegierte von anarchosyndikalistischen Organisationen aus 10 Ländern getroffen, um eine Neugründung der Internationalen ArbeiterInnen Assoziation (IAA) zu besprechen. Das Treffen fand in den Räumlichkeiten der CNT statt. Einige Fotos: Barakaldo digital (Text auf spanisch)

Vor dem Konsulat von Aserbaidschan in Stuttgart beteiligte sich über ein Dutzend Menschen an einer Solidaritätskundgebung für zwei Genossen. Giyas und Bayram drohen rund 10 Jahre Knast wegen einiger Graffiti. Die Repressionsorgane haben den beiden Heroin untergejubelt, um eine hohe Strafe verhängen zu können. Ein Bericht von LB², die die Kundgebung organisiert haben: LBQuadrat

Das Anarchistische Kollektiv Köln stellte im Rahmen eines Workshops unterschiedliche Strömungen des Anarchismus vor. Ein Video davon: YouTube

#NoDAPL: Im Athener Stadtteil Exarchia wurde ein Transparent aufgehängt, aus Solidarität mit indigenen Wasserschützern, die derzeit in Nord-Dakota Widerstand leisten gegen den Bau einer Ölpipeline und dabei brutale Staatsgewalt erleiden. Contrainfo

Diese Woche wurde aufgrund weiterer Rodungen im Hambacher Forst ein Alarm ausgelöst. Die Cops rückten an, um Widerstand gegen die Baumfällungen zu unterbinden. Dabei wurden einige Barrikaden beseitigt und ein Tripod zerstört. Hambacher Forst

In Berlin-Kreuzberg haben etwa 100 Aktivistinnen und Aktivisten mit einer Blockade eine Zwangsräumung verhindert. Dem Mieter war der Eigentümerwechsel der Wohnung nicht mitgeteilt worden, so dass er die Miete versehentlich weiterhin auf das alte Konto überwies. Der neue Eigentümer legte eine Räumungsklage ein. Zwei Berichte dazu: Berliner Zeitung und Neues Deutschland

Am 10.11.1887 starb der Anarchist Louis Lingg unter ungeklärten Umständen in einer Zelle in Chicago. Er war nach dem Haymarket Riot verhaftet worden. Der 1. Mai erinnert bis heute an den damaligem Kampf um den 8-Stunden-Tag. Das Leben von Louis Lingg: Anarchismus
Seine Rede vor Gericht: Anarchismus

In Madrid nahmen über 500 Menschen bei strömendem Regen an einer Solidaritätsdemo für Nahuel teil. Nahuel war Mitglied des veganen Straight Edge Kollektivs SxE Madrid, wurde vor einem Jahr festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
Ein Foto von der Demo: Solidaridad Obrera/Twitter
Die Hintergründe der Festnahme und die Haftbedingungen: Plataforma Nahuel libertad (auf dt.)

In Dortmund gab es eine anarchistische Kiezdemo. An mehreren Punkten entlang der Route wurden konkrete Vorschläge hinterlassen, was sich dort in einer befreiten Gesellschaft befinden könnte. Beim Job-Center wurde ein Schild hinterlassen „Hier könnte ein soziales Zentrum sein“, bei Kaufland „Hier könnte ein Umsonstladen sein“. Demobericht: Linksunten
„Hier könnte ein soziales Zentrum sein“: Ruhr Anarchie/Twitter
„Hier könnte ein Umsonstladen sein“: Ruhr Anarchie/Twitter

Prozessbeginn in Aachen gegen eine Anarchistin, die eine Bank enteignet haben soll. Bei Linksunten stehen auch die weiteren Prozesstermine: Linksunten

Im November erschien der monatliche Podcast vom Anarchistischen Radio Berlin. Eine Stunde Musik, Neuigkeiten, Hintergründe und Interviews. Diesen Monat gab es unter anderem ein Gespräch mit dem emanzipatorischen Wohnprojekt Villa Galgenberg und deren Umsonstladen in Nürtingen. A Radio