Tag Archive | FAI

Anarchistischer Monatsrückblick: Mai 2018

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

1. Mai

In Albuquerque (USA) konnten sich Kinder an Piñata-Puppen austoben, deren Uniformen mit „police“ und „ICE“ (Abschiebebehörde in den USA) beschriftet waren. Weitere Fotos davon: [KDenRocker (1) | (2) | (3) | (4) | (5) (alle: englisch)]

Video von einer gigantischen anarchistischen und anarchosyndikalistischen Demo in Bandung in Indonesien: [anarkonesia (englisch)]. Bericht über May Day in Indonesien: [It’s Going Down (englisch)]

Über 300 Menschen fanden sich dieses Jahr zum anarchistischen 1. Mai in Dortmund ein. Kämpferisch zogen sie vom Sonnenplatz bis vor das anarchistische Zentrum Black Pigeon. Im Anschluss gab es dort noch ein Kulturprogramm. Auf dem Front-Transparent stand „Für eine Welt ohne Lohnarbeit“. Fotos: [Antifaschistische Gruppe Dortmund (1) | (2) | (3) | ANetzDo]. Video: [AFRR]
Umfangreiche Auswertung der anarchistischen Gruppe Dortmund mit vielen Fotos zu den Ereignissen. [AGDo]
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Anarchistischer Monatsrückblick: März 2018

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Für Haukur. Für Anna. Für alle, die eine neue Welt in ihren Herzen tragen und versuchten und versuchen, diese umzusetzen.

Die vergangenen vier Wochen:

In Berlin demonstrierten tausende gegen den Angriffskrieg der türkischen Armee gegen Afrin (Rojava). Die FAU (Freie Arbeiter*innen Union) Berlin unterstützte den Aufruf zu der Demo. Genossinnen und Genossen der FdA (Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen) nahmen an der Demo teil. Die FAU Dresden twitterte einige Fotos von der Demo. [FAU Berlin | FdA-IFA | FAU Dresden | PM Cheung/Flickr]

Die FdA (Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen) hat die die März-Ausgabe ihrer monatlichen Zeitung veröffentlicht. Themen sind dieses Mal unter anderem der Naziterror gegen Wohnprojekte in Griechenland, anarchistische Pädagogik, die argentinische Mapuche-Solidaritätsbewegung, Jineoloji und der feministische Generalstreik. Gaidao Nummer 87 bestellen, abonnieren oder online lesen: [FdA-IFA]

Die erste Ausgabe des anarchistischen Magazins Die Lifestyleanarchist*in ist erschienen. Es handelt sich dabei um ein anarchistisches Magazin für den Raum München. Download/online lesen: [Lifestyleanarchistin].

Das Anarchistische Radio Berlin hat seinen neuen libertären Podcast veröffentlicht. Dieser ernste und satirische Blick auf Ereignisse des letzten Monats aus libertärer Perspektive bietet dieses Mal aktuelle Infos zu der Repression nach G20 und zu Cerro libertad, ein besetzter Olivenhain in Spanien. Download und/oder anhören: [ARadio]

Erstmals gibt es das Anarchistische Radio Kassel auch als Podcast. Die Sendung vom 10. März 2018 kann angehört oder heruntergeladen werden auf der Seite von A & O Kassel (Anarchistische Aktion und Organisierung): [A-O-Ks]
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Anarchistischer Monatsrückblick: Februar 2018

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Die vergangenen vier Wochen:

Weil 9 Aktivisten aus dem Hambacher Forst in Untersuchungshaft gesteckt worden waren, wurde zu Solidaritäts-Aktionen aufgerufen. Dass am Vortag des dezentralen Aktionstags 5 davon wieder freigelassen wurden, tat der Mobilisierung keinen Abbruch. In zahlreichen Städten gingen Menschen auf die Straße, um die Freilassung der verbleibenden 4 zu fordern. Fotos vom Aktionstag: [Hambacher Forst]

In Stuttgart gab es eine Anti-Repressions-Kundgebung für die Gefangenen wegen G20 und dem Hambacher Forst. An einem Infotisch wurde die Möglichkeit angeboten, den Gefangenen Solidaritäts-Post zu schreiben. Zu diesem Zweck gab es Karten mit anarchistischen Motiven und vorbereitete Adress-Aufkleber.

Die Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) beteiligte sich ebenfalls an dem Aktionstag für den Hambacher Forst [FdA-IFA/Twitter]:

Eine der 9 Personen, die in Untersuchungshaft war, sprach nach ihrer Freilassung mit Radio Dreyeckland über den Hambacher Forst, Personalienverweigerung, Solidarität von Außen und Knasterfahrungen allgemein: [RDL]

„Der Hambacher Forst und die Anarchie“ lautet die Schlagzeile eines Artikels in der Februar-Ausgabe der anarchopazifistischen Zeitung Graswurzelrevolution: [Graswurzel]

In der Silberburg in Nürtingen fand ein Solidaritäts-Abend für den Hambacher Forst statt. Neben einem Vokü-Buffet wurden auch vegane Soli-Muffins angeboten. Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein Dokumentar-Film aus dem Hambacher Forst. Gezeigt wurde eine versuchte Räumung 2017 aus der Perspektive eines am Baum angeseilten Aktivisten. Das musikalische Programm bestritt das Duo Caribio und Wolf. Mit Gitarre, Ukulele und manchmal a capella trugen sie Arbeiter-, Protest- und Widerstandslieder vor, die teilweise textlich an das Thema das Abends angepasst worden waren.

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Anarchistischer Monatsrückblick: November 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Die zurückliegenden vier Wochen:

Das Anarchistische Netzwerk Südwest beschließt zur Regionalföderation der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) zu werden [FdA-IFA].

Die Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) hat die neue Ausgabe ihrer monatlichen Zeitung veröffentlicht. Die Gaidao Nr. 83 kann auf der Seite der [FdA-IFA] bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Eindrücke von einem Besuch bei dem öko-anarchistischen Widerstand im Hambacher Forst gegen Baumfällungen und Klimawandel werden auf [Bodenfrost] geteilt.
Mittlerweile haben die Rodungsarbeiten im Wald angefangen. Aktuelle Info gibt es zuverlässig auf der Seite [HambacherForst].
Im Epplehaus in Tübingen und in der Silberburg in Nürtingen gab es Infoabende mit Diskussionsrunden zum Hambacher Forst, um Unterstützung zu mobilisieren. Dabei entstand auch dieses Solidaritäts-Transparent (siehe Foto).

Die Gruppen Lila Lautstark aus Dortmund und about:fem aus Köln möchten ein Buch zu Anarcha-Feminismus erarbeiten. Sie rufen zu Text-Einreichungen zum Thema auf. [Lila Lautstark]

Vera Bianchi veröffentlichte einen Artikel über den Syndikalistischen Frauenbund: „Der Syndikalistische Frauenbund informierte in den 20er Jahren über Empfängnisverhütung und rief zum Gebärstreik“ [Neues Deutschland]
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Gedenkveranstaltung in Madrid für ermordete Anarchisten

Am 7. Oktober fand in Madrid eine Gedenkveranstaltung für die zwei unschuldig hingerichteten Anarchisten Francisco Granado und Joaquín Delgado statt. Zu diesem Anlass stellte Lala Gómez ihren Dokumentarfilm „Granado y Delgado, un crimen legal“ von 1996 vor. „Wir sind auch hier, um Gerechtigkeit einzufordern. Die Gerechtigkeit, die ihnen und anderen Opfer des Franquismus verwehrt wurde“, verkündete der Schauspieler Carlos Olalla von der Bühne aus, der zusammen mit Ana Otero den Abend moderierte.

cartel-homenaje-a-delgado-y-granado-rectFrancisco Granado und Joaquín Delgado waren Mitglieder der FIJL, der Iberischen Föderation der Libertären Jugend. Sie wurden 1963 festgenommen und zweier Sprengstoff-anschläge beschuldigt. Sie beteuerten ihre Unschuld und erst nach brutaler Folter legten sie ein Geständnis ab, das sie später widerriefen. Vor einem Militärgericht wurden sie schuldig gesprochen und nur 17 Tage nach ihrer Festnahme grausam auf der Garrotte hingerichtet.

Die Defensa Interior, ein Zusammenschluss der anarchosyndikalistischen CNT, der FIJL und der Iberischen Anarchistischen Föderation (FAI), der mit direkten Aktionen Widerstand gegen den damaligen Franco-Faschismus leistete, bekannte sich zu den zwei Anschlägen in Madrid und versicherte, dass Grandado und Delgado nicht daran beteiligt waren. In dem Dokumentarfilm „Un crimen legal“, ein legales Verbrechen, bekennt sich Antonio Martín, einer der tatsächlichen Urheber, zu dem Anschlag. Octavio Alberola, zum damaligen Zeitpunkt Koordinator der Aktion, sagte auch entsprechendes vor Gericht aus.

1999 weigerte sich der oberste Gerichtshof in Spanien dennoch, das Verfahren neu aufzunehmen und die Urteile aufzuheben. Pilar Vaquerizo, die Witwe von Granado, bekam nie eine staatliche Entschädigung, da ihr Gatte nur 17 Tage in Haft verbracht hatte, statt der für eine Entschädigung mindest notwendigen 3 Jahre.

Quellen: Público | Vientosur

Straße in Madrid benannt nach einem Anarchisten

Eine Straße in Madrid soll nach dem Anarchisten Melchor Rodríguez benannt werden. Der Beschluss im Stadtrat erfolgte einstimmig, berichtete die Tageszeitung El Mundo. Der Beschluss geht auf eine Bürgerinitiative aus dem Jahre 2008 zurück, die schließlich ihren Weg in den Stadtrat fand.

Melchor Rodríguez war Mitglied der FAI (Iberische Anarchistische Föderation) und der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft CNT. Während des spanischen Bürgerkriegs war er Generalbevollmächtigter der CNT für die die Gefängnisse in Madrid. Auch in diesen blutigen Kriegswirren hielt er an seinen anarchistischen Idealen fest und bewahrte tausende Inhaftierte vor dem Tod, obwohl sie Putschisten und Faschisten und somit eigentlich seine ärgsten Feinde waren. „Man kann für seine Ideale sterben, aber man darf niemals für sie töten“, wird er zitiert.

Für einige wenige Tage war er auch Bürgermeister der spanischen Hauptstadt. Jedoch wurde er nur dazu ernannt, um eine geregelte Übergabe der Stadt zu gewährleisten, als diese 1939 nach langer Belagerung und Bombardierung durch die putschenden Faschisten kapitulierte.

Unmittelbar nach dem Einmarsch der Faschisten wurde Melchor Rodríguez gefangen genommen und vor einem Militärgericht zur Todesstrafe verurteilt. Ehemalige Gefangene, denen er das Leben gerettet hatte, setzten sich für ihn ein und das Urteil wurde abgemildert zu 25 Jahren Gefängnis, von denen er 5 Jahre absaß.

Auch im franquistischen Spanien ließ er nicht von seiner politischen Überzeugung ab und agitierte weiterhin für eine herrschaftsfreie Gesellschaft und den libertären Kommunismus, weswegen er immer wieder für einige Zeit in Haft landete.

Als er 1972 starb – drei Jahre vor Francos Tod und somit noch mitten im Faschismus – wurde bei seinem Begräbnis die anarchistische Hymne „A las barricadas“ gesungen und auf seinem Sarg lag die schwarz-rote Fahne der Anarcho-Syndikalisten, ohne dass die umstehenden faschistischen Repressionsorgane eingegriffen hätten.

Ein Artikel in der Graswurzelrevolution beschreibt das erstaunliche und konsequente Leben und Handeln dieses unbeugsamen Idealisten.