Tag Archive | Francisco Granado

Anarchistischer Monatsrückblick: August 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Die zurückliegenden vier Wochen:

Das Libertäre Bündnis Ludwigsburg (LB²) hat einen Umsonstflohmarkt organisiert. Der Umsonstflohmarkt war Teil der Kampagne „Solidarische Perspektiven entwickeln jenseits von Wahlen und Populismus“. Diese Kampagne wurde von der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) ins Leben gerufen und umgesetzt. Eindrücke von dem Umsonstflohmarkt: [LBQuadrat].

Die FdA-Kampagne „Solidarische Perspektiven entwickeln jenseits von Wahlen und Populismus“ kommt auch in Dortmund in Schwung. Auf dem Borsigplatz beim „Still-Leben“ gab es einen anarchistischen Stand mit großem Andrang und guten Gesprächen. Neben einem Stand mit Infomaterial gab es auch eine Kiste vom Black Pigeon mit Büchern zum verschenken. Kurzbericht und Fotos: [ANetzDo (1) | (2)]

Die Anarchistische Gruppe Dortmund war bei einer Diskussionsveranstaltung in Bielefeld namens „Rettet die Wahlen – für Stammwähler, Unentschlossene und Anarchisten“ (den Zusatz im Untertitel gab es wohl eigens wegen der Anwesenheit der Anarchistischen Gruppe Dortmund). Dort hatten sie Gelegenheit, ihre Positionen darzulegen, dass Wahlen nicht zielführend sind, um Veränderungen zu bringen, und kamen ins Gespräch mit anderen Menschen, die bei der Veranstaltung waren. Ein Reisebericht: [AGDo]

Katalonien/Spanien: Freispruch für drei Anarchosyndikalisten der CNT. Die Staatsanwaltschaft in Barcelona hatte für jeden von ihnen 5 Jahre Haft gefordert, wegen Protesten gegen El Corte Inglés. Die CNT hatte 2015 mehrere Aktionen gegen El Corte Inglés durchgeführt (Streikposten, Boykottaufruf, Kundgebung, Flugzettel), um Druck auszuüben, damit die Warenhauskette eine Klage zurückzieht im Zusammenhang mit dem Generalstreik 2012. [Directa (katalanisch)]
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Gedenkveranstaltung in Madrid für ermordete Anarchisten

Am 7. Oktober fand in Madrid eine Gedenkveranstaltung für die zwei unschuldig hingerichteten Anarchisten Francisco Granado und Joaquín Delgado statt. Zu diesem Anlass stellte Lala Gómez ihren Dokumentarfilm „Granado y Delgado, un crimen legal“ von 1996 vor. „Wir sind auch hier, um Gerechtigkeit einzufordern. Die Gerechtigkeit, die ihnen und anderen Opfer des Franquismus verwehrt wurde“, verkündete der Schauspieler Carlos Olalla von der Bühne aus, der zusammen mit Ana Otero den Abend moderierte.

cartel-homenaje-a-delgado-y-granado-rectFrancisco Granado und Joaquín Delgado waren Mitglieder der FIJL, der Iberischen Föderation der Libertären Jugend. Sie wurden 1963 festgenommen und zweier Sprengstoff-anschläge beschuldigt. Sie beteuerten ihre Unschuld und erst nach brutaler Folter legten sie ein Geständnis ab, das sie später widerriefen. Vor einem Militärgericht wurden sie schuldig gesprochen und nur 17 Tage nach ihrer Festnahme grausam auf der Garrotte hingerichtet.

Die Defensa Interior, ein Zusammenschluss der anarchosyndikalistischen CNT, der FIJL und der Iberischen Anarchistischen Föderation (FAI), der mit direkten Aktionen Widerstand gegen den damaligen Franco-Faschismus leistete, bekannte sich zu den zwei Anschlägen in Madrid und versicherte, dass Grandado und Delgado nicht daran beteiligt waren. In dem Dokumentarfilm „Un crimen legal“, ein legales Verbrechen, bekennt sich Antonio Martín, einer der tatsächlichen Urheber, zu dem Anschlag. Octavio Alberola, zum damaligen Zeitpunkt Koordinator der Aktion, sagte auch entsprechendes vor Gericht aus.

1999 weigerte sich der oberste Gerichtshof in Spanien dennoch, das Verfahren neu aufzunehmen und die Urteile aufzuheben. Pilar Vaquerizo, die Witwe von Granado, bekam nie eine staatliche Entschädigung, da ihr Gatte nur 17 Tage in Haft verbracht hatte, statt der für eine Entschädigung mindest notwendigen 3 Jahre.

Quellen: Público | Vientosur