Tag-Archiv | Marsch der Würde

Anarchistischer Monatsrückblick: Mai 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Mai 2017:

Bayram wird im Knast in Aserbaidschan die dringend benötigte medizinische Versorgung verweigert. Sein Anwalt berichtet, wie schlecht es ihm geht. Bayram wurde zusammen mit Giyas zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, weil die beiden regierungs- kritische Graffiti an ein Denkmal gesprüht hatten. [Changenow.Blogsport]
Das Libertäre Bündnis Ludwigsburg (LB²) erinnerte mit einer Transparent-Aktion und einem Online-Text an die Festnahme vor einem Jahr [LBQuadrat].

In Stuttgart beteiligte sich nicht zuletzt aufgrund der perfekten Vorbereitung und Mobilisierung durch das Libertäre Bündnis Ludwigsburg ein großer anarchistischer Block an der alljährlichen revolutionären 1. Mai-Demo. Eine Vielzahl schwarzer und schwarz-roter Fahnen und anarchistischer Transparente (siehe Foto) prägte das Bild des Demozuges im hinteren Drittel.
Der sichtbare Anteil an AnarchistInnen, Libertären und Antiautoritären war deutlich höher als in den Jahren zuvor. Die Cops schafften es mit all ihren Schikanen nicht zu verhindern, dass die hunderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demo ihr Ziel erreichten, das soziale Zentrum Lilo Hermann im Stadtteil Heslach.
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#MigueleIsmalibres: Miguel und Isma sind wieder frei

Wer behauptet, dass Freitag der 13. Unglück bringt? An eben diesem Tag wurden endlich Miguel und Isma aus der Untersuchungshaft entlassen. Die beiden saßen seit fast drei Monaten hintern Gittern wegen ihrer Teilnahme an der Abschlussdemo zum Sternmarsch der Würde (siehe Berichte auf Bodenfrost: 1 | 2).

Die beiden waren zu Tränen gerührt, weil so viele Menschen stundenlang vor dem Knast Alcalá Meco in Madrid auf sie gewartet hatten: Angehörige, Freunde, Unterstützer und auch die beiden Gruppen „Madres contra la represión“ (Mütter gegen die Repression) und „Red solidaria antirrepresiva“ (Solidarisches Netz gegen Repression) waren dabei, berichtet der LGBT-Aktivist Shangay Lily auf seinem Blog bei Público.

Er postete auch auf Twitter folgende Bilder von der Freilassung der beiden, bei deren Anblick man sich einfach nur mitfreuen kann:

Anschließend gab es eine Wiedersehens-Party in dem autonomen Zentrum Eko Carabanchel. Fotos davon gibt es bei Disopress.

Solidaritäts-Demos in Spanien für Miguel und Isma

Gestern fand in Madrid eine Solidaritäts-Demonstration für zwei inhaftierte Jugendliche statt. Miguel und Isma sitzen seit Monaten in Untersuchungshaft, weil sie an dem Marsch der Würde (siehe Artikel auf Bodenfrost) teilgenommen haben. Miguel wurde direkt im Anschluss an den Marsch der Würde festgenommen, Isma während der Polizei-Operation „Puma 70“ am 4. April. Den beiden wird Missachtung der Staatsgewalt, Störung der öffentlichen Ordnung und Angriffe auf Polizeibeamten zur Last gelegt. Ihre Anwälte versichern, dass keinerlei Beweise gegen die beiden vorlägen, die die Vorwürfe bekräftigten. Die Anwälte haben Anträge auf Haftentlassung gestellt.

Auf dem Transparent steht: „Miguel und Isma, Geiseln des Staats. Freispruch für die Gefangenen des 22. März“. Auf der Demo waren unter anderem folgende Rufe zu hören: „no estamos todos, faltan los presos“ (wir sind nicht alle, es fehlen die Gefangenen), „la lucha es el único camino“ (der Kampf ist der einzige Weg) und „libertad detenidos por luchar“ (Freiheit für die, die festgenommen wurden, weil sie kämpften).

Am selben Tag wurde auch in Zaragoza Freiheit für Miguel und Isma gefordert:

In Valencia demonstrierten CNT und CGT ebenfalls gegen die Repression gegenüber sozialen Bewegung und für die Freilassung der beiden Inhaftierten:

Soziale Bewegungen müssen sich unserer Meinung nach nicht nur an ihren Forderungen und Aktionsformen messen lassen, sondern nicht zuletzt auch daran, ob und wie sehr sie sich für Mitstreiter einsetzen, die in die Fänge der Justiz geraten sind. Es trifft wenige, gemeint sind wir alle.

Quellen/Fotos:
Disopress | Público | Periodismo Digno

Twitter-Hashtags:
#2MesesPreso | #MiguelEIsmaLibertad | #Miguel22MLibertad | #Isma22MLibertad

Anarcho-Block bei Sternmarsch der Würde

Bei der großen Demonstration gestern in Madrid nach Ankunft des Sternmarschs der Würde war auch ein großer anarchistischer und anarchosyndikalistischer Block dabei. Die CNT hatte schon im Vorfeld ihr Kommen angekündigt, auch die CGT unterstützte den Marsch der Würde. Den Fotos und Berichten zufolge waren auch Mitglieder von Solidaridad Obrera und andere Anarchisten dabei.

Foto von la_tuerka@twitter

Foto von Ankunft der CNT bei Atocha
Foto von la_tuerka@twitter


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Solidemo in Stuttgart für den Marsch der Würde

Gestern fand in Stuttgart einen Unterstützungs-Demo für den Marsch der Würde statt, der am selben Tag in Madrid ankam und hunderttausende auf die Straßen brachte.

In Stuttgart waren es immerhin knapp über 30 Leute, die an der Ecke Königstraße/Eberhardstraße dem Regen und der Kälte trotzten. Die Demo war gut vorbereitet: Auf den zahlreichen Transparenten waren die Klagen und Forderungen der Demoteilnehmer zu lesen. An Passanten wurde Flugzettel mit dem Manifest des Marschs der Würde verteilt.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Marea Granate Stuttgart (Facebook-Seite). Marea Granate Stuttgart ist ein vor wenigen Wochen gegründeter Zusammenschluss von Spanierinnen und Spaniern, die, wie sie es selbst nennen, im Exil leben. Marea Granate bedeutet „weinfarbene Flut“ und bezieht sich auf die Farbe des Reisepasses. Neben dem Reisepass ist auch der Rollkoffer ein Symbol der aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit im Exil lebenden Spanier. Folgerichtig war auch ein solcher auf der Demo mit dabei.

Die Polizei ließ sich nur ein mal kurz blicken, um einen neuen Versammlungsort zuzuweisen, da der ursprüngliche angeblich einen Rettungsweg blockierte.

Fotos:
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#Dignidad22M – Sternmarsch der Würde nach Madrid

Dignidad22M

Praktisch ohne dass die Presse Notiz davon nimmt, findet derzeit in Spanien ein großer Sternmarsch statt. Aus allen Himmelsrichtungen haben sich viele hundert Menschen auf den Weg gemacht, um ihren Protest gegen gegen Austerität, Arbeitslosigkeit, Zwangsräumungen und vieles mehr in die Hauptstadt zu tragen. Die genauen Motive für den Protestmarsch wurden in einem Manifest zusammengefasst, es gibt auch eine deutsche Version.

Der Märsche der Würde, marchas de la dignidad, treffen sich am 22. März in Madrid. Viele Menschen, die am Fußmarsch nicht teilnehmen können, werden mit Bussen nachkommen, um bei der anschließenden Demonstration dabei zu sein. Allein aus Andalusien werden über 500 Busse erwartet, twitterte Marchas Dignidad. Die Veranstalter bestätigten gegenüber Diagonal Periódico, dass insgesamt über 750 Busse und vier Sonderzüge nach Madrid fahren werden.

Initiiert und organisiert wurde der Protestmarsch laut der Online-Zeitung 20 minutos von verschiedenen Gruppen und Gewerkschaften, darunter das Andalusische Arbeiter-Syndikat (SAT), die Protestbewegung 15. Mai (15M) und Bürgerinitiativen (mareas), die sich für die öffentliche Bildung und Gesundheit einsetzen. Das Bündnis gegen Zwangsräumungen, die PAH, ruft auf seiner Seite ebenfalls dazu auf, sich an dem Marsch und begleitenden Aktionen zu beteiligen.

Auch ein anarchosyndikalistischer Demozug wird sich in Madrid dem Marsch für die Würde anschließen, kündigte die CNT auf ihrer Webseite an.


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