Tag Archive | Murcia

Drei verhinderte Zwangsräumungen an einem Tag

Am Montag hat die PAH – ein Bündnis für Recht auf Wohnraum – zeitgleich drei Zwangsräumungen verhindert in drei spanischen Städten. In Madrid, Barcelona und Mazarrón (Murcia) hatten sich Aktivistinnen und Aktivisten vor die betroffenen Häuser gestellt. 10:19 Uhr verbreitete die PAH über ihren Info-Kanal jubelnd „Sí se puede – na klar kann man.“

In Madrid war es bereits der dritte Mal, dass das Motto #RajuSeQueda (Raju bleibt) Wirklichkeit wurde. Die Betroffenen – Opfer eines Mietbetrugs – hatten sich im Sommer an die PAH gewandt, seitdem wurden zwei Zwangsräumungsversuche aufgehalten. Auch an diesem Montag ging es wieder gut aus. Als die Gerichtsvollzieher die Aktivisten vor dem Gebäude versammelt sahen, gaben sie auf und gewährten einen Aufschub bis zum 14. Januar.
Die PAH Centro beabsichtigt diese Zeit zu nutzen, um Druck auf Bankia auszuüben, die neue Eigentümerin des Gebäudes. Ziel ist es, das Finanzinstitut dazu zu bewegen, dass sie Raju und die beiden anderen gegen eine Sozialmiete dort wohnen lassen. Bis jetzt weigert sich Bankia, weil sie nach deren Aussage nicht die notwendigen Voraussetzungen dafür erfüllen. Allerdings erkläre Bankia auch nicht, was genau das für Voraussetzungen seien, sagte ein Mitglied von PAH Centro.
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Landesweite Proteste in Spanien für öffentliche Bildung

Hundertausende Schüler, Lehrer, Studenten und Professoren protestierten gestern in ganz Spanien gegen steigende Studiengebühren, Kürzungen und Entlassungen im Bildungsbereich und die kürzlich verabschiedete und äußerst umstrittene Bildungsreform namens LOMCE. Eine kleine Auswahl an Städten, in denen es an diesem Tag Demonstrationen gab:

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Ein Dokumentar-Video aus Madrid:



Weitere Fotos:

Europäischer Bürgerpreis 2013 für die PAH

Ada Colau nimmt den Preis entgegen Bild von auraruano@Twitter

Ada Colau nimmt den Preis entgegen
Foto von auraruano@Twitter

Gestern bekam die spanische Plattform für Hypothekenopfer (PAH, Plataforma de afectados por la hipoteca) für ihren „Einsatz bei der Verteidigung der Menschenrechte“ im Sitz des Europäischen Parlaments in Madrid den Europäischen Bürgerpreis 2013 verliehen. Das Europäischen Parlament verleiht diesen Preis seit 2008 für „außergewöhnliche Leistungen“ und die „praktische Anwendung der Werte der EU-Grundrechtscharta (Gastfreundschaft, Toleranz, Solidarität).“ (Quelle: europarl.europa.eu)

Sprecherin Ada Colau, die gemeinsam mit Marta Afuera den Preis entgegennahm, bedankte sich dafür, dass das Engagement der PAH gewürdigt wird, mahnte aber, dass das Drama der Zwangsräumungen unvermindert fortgehe und dass ein Ende der Zwangsräumungen der wahre Preis gewesen wäre. „Wir wollen keine Auszeichnungen, wir wollen, dass endlich was getan wird“, betonte sie. Auf die Zukunft der PAH angesprochen antwortete sie: „Alle sollen es mitbekommen. Wir haben keine Angst und wir werden angesichts der Menschenrechtsverletzungen weiterhin ungehorsam sein.“


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Massenproteste in Spanien gegen Zwangsräumungen

Zehntausende folgten gestern dem Ruf von PAH, der Plattform Hypotheken-Geschädigter, und demonstrierten gegen Zwangsräumungen und für ein Recht auf Wohnung. In rund 50 Städten in ganz Spanien fanden Veranstaltungen statt (eine Liste aller beteiligten Städte).

Es wurden auch Schweigeminuten eingelegt für diejenigen, die sich das Leben genommen haben, weil Banken sie aus ihren Häusern und Wohnung werfen ließen (Artikel auf Bodenfrost über die Selbstmorde). Wie bereits oft zuvor, wurde wieder laut gerufen, dass es keine Selbstmorde waren, sondern Mord. Dazu passend wurden zahlreiche Bank-Filialen entlang der Demo-Routen phantasie- und vorwurfsvoll verschönert. So wurde beispielsweise aus Santander „Satan“ und aus einer anderen „Mordor“. Es wurden Zettel angeklebt, auf denen steht, „dieses Bank betrügt und raubt“ und „Mörder“ und „ihr seid schuldig“-Schriftzüge mit Spraydosen angebracht. Mehr davon bei den Fotos im unteren Bereich.

In Coruña gab es einen Zwischenstopp an einem Haus, in dem eine 85-Jährige lebt, der morgen die Zwangsräumung droht, weil sie eine Monatsmiete, 165 Euro, nicht gezahlt haben soll (Artikel auf spanisch bei El diario).

Die Demos dauerten den halben Tag über an, in einigen Städten wurde bereits zur Mittagszeit begonnen, die letzten fingen erst am frühen Abend an. Die meisten deutschsprachigen Medien begnügten sich mit dürren Presseagentur-Meldungen zu dem Ereignis. Daher zur Illustration, was gestern auf den Straßen Spaniens wirklich los war, einige Fotos aus allen möglichen Städten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Eine Liste mit den Demoteilnehmerzahlen wurde von 20 minutos veröffentlicht.
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