Tag Archive | occupy Wall Street

Anarchistischer Monatsrückblick September 2018

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Einige adjektivlose Anarchist*innen

Für Steffen

Die vergangenen vier Wochen:

BRD

Die zweite Ausgabe von Die Lifestyleanarchist*in ist in gedruckter und digitaler Form erschienen. Themen sind dieses Mal unter anderem: „gegen ein Europa der Abschottung, gegen den rassistischen Normalzustand“, „Die Rolle der Gefängnisse innerhalb der Gesellschaft“ und eine Repressionswelle anlässlich einer Serie von Scheinbesetzungen im Zusammenhang mit mit dem „Für Lau Haus“ in München. Gefunden werden kann die Lifestyleanarchist*in in den bekannten linken Läden in München. Alternativ ist es möglich, mehrere Ausgaben per E-Mail zu bestellen oder sie als PDF-Datei heruntezurladen. [Die Lifestyleanarchistin]

Die Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) hat die neue Ausgabe ihrer monatlichen Zeitung veröffentlicht. Themen in der Gaidao Nr. 93 sind: Ein Prozessbericht zum ersten Urteil gegen Jan, der in Nürnberg versucht hatte, eine Abschiebung zu verhindern. Eine touristische Annäherung an das Paris Proudhons. Ein Interview mit dem Anarchist Black Cross Dresden. Ein Interview mit David Graeber über sinnlose Jobs. Download der Gaidao, online lesen, bestellen oder abonnieren: [FdA-IFA]

Die Nummer 432 der Graswurzelrevolution ist erschienen. Im Editorial dieser anarcho-pazifistischen Zeitung ist zu lesen, dass der Koordinationsredakteur Bernd Drücke zu einem Streitgespräch „Anarchismus vs. Marxismus“ in Münster eingeladen war. Über 100 Menschen kamen zur Veranstaltung, die zuvor lediglich in sozialen Medien beworben wurde. Etwa 2000 Leute verfolgten die Diskussion im Livestream. Außerdem berichtet die Graswurzelrevolution über die Kampagne, die gerade von extrem rechten Kreisen gegen GWR-Autor Andreas Kemper läuft. Auslöser dieser AfD-Hetze war der auf Seite 1 der Graswurzelrevolution Nr. 431 erschienene Artikel „Björn Höckes faschistischer Fluss. Der völkische Machiavellismus des AfD-Politikers“. [linksnet | Graswurzel]

Artikel über die Kampagne von B|LD und AfD gegen die Graswurzelrevolution sind auch erschienen in [Neues Deutschland] und [Jungle world].

Das Anarchistische Radio Berlin hat seinen libertären Podcast veröffentlicht. Ein ernster und satirischer Blick auf Ereignisse des letzten Monats aus libertärer Perspektive. Themen sind dieses Mal unter anderem: „NSU-Prozess und Aufklärung – Kein Schlussstrich und der Versuch eines Überblicks“ und „Nürnberg: Aktuelles zur Repression nach verhinderter Abschiebung“. Download oder online anhören: [ARadio]

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Anarchistischer Monatsrückblick: September 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Die zurückliegenden vier Wochen:

In Freiburg demonstrierten hunderte Menschen gegen das Verbot von Linksunten. Bei der Kundgebung gab es auch einen Redebeitrag der FAU Freiburg und ein Grußwort von Thomas-Meyer-Falk aus der Freiburger JVA. Berichte, Audiobeiträge und Fotos: [Nigra | Radio Dreyeckland | Indymedia | Perspektive Online]

Die Schwarz-Roten Bergsteiger, eine AG der FAU Dresden, erklärte ebenfalls ihre Solidarität mit Linksunten mittels eines Transparents. [SRB_FAU/Twitter]

Der Libertäre Podcast vom Anarchistischen Radio Berlin ist erschienen, ein ernster und satirischer Blick auf Ereignisse des letzten Monats aus libertärer Perspektive. Wie jeden Monat außerst hörens- und empfehlenswerte 60 Minuten. [ARadio Berlin]

Die Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) brachte die neue Ausgabe ihrer Zeitschrift heraus. Die Gaidao 81 erschien eine Woche verspätet, „aus Mangel an einer Layout-Person“. Download oder Bestellung der Gaidao: [FdA-IFA]
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Iaioflautas besetzen Bank-Filialen

Aus Protest gegen die erneute Bankenrettung, belagerten gestern die Iaioflautas Filialen von Bankia. Erstmalig in der Geschichte der renitenten Rentner der spanischen Bewegung 15M, geschah dies zeitgleich in fünf verschiedenen Städten der iberischen Halbinsel. Neben Barcelona, wo die erste Iaioflautas-Gruppe entstanden war, beteiligten sich auch die neuen Ableger in Madrid, Sevilla, Valencia und Palma de Mallorca.

Barcelona
Foto von Acampadabcn@yfrog

Die Aktion wurde mit einem Countdown auf Twitter angekündigt und startete synchron in allen fünf Städten um 11 Uhr Vormittags. Die Iaioflautas – unverkennbar mit den neongelben Schutzwesten, ihrem Markenzeichen – besetzten die Bankfilialen, riefen Parolen wie no es una crisis, es una estafa (es ist keine Krise, es ist ein Betrug) und kündigten an, nicht von der Stelle zu weichen, bis der Geschäftsführer mit ihnen gesprochen und ihre Forderungen in Empfang genommen hat.
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Occupy-Aktivitäten in San Francisco und New York

Foto von OccupyWallStreet.org

Viele Menschen nutzen den 1. April für alberne Scherze. Die Aktivisten von Occupy San Francisco hingegen machten an diesem Tag ernst und besetzten ein leerstehendes Gebäude, das sie umgehend Kommune San Francisco tauften. Geplant war eine dauerhafte Besetzung, um nach der Räumung ihres Camps wieder ein neues Hauptquartier zu haben. Das Gebäude, das nach Straße und Hausnummer in Windeseile auch als #888Turk bekannt wurde, sollte außerdem eine Essensausgabe für arme Menschen beherbergen und als Rückzugsort dienen.
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Occupy Wall Street Jubiläum überschattet von Polizeigewalt

Foto von occupywallstnyc@Twitter

Auf den Tag genau 6 Monate nach der Geburtsstunde von Occupy Wall Street wollten die Aktivisten in New York eine Frühlings-Offensive einleiten und der Welt zeigen, das man mit ihnen noch zu rechnen hat. Die Polizisten vom NYPD schlugen diese friedliche Demo abermals brutal nieder. Mehrere Demonstranten wurden verletzt, laut Guardian 73 festgenommen. In einem Live-Stream wurde festgehalten, wie die uniformierten Gewalttäter den Kopf eines Demosanitäters so heftig gegen eine Glastür stoßen, dass diese dabei zu Bruch geht (vorspulen auf ca. 3:47).
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Protestlager in Dublin geräumt

Letzten Donnerstag wurde occupy Dame Street – das Protestlager auf dem Platz vor der Zentralbank in Dublin – geräumt. Bis zu 100 Polizisten waren bei dem Einsatz beteiligt, der in den frühen Morgenstunden begann. Das Gebiet wurde für mehrere Stunden gesperrt, Zelte und Gerätschaften entfernt und die 15 Aktivisten vertrieben. Einer davon wurde festgenommen.

Als Grund für die Auflösung von occupy Dame Street wurden Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem alljährlichen St. Patrick’s day-Umzug genannt, der an diesem Platz vorbeiführt. Einer Aufforderung, das Camp für die Dauer der Festlichkeiten freiwillig zu räumen, waren die Besetzer nicht nachgekommen.

Occupy Dame Street war vergangenen Oktober aus Solidarität mit occupy Wall Street und dem Lager vor der St. Paul’s cathedral in London errichtet worden. Die Demonstranten versichern, dass es auch nach der Räumung weitergehen werde mit dem Protest.

Quellen:

  • „Irish police clear Occupy Dublin site“ Guardian, 8. März 2012
  • „Dublin: The eviction of the Occupy Dame Street camp“ Anarkismo
  • „Irish police clear Occupy camp for St Patrick’s dayAhram Online, 8. März 2012
  • „Occupy Dublin Raided: Police Clear Dame Street For St. Patrick’s Day Festival“ Huffington Post

Notizen aus Spanien

Themen:
Global Revolution | Europaparlament | Gefährdete Reporter | Verdächtige Demonstranten | Schule gepfändet bei laufendem Unterricht

#GlobalRevolution, die zweite
Die spanischen Indignados (die Empörten) rufen einen weiteren internationalen Protesttag aus. Termin ist der 12. Mai, drei Tage vor dem ersten Jahrestag jener Demo in Madrid, die zur Geburtsstunde der Bewegung 15m wurde. Der 12. Mai ist zum einen vorweggenommene Geburtstagsfeier, zum anderen soll auf der ganzen Welt gegen den „Ausverkauf der Länder durch die neoliberale Politik“ protestiert werden, so ein Sprecher der Initiatoren Democracia Real Ya (Echte Demokratie Jetzt). Momentan ist die internationale Kommission von DRY dabei, Kontakte zu Gruppierungen im In- und Ausland zu knüpfen, um die Vorbereitungen gemeinsam zu koordinieren.
(Quelle: La información, 23. Februar 2012)

Beim ersten internationalen Protesttag, am 15. Oktober vergangenen Jahres, waren Menschen in 1000 Städten rund um den ganzen Erdball auf die Straße gegangen. Ein Video-Rückblick auf Madrid:

++ Ergänzung ++ Ein Artikel in der Público zitiert einen Sprecher von DRY, dass es hauptsächlich die Aktivisten von occupy Wall Street waren, die sich für den Termin 12. Mai einsetzten, da er mit dem Welttag des gerechten Handels zusammenfällt. Diese betonen auch, dass es sich nicht um eine Geburtstagsfeier der spanischen Bewegung handelt.
Ausschlaggebend bei der Wahl des Termins war sicher auch der Wochentag: der 12. Mai ist ein Samstag.
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