Tag Archive | Santa María de Guía

Fotos von der Demo gegen die Räumung von Esperanza

Dem selbstverwalteten und besetzten Wohnprojekt Esperanza auf Gran Canaria droht die Räumung. Der Bürgermeister von Guía hat den 77 Familien eine Frist gesetzt, binnen eines Monats die Wohnungen zu verlassen. Die 202 Bewohner von Esperanza – die Hälfte davon minderjährig – sind jedoch nicht bereit, aufzugeben und haben den Kampf für ihr Recht auf Wohnraum aufgenommen.

Im Rahmen der Solidaritäts- und Aktionswoche demonstrierten sie am Montag vor dem Sitz der kanarischen Regionalregierung in Las Palmas de Gran Canaria dagegen, dass sie auf die Straße geworfen werden:
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Solidarische Woche mit „La Esperanza“

Das selbstverwaltete Wohnprojekt La Esperanza auf Gran Canaria – die derzeit größte Hausbesetzung in ganz Spanien – ist akut räumungsbedroht. Dort leben rund 300 Menschen, die Hälfte davon minderjährig. Auf einer Pressekonferenz erklärte ihr Sprecher Ruymán Rodríguez, dass sie die Räumung auf keinen Fall hinnehmen werden, da sie sonst mangels alternativer Wohnmöglichkeiten auf der Straße sitzen würden.

Pressekonferenz La Esperanza

Pressekonferenz La Esperanza

Für die zweite Aprilwoche – der Zeitraum, in dem die Frist endet, um die Wohnungen „freiwillig“ zu verlassen – hat die Comunidad La Esperanza zu einer Aktions- und Solidaritätswoche aufgerufen. Auf der Internet-Seite der Anarchistischen Föderation Gran Canaria wurde das geplante Programm veröffentlicht:

Montag, 11. April: Dauerkundgebung auf der Plaza O’Shanahan in Las Palmas de Gran Canaria vor dem Sitz der kanarischen Regionalregierung, während der gesamten Öffnungszeit (9 Uhr bis 14 Uhr). Dabei wird gefordert, dass La Esperanza nicht geräumt wird und dass den Bewohnern würdige und erschwingliche Ausweichunterkünfte angeboten werden.

Mittwoch, 13. April: Die dutzenden Bewohner, die benachrichtigt wurden, werden ab 9 Uhr ihre Einsprüche gegen die Räumungsverfügung im Rathaus von Santa María de Guía aushändigen. Die Bewohner bitten alle ihre Unterstützer und alle Medien, sie bei dieser Demonstration der Stärke zu begleiten.

Donnerstag 14. April: Das Datum, an dem die von der Stadtverwaltung gesetzte Frist ausläuft, um die Wohnungen zu verlassen. Es wird eine Kundgebung in der Comunidad la Esperanza selbst geben und ein Gemeinschaftsfrühstück mit allen, die sie unterstützt haben.

Die Esperanza erklärt, dass sie den Kampf aufnimmt!

Cartel Semana Solidaria

Ein Text über Hintergründe der Besetzung und der drohenden Räumung: Link.
Die Presse-Konferenz: Link (spanisch).

Wohnprojekt Esperanza räumungsbedroht

Das selbstverwaltete Wohnprojekt Comunidad la Esperanza auf Gran Canaria ist akut räumungsbedroht. Am 14. März erhielten die Bewohner ein Schreiben des Bürgermeisters von Santa María de Guía, in dem er ihnen ein Ultimatum stellte. Bis Ende des Monats sollen sie die Gebäude „freiwillig“ verlassen haben, sonst werde er veranlassen, dass sie von Strom und Wasser abgeschnitten werden. Die verzweifelten Bewohner wandten sich daraufhin an die Anarchistische Föderation Gran Canaria (FAGC), mit der Bitte um Beistand.

IMG-20141031-WA0006Das Wohnprojekt Comunidad la Esperanza war Anfang 2013 von der Anarchistischen Föderation Gran Canaria ins Leben gerufen worden, als die ersten 20 Familien in einem bis dahin leerstehenden Wohnblock in Santa María de Guía untergebracht wurden. Seitdem ist das Projekt stetig gewachsen. Mittlerweile leben dort in vier Wohnblöcken bis zu 310 Menschen, wovon über 150 minderjährig sind. Sie stammen allesamt aus prekären Verhältnissen, Arbeitslosigkeit, Armut und Obdachlosigkeit.

Die Bewohner organisieren sich basisdemokratisch in regelmäßigen Hausversammlungen, wo Beschlüsse gemeinsam getroffen werden. Im Alltag praktizieren die Bewohner gegenseitige Hilfe, weil auf diese Weise alle besser über die Runden kommen. Auf eigene Faust und Kosten haben die Bewohner viele der Wohnungen hergerichtet und bewohnbar gemacht und repariert, was kaputt war. Staatliche Unterstützung haben sie dabei nie bekommen. esperanza-huerto01Die Wohnblöcke der Esperanza waren in Zeiten der Immobilien-Blase entstanden und wurden – wie viele andere – nach deren Platzen nicht fertig gestellt. Um die Versorgungslage zu verbessern, wurden auch mit vereinten Kräften Gemüse-Gärten angelegt und ein System zur Wasserwiederaufbereitung eingerichtet (Bericht über den Alltag in der Esperanza).
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Alle mit der FAGC!

Heute hatte Ruymán Rodríguez – Mitglied der Federación Anarquista Gran Canaria (Anarchistische Föderation Gran Canaria) und Sprecher des von der FAGC initiierten Wohnprojekts Comunidad la Esperanza – seinen Gerichtstermin. Anlass für den Prozess, der hinter verschlossenen Türen und ohne Publikum abgehalten wurde, war die Inszenierung einiger Guardias Civiles, die ihn wegen „Angriff auf die Staatsgewalt“ angeklagt hatten. Deren Anwältin forderte eine 5-jährige Haftstrafe für Ruymán, sowie ein Buß- und Schmerzensgeld.

Ruymán in einem Interview

Ruymán in einem Interview

Hintergrund ist, dass Ruymán als Sprecher der Comunidad la Esperanza das nach außen wahrnehmbarste Gesicht sowohl des Wohnprojekts als auch der FAGC ist. Die Repressionsorgane, denen eine hierarchiefreie Ordnung offensichtlich unvorstellbar ist, nehmen Ruymán daher als Kopf der Organisation wahr und gehen wohl davon aus, dass das Wohn-Projekt und die FAGC zum Scheitern verurteilt wären, wenn sie ihn durch unablässige Repression klein kriegen würden.
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Ein Tag in dem Wohnprojekt „Esperanza“

Wir hatten bereits vor einigen Monaten das selbstverwaltete Wohnprojekt „Comunidad la Esperanza“ (Gemeinschaft Hoffnung) vorgestellt (siehe Bericht). Mittlerweile leben 250 Menschen, 150 davon Kinder, in den 4 besetzten Wohnblöcken in Santa María de Guía auf Gran Canaria. Die Bewohner organisieren sich basisdemokratisch in monatlichen Versammlungen. Verschiedene Arbeitsgruppen kümmern sich um die Umsetzung der gemeinsam gefassten Beschlüsse.

Die Anarchistische Föderation Gran Canaria, die die Besetzung vor zwei Jahren initiiert hat, vermittelt in einem Bericht über den Alltag in der Comunidad la Esperanza anschaulich, wie sich das Leben anfühlt, das von gegenseitiger Hilfe und Solidarität geprägt ist. Hier eine deutsche Übersetzung dieses Textes. Das spanische Original kann auf der Webseite der Anarchistischen Föderation Gran Canaria eingesehen werden.

Es ist 7 Uhr morgens. Ich strecke mich und bereite mich vor, mir das Gesicht zu waschen. Ich drehe den Wasserhahn auf und es kommt Wasser. Die Tonne ist heute also offensichtlich pünktlich gekommen und Blas, Mitglied der Arbeitsgruppe Instandhaltung, konnte die Versorgung um 7 Uhr öffnen, wie es unser Zeitplan für Wassereinteilung vorsieht. Der gute Blas, und alle, die ihm bei der Wartung helfen, kümmern sich um das Wasser und um Feststellung und Behebung von Schäden, damit die Comunidad funktioniert. Sie bekommen nichts dafür. Warum sie es machen? Aus Solidarität und Engagement für „das Projekt“, das ist der einzige Grund.

Ich ziehe mich an und gehe runter in den Hof. Judith und Azu sind gerade dabei, ihn zu fegen und ihn reinigen. Heute ist nicht Montag, unser Tag des allgemeinen Reinemachens, aber sie wollen die Gemeinschaftsbereiche sauber halten. Sie wissen, dass man uns genau auf die Finger schaut, weil wir Hausbesetzer sind. Wenn es drunter und drüber geht beim Saubermachen schließen sich einige Männer an, aber bedauerlicherweise haben die Frauen den größten Anteil an dieser Arbeit. Jedoch herrscht keine Macho-Stimmung: Die Frauen sind bei fast allem die Mehrheit. Diejenigen, die kommen und sich um eine Wohnung bewerben, sind fast immer Frauen. Sie sind die Mehrheit bei den Versammlungen und sie sind diejenigen, die sich dabei am meisten einbringen. Die Arbeitsgruppen werden fast alle von den Frauen organisiert. Wenn es irgendeinen Konflikt gibt, sind die Frauen die ersten, die eingreifen und vermitteln. Das Konzept der Stärke hat in der Comunidad seinen stereotypen männlichen Charakter verloren.

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