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Wasserbombenparade 2017

Zwischen 30 und 40 Menschen beteiligten sich an der bereits vierten Wasserbomben- parade gegen Polizeigewalt, die am 4. August 2017 durch die Nürtinger Innenstadt zog. Damit fiel die Wasserbombenparade etwas kleiner aus als im Jahr zuvor. Dem Spaß der Beteiligten tat dies jedoch keinerlei Abbruch. Auch Passanten schlossen sich spontan und begeistert den Wasserschlachten an, die sich sowohl während des Demozugs als auch bei den Zwischenstationen an den Brunnen abspielten.

Bei den insgesamt zwei Kundgebungen wurde der politische Rahmen der Veranstaltung verdeutlicht. Der erste Redebeitrag, noch am Startpunkt beim ZOB, erklärte den Anlass zur ersten Wasserbombenparade vor drei Jahren: Damals wurden zwei Wasserbomben auf die Polizeiwache geworfen. Daraufhin eskalierte die Polizei mit einem völlig überzogenen Einsatz. Dieser Einsatz umfasste einen Helikopter, der versuchte, die „Täter“ zu fassen, als auch eine versuchte Erstürmung des linkslibertären Wohnprojekts Villa Galgenberg.
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Veranstaltungen der Villa Galgenberg

Auch dieses Jahr veranstaltet die Villa Galgenberg in Nürtingen wieder ihr Sommerfest. Stattfinden wird es vom 14. bis zum 16. Juli. Der erste Teil in der Trinkhalle in dem Park, der direkt an die Villa anschließt. Anschließend geht es im Garten und im Keller der Villa weiter. Das Programm umfasst unter anderem einen Vortrag über antikapitalistische Praxis, eine kurze Vorstellung des Umsonstladens und einen Umsonst-Tisch, ein Siebdruck-Workshop und mehrere Bands.

Grund zu feiern gibt es allemal: Seit 10 Jahren existiert dieses linkslibertäre Wohnprojekt in Nürtingen. Nach zweieinhalbjährigem Widerstand scheint die Räumung endgültig abgewendet zu sein.

Am 4. August wird wieder eine Wasserbomben- parade gegen Polizeigewalt durch die Straßen von Nürtingen ziehen.

Die Wasserbomben- parade wurde erstmals 2014 organisiert, als Reaktion auf einen völlig unverhältnismäßigen Polizeieinsatz einschließlich Helikopter und versuchter Stürmung der Villa Galgenberg. Seitdem wurde sie jedes Jahr wiederholt (2014 | 2015 | 2016). Der Anlass bleibt aktuell. Ob gegen Berufsschülerinnen in Nürnberg, die versuchen, eine Abschiebung zu verhindern, die brutale Räumung von Friedel 54 in Berlin oder die Angriffe auf das antikapitalistische Camp in Hamburg – die Beispiele von Polizeigewalt reißen nicht ab.

Pogo und Wasserbomben in Nürtingen

„Die Häuser denen, die drin wohnen“ schallte es durch die Straßen, als die dritte Wasserbombenparade bei strahlendem Sonnenschein durch die Nürtinger Innenstadt zog. Rund 80 motivierte und vergnügte Teilnehmer*innen, ein Traktor, der den Anhänger mit der Musikanlage zog und mehrere Bands nahmen daran teil.

Wasserbombenparade Flyer (vorn)Wie schon in den Jahren zuvor, verband die Veranstaltung wieder geschickt das Vergnügen des sich gegenseitig nass Spritzens mit den ernsten Botschaften, die transportiert werden sollten: Es ging einerseits um Protest gegen Repression und Polizeigewalt. 2014 hatte es wegen einiger mit Wasser gefüllter Ballons, die vor die örtliche Polizeiwache geworfen worden waren, einen maßlosen und brutalen Polizeieinsatz gegeben, einschließlich Hubschraubern und versuchter Erstürmung der Villa Galgenberg.

Die Villa Galgenberg selbst war nicht nur Veranstalterin, sondern auch das zweite zentrale Thema des Umzugs. Dieses emanzipatorische Wohnprojekt am Fuße des namensgebenden Galgenberges ist akkut räumungsbedroht, seit die Stadt Nürtingen das Grundstück gekauft hat und die Bewohner*innen vertreiben möchte.

Die Wasserbombenparade zog in Etappen durch die Altstadt und legte an den Brunnen eine Rast ein. So konnten bequem die Wasservorräte der mitgebrachten Spritzpistolen nachgefüllt werden. Außerdem wurden wieder zahllose vorbereitete Wasserbomben verteilt. Es dauerte nicht lange, bis bei dem ausgelassenen alle-gegen-alle niemand mehr trocken war.

Erstmalig gab es dieses Jahr auch Live-Musik von mehreren Bands, jeweils bei den Zwischenstationen. Am Marktplatz begeisterten die Sons of Explosivos das Publikum unter anderem mit „La bamba“, wobei sie den Text zu „La bomba de agua“ abänderten. Am Ort der Abschlusswasserschlacht – direkt vor der Polizeiwache in der Europastraße – coverte eine Punk-Band ein thematisch passendes Lied von Slime, sehr zum Vergnügen der Umstehenden, die den Klassiker schon an den ersten Akkorden erkannten und spontan mitsangen.

Es verirrten sich auch einige Wasserbömbchen auf die Fassade der Polizeiwache, was von den Veranstalter*innen aber schnell unterbunden wurde. Dieses Mal zog die Aktion jedoch keinen stundenlangen Polizei-Einsatz nach sich, so dass alle, die wollten, wie vorgesehen den Abend im Garten der Villa Galgenberg bei Lagerfeuer, Bratkartoffeln und Getränken nach Wahl ausklingen lassen konnten. Weiterlesen …

Dritte Wasserbombenparade in Nürtingen

DemoNuertingenAm Samstag, dem 9. Juli findet in Nürtingen die dritte Wasserbombenparade gegen Repression, Polizeigewalt und für den Erhalt des Wohnprojekts Villa Galgenberg statt. Im Anschluss an die Demo sind alle eingeladen, in der Villa Live-Bands anzuhören, zu essen, trinken, chillen und dabei die nass gewordenen Klamotten trocknen zu lassen.

Die Villa Galgenberg ist derzeit räumungsbedroht, da sie als emanzipatorischer Ort der Stadt ein Dorn im Auge ist und der Oberbürgermeister seine rebellischen Nachbarn los werden will. Die Aktionsform der Wasserbombendemo nimmt Bezug auf einen heftigen Polizei-Einsatz mit Hubschraubern und versuchter Stürmung des Wohnprojekts als absurde Reaktion auf zwei mit Wasser gefüllte Ballons, die Richtung Polizei-Wache geworfen worden waren.

Treffpunkt ist um 18 Uhr am ZOB. Badeklamotten sind kein Muss, haben sich aber als nützlich erwiesen die letzten Male. Aktuelle Infos zu Veranstaltung und der Villa allgemein gibt es bei Facebook und auf ihrer Web-Seite.
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Zweite Wasserbombenparade

Am 18. Juli 2015 in Nürtingen fand in Nürtingen die zweite Wasserbombenparade statt. Wie bereits im Jahr zuvor wurde Bezog genommen auf einen maßlos überzogenen Einsatz der Repressionsorgane als Reaktion auf zwei mit Wasser gefüllte Ballons, die auf die Stufen der Polizeiwache geworfen worden waren (siehe Bericht 1. Wasserbombenparade).

Wasserbomben-Demo in Nürtingen

DemoNuertingenLetztes Wochenende protestierten rund 50 Menschen in Nürtingen gegen staatliche Repression. Der Demozug startete am ZOB und führte laut, feucht und unbehelligt von der Polizei in mehreren Etappen durch die Innenstadt. Am Ochsenbrunnen wurde eine Wasser-Schlacht ausgetragen und die erste Zwischenkundgebung abgehalten, bei der konkrete Fälle von Polizeigewalt thematisiert wurden, darunter auch der Fall von Dietrich Wagner, der durch den Wasserwerfer-Einsatz am schwarzen Donnerstag 2010 in Stuttgart sein Augenlicht verlor.

Die Abschlusskundgebung fand vor der Polizeiwache in der Europastraße statt. Es wurde ein Band abgespielt, auf dem scherzhaft gefordert wurde, aus der hässlichen, teuren, nutzlosen Polizeiwache einen Wassererlebnis-Park zu machen, von dem alle mehr haben.

Im Anschluss an die Kundgebung wurde als großes Finale die letzte Wasserbomben-Schlacht ausgetragen: Die Teilnehmer schnappten sich die verbleibenden Wasserbomben – insgesamt waren hunderte Luftballons vorbereitet und mit Wasser gefüllt worden – und bewarfen sich mit großem Vergnügen und unter johlendem Gelächter.
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