Tag-Archiv | Zaragoza

Hambacher Forst: Solidarität mit den Gefangenen

Das libertäre Studentenkollektiv FEL Zaragoza schickt einen Solidaritätsgruß aus seiner Stadt an Hodei und Siao, die im Hambacher Forst wegen ihres Widerstands gegen Rodungen festgenommen wurden und sich seitdem in Untersuchungshaft befinden:

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Anarchist Black Cross Rhineland nennt eine Adresse, an die man den beiden Gefangenen schreiben kann:

SSK z.H. ABC Hodei/Siao
Salierring 37
50677 Köln

Briefe, Karten, usw. werden anschließend weitergeleitet. Auf der Seite von ABC Rhineland gibt es auch Hinweise, was beachtet werden sollte bei Post an Gefangene.

Berufung gegen Urteil von Mónica und Francisco

Mónica und FranciscoAuf Barcelona.Indymedia wurde angekündigt, dass am Mittwoch, dem 19. Oktober, vor dem Obersten Gerichtshof in Spanien die Anhörung stattfinden wird wegen der Berufung gegen das Urteil von Mónica Caballero und Francisco Solar.

Mónica und Francisco waren im März diesen Jahres zu je 12 Jahren Haft verurteilt worden wegen „Körperverletzung“ und „Sachbeschädigung mit terroristischer Absicht“. Für die Beteiligung der beiden an dem Sprengsatz in der Basílica del Pilar – einer Kirche in Zaragoza – wurden keinerlei triftige Beweise erbracht. Vor dem Urteil hatten die Anarchist*innen bereits über zwei Jahre in Untersuchungshaft verbracht (siehe Bericht von März 2016).

12 Jahre für Mónica und Francisco

Mónica Caballero und Francisco Solar wurden zu je 12 Jahren Knast verurteilt. Das Urteil des Sondergerichtshofs Audiencia Nacional wurde gestern den Anwälten der beiden anarchistischen Gefangenen übermittelt. Die 12 Jahre setzen sich zusammen aus 5 Jahren wegen „Körperverletzung“ und 7 Jahren wegen „Sachbeschädigung mit terroristischer Absicht“. Freigesprochen wurden sie von der Anklage der „Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung und der Verschwörung“ gegen das Kloster Montserrat.

monicafran11Laut der spanischen rechten Hetzpresse wird die über 2jährige Untersuchungshaft auf die Haftdauer angerechnet. Zusätzlich zu der Haft wurde den beiden ein 10jähriges Ortsverbot für Zaragoza und Barcelona auferlegt. Außerdem müssen sie 182.601 Euro Entschädigung zahlen an die Kirchenverwaltung von Zaragoza und 22.775 Euro Schmerzensgeld an eine Frau, die verletzt worden sein soll.
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Solidaritäts-Demos nach Repressionswelle

Nach der Repressionswelle gegen Anarchisten fanden in mehreren Städten in Spanien Solidaritäts-Demos statt. Ein paar Fotos davon, die über Twitter verbreitet wurden:

Barcelona (wo es über 1000 Teilnehmer gewesen sein sollen)

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„Das sind keine Selbstmorde, das sind Morde“

In Zaragoza erhängte sich am Montag ein 62-Jähriger wegen seiner bevorstehenden Zwangsräumung 1. Der Mann hinterließ einen Abschiedsbrief, aus dem die Gründe für seinen Selbstmord hervorgingen: Das Gericht hatte ihn per Schreiben davon in Kenntnis gesetzt, dass am Folgetag die Gerichtsvollzieher kommen würden, um ihn aus der Wohnung zu werfen. Der Verstorbene sah sich aufgrund seiner Arbeitslosigkeit außer Stande, seine Miete zu bezahlen. Auch seine Frau und seine Tochter haben nur geringfügige Beschäftigungen. Sie waren es auch, die den Mann vorfanden, als sie in die Wohnung zurück kamen.

Der Richter setzte nach dem Selbstmord aufgrund der Umstände die Zwangsräumung vorläufig aus. Die Tochter und die Frau schlafen aber aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr in der Wohnung und sind bei Verwandten untergekommen.

Das Anti-Zwangsräumungs-Bündnis Stop Desahucios Zaragoza rief zu einer Demonstration auf 2. Dort machten die Versammelten ihrem Zorn und ihrer Trauer Luft und riefen „Das sind keine Selbstmorde, das sind Morde“ 3. Später wurde eine Schweigeminute für den Verstorbenen abgehalten. Auf Transparenten wurde die Frage gestellt: „Wie viele sollen noch sterben?“ 4

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Operación Pandora: Polizei-Einsatz gegen Anarchismus in Spanien

Gestern fand unter der Bezeichnung operación Pandora ein groß angelegter Polizei-Einsatz gegen Anarchistinnen und Anarchisten statt. In Madrid, Barcelona und einigen anderen Städten in Spanien wurden mehrere Privatwohnungen, besetzte Häuser und soziale Zentren von insgesamt 400 Einsatzkräften gestürmt und durchsucht.

Um 5 Uhr morgens drangen Mossos d’Esquadra gewaltsam in das Kasa de la Muntanya in der katalanischen Metropole ein. Sie erbeuteten Computer, Handys, Notizblöcke und Datenträger. In dem seit 25 Jahren besetzten Haus hielten sich zu diesem Zeitpunkt 20 Bewohner auf, darunter zwei Kinder im Alter von 5 und 6 Jahren.
Während dieses Überfalls kreiste ein Polizei-Hubschrauber über dem Gebäude und strahlte es mit einem leistungsstarken Scheinwerfer an.
Aus Solidarität mit dem bedrängten Kasa de la Muntanya blockierten rund 50 Unterstützer eine halbe Stunde lang eine Straße. Diese spontane Aktion wurde von den Mossos beendet.
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Solidaritäts-Demos in Spanien für Miguel und Isma

Gestern fand in Madrid eine Solidaritäts-Demonstration für zwei inhaftierte Jugendliche statt. Miguel und Isma sitzen seit Monaten in Untersuchungshaft, weil sie an dem Marsch der Würde (siehe Artikel auf Bodenfrost) teilgenommen haben. Miguel wurde direkt im Anschluss an den Marsch der Würde festgenommen, Isma während der Polizei-Operation „Puma 70“ am 4. April. Den beiden wird Missachtung der Staatsgewalt, Störung der öffentlichen Ordnung und Angriffe auf Polizeibeamten zur Last gelegt. Ihre Anwälte versichern, dass keinerlei Beweise gegen die beiden vorlägen, die die Vorwürfe bekräftigten. Die Anwälte haben Anträge auf Haftentlassung gestellt.

Auf dem Transparent steht: „Miguel und Isma, Geiseln des Staats. Freispruch für die Gefangenen des 22. März“. Auf der Demo waren unter anderem folgende Rufe zu hören: „no estamos todos, faltan los presos“ (wir sind nicht alle, es fehlen die Gefangenen), „la lucha es el único camino“ (der Kampf ist der einzige Weg) und „libertad detenidos por luchar“ (Freiheit für die, die festgenommen wurden, weil sie kämpften).

Am selben Tag wurde auch in Zaragoza Freiheit für Miguel und Isma gefordert:

In Valencia demonstrierten CNT und CGT ebenfalls gegen die Repression gegenüber sozialen Bewegung und für die Freilassung der beiden Inhaftierten:

Soziale Bewegungen müssen sich unserer Meinung nach nicht nur an ihren Forderungen und Aktionsformen messen lassen, sondern nicht zuletzt auch daran, ob und wie sehr sie sich für Mitstreiter einsetzen, die in die Fänge der Justiz geraten sind. Es trifft wenige, gemeint sind wir alle.

Quellen/Fotos:
Disopress | Público | Periodismo Digno

Twitter-Hashtags:
#2MesesPreso | #MiguelEIsmaLibertad | #Miguel22MLibertad | #Isma22MLibertad

#Dignidad22M – Sternmarsch der Würde nach Madrid

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Praktisch ohne dass die Presse Notiz davon nimmt, findet derzeit in Spanien ein großer Sternmarsch statt. Aus allen Himmelsrichtungen haben sich viele hundert Menschen auf den Weg gemacht, um ihren Protest gegen gegen Austerität, Arbeitslosigkeit, Zwangsräumungen und vieles mehr in die Hauptstadt zu tragen. Die genauen Motive für den Protestmarsch wurden in einem Manifest zusammengefasst, es gibt auch eine deutsche Version.

Der Märsche der Würde, marchas de la dignidad, treffen sich am 22. März in Madrid. Viele Menschen, die am Fußmarsch nicht teilnehmen können, werden mit Bussen nachkommen, um bei der anschließenden Demonstration dabei zu sein. Allein aus Andalusien werden über 500 Busse erwartet, twitterte Marchas Dignidad. Die Veranstalter bestätigten gegenüber Diagonal Periódico, dass insgesamt über 750 Busse und vier Sonderzüge nach Madrid fahren werden.

Initiiert und organisiert wurde der Protestmarsch laut der Online-Zeitung 20 minutos von verschiedenen Gruppen und Gewerkschaften, darunter das Andalusische Arbeiter-Syndikat (SAT), die Protestbewegung 15. Mai (15M) und Bürgerinitiativen (mareas), die sich für die öffentliche Bildung und Gesundheit einsetzen. Das Bündnis gegen Zwangsräumungen, die PAH, ruft auf seiner Seite ebenfalls dazu auf, sich an dem Marsch und begleitenden Aktionen zu beteiligen.

Auch ein anarchosyndikalistischer Demozug wird sich in Madrid dem Marsch für die Würde anschließen, kündigte die CNT auf ihrer Webseite an.


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#WirSindAlleHamburg: Internationale Solidarität

Hamburg erhält seit einigen Wochen viel Aufmerksamkeit, besonders aus dem spanisch-sprachigen Raum. Unser Artikel über die Demo vom 21. Dezember gegen Räumung der Roten Flora und der Esso-Häuser und für ein Bleiberecht der Lampedusa-Flüchtlinge verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Die Kunde vom #Gefahrengebiet machte ebenfalls schnell die Runde und es tauchten immer mehr spanischen Tweets […]

Landesweite Proteste in Spanien für öffentliche Bildung

Hundertausende Schüler, Lehrer, Studenten und Professoren protestierten gestern in ganz Spanien gegen steigende Studiengebühren, Kürzungen und Entlassungen im Bildungsbereich und die kürzlich verabschiedete und äußerst umstrittene Bildungsreform namens LOMCE. Eine kleine Auswahl an Städten, in denen es an diesem Tag Demonstrationen gab:

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Ein Dokumentar-Video aus Madrid:



Weitere Fotos: