Anarchistischer Monatsrückblick: Juli 2017

Rückblick auf die zurückliegenden vier Wochen aus anarchistischer Perspektive. Ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit. Lieber zu viele Links als keine. Wenn nichts anderes dabei steht, sind die verlinkten Texte auf deutsch.

Die zurückliegenden 4 Wochen

Rojava (Nord-Syrien): Der anarchistische Genosse Robert Grodt (Demhat Goldman) ist am 6. Juli bei der Befreiung von Raqqa ums Leben gekommen. „Er war dort, um anderen zu helfen, das war sein Leben lang seine Leidenschaft,“ sagte Elizabeth Clarke, eine Verwandte von ihm, auf Facebook. Der 28-Jährige hatte sich der kurdischen Miliz YPG angeschlossen, um gegen den Islamischen Staat (IS) und für die soziale Revolution zu kämpfen.


2011 war Demhat Goldman in New York als Demosanitäter bei der Occupy Wall Street-Bewegung aktiv gewesen. Dort lernte er auch seine spätere Partnerin Kaylee Dedrick kennen. Er leistete erste Hilfe bei ihr, als Polizisten sie mit Pfefferspray verletzten. Die beiden hatten eine gemeinsame Tochter. Der Legende nach das „erste Occupy-Baby“, gezeugt im Protestcamp im Zuccotti Park.
In einer Video-Botschaft legte Demhat Goldman seine Motive dar, warum er nach Rojava gegangen war: [Youtube]
Berichte über seinen Tod fanden sich auch in bürgerlichen Medien, auch wenn diese kein Wort über seine anarchistischen Überzeugungen verloren: [Washington Post | Guardian | New York Times (alle: englisch)].
Die näheren Umstände seines Todes werden auf der Seite von [YPG Rojava (englisch)] beschrieben.
Eine Mitteilung des anarchistischen Bataillons [IRPGF/Twitter].
In Chicago wurde ihm zu Ehren ein Transparent angebracht: [Daneyvilla/Twitter (englisch)].
Fotos vom Abschied von Demhat Goldman in Rojava: [Defense Units/Twitter | YPJ Press (beide: englisch)].

IRPGF, ein anarchistisches Bataillon in Rojava, verkündete die Gründung von einer Untergruppe namens The Queer Insurrection and Liberation Army (TQILA) [IRPGF/Twiter (englisch)]. IRPGF postete auch ein Bild, das in Raqqa entstanden sein soll. Das Bild wurde mittlerweile weit über 4000 mal geteilt [IRPGF/Twitter (englisch)]:

Presseberichte zu TQLA: [Newsweek | Independent (beide: englisch)].
Gegenüber der [taz] äußerte sich SDF-Sprecher Mustafa Bali dahingehend, dass diese Gruppe nicht als separate Kampfeinheit anzusehen sei. Sehr wohl gebe es eine LGBTI-Initiative in den Reihen der Anti-IS-Kämpfer der SDF.

Die 5. Ausgabe des deutschsprachigen anarchistischen Rumänien-Magazins BUNĂ ist erschienen. Den Schwerpunkt bilden Berichte und Analysen zu den massenhaften Anti-Korruptions-Protesten gegen die Regierung Anfang des Jahres [RevistaBUNĂ.Wordpress | Syndikalismus.Wordpress].

Die Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) hat die neue Ausgabe ihrer Zeitschrift veröffentlicht. Die Nummer 79 der Gaidao als Download oder Bestellung: [FdA-IFA].

Die Eröffnung des anarchistischen Lokals H5 in Krefeld ist sehr gut gelaufen, berichtet die [Anarchistische Gruppe Krefeld/Twitter].

Zwei Wochen lang wurde im Juni ein Gebäude in Kassel besetzt. Genannt wurde es Unsere Villa. Nach der Räumung flattern einigen AktivistInnen Strafanträge ins Haus. In einer zweisprachiger Mitteilung wird gefordert, dass die Kriminalisierung der ehemaligen Besetzerinnen eingestellt wird: [Unsere Villa/Twitter (deutsch/englisch)].

Aus dem Knast heraus richtete Thomas Meyer-Falk Grußworte an die DemonstrantInnen gegen den G20-Gipfel in Hamburg: [Contrainfo]. Thomas Meyer-Falk sitzt seit 1996 ununterbrochen in Haft.

Schon im Vorfeld des G20-Gipfels in Hamburg wurden die Proteste dagegen massiv kriminalisiert und mit Repression überzogen. Die repressiven Maßnahmen umfassten unter anderem sogenannte „Gefährderansprachen“, im Klartext Hausbesuche durch Cops bei AktivistInnen, mit dem Zweck, diese einzuschüchtern, und die gewaltsame Räumung von Protestcamps.

Am Donnerstag wurde die Demo „Welcome to hell“ nach wenigen Metern von den Cops brutal angegriffen und zerschlagen. Zwei Videos dieses Überfalls: [Crimethinc/Vimeo 1 | 2].

Der Freitag war geprägt von dezentralen und vielfältigen Aktionen, darunter die Fahrrad-Demo Colourfull Mass [G20 Hamburg], eine Hafenblockade [Shutdown HH/Twitter (englisch)], ein Bildungsstreik [Jugend gegen G20 HH/Twitter], Barrikadenbau und Militanz.
In der Nacht rückten schwer bewaffnete Sondereinheiten an und räumten das Schanzenviertel. Die Pressefreiheit wurde dabei erneut eingeschränkt. Allgemein beklagten sich immer wieder JournalistInnen über Angriffe durch Cops. Zahlreiche Akkreditierungen von JournalistInnen wurde ohne genaue Gründe zu nennen entzogen [Tagesschau]

Eine Pressemitteilung der Roten Flora zu den Ereignissen in der Nacht von Freitag auf Samstag: [Flora baut/Twitter].

Am Samstag lief die internationale Demo durch Hamburg. 76.000 TeilnehmerInnen sollen dabei gewesen sein [G20 Demo/Twitter]. Ein Videoclip davon: [Leftvision Clips/Twitter].

Die Polizeigewalt zog sich noch weiter, bis in die Sonntagnacht hinein. Es gab zahlreiche Berichte von Festnahmen, Kontrollen und Angriffen durch Wasserwerfer auf versammelte Menschen.

Über die Anti-G20-Proteste berichtete [CrimeThinc (englisch)].
Einen Live-Ticker für Donnerstag bei der [taz], einen für Freitag [taz] und einen für Samstag [taz].
Der anarchistische Historiker Mark Bray aus den USA in einem Interview über seine Eindrücke von den Protesten: [The final straw radio (englisch)].
„Über die Ausreden, die die Polizeigewalt in Hamburg legitimieren sollen“ – Ein Kommentar von [Crimethinc].
Zur Militanzdebatte nach G20 ein Kommentar vom [Lower Class Magazine].

Das Anarchistische Radio Berlin blickt aus libertärer Perspektive auf den Juni zurück. Schwerpunkte sind die Räumung der Friedel 54 in Berlin und die Repression im Vorfeld des G20-Gipfels in Hamburg. Den einstündigen Podcast herunterladen/anhören: [Aradio].

Erfolgreicher Einspruch von Tasos Theofilou in Griechenland: Der Anarcho-Kommunist wurde von allen Anschuldigungen freigesprochen. 5 Jahre hatte er unschuldig im Knast verbracht. Das erste Foto von Tasos Theofilou nach dem Freispruch: [Chris Avramidis/Twitter (griechisch)]. Ein ausführlicher Artikel: [Al Jazeera (englisch)].

Am 7. Juli wurde in Düsseldorf ein Stolperstein für Anton Rosinke verlegt. Der Anarchosyndikalist war 1937 von den Nazis ermordet worden. Der Stolperstein wurde dem Konzept entsprechend dort verlegt, wo das Opfer von Nazigewalt zuletzt selbstbestimmt gelebt hat. An der anschließenden Gedenkveranstaltung für Anton Rosinke auf dem Freiheitsplatz beteiligten sich 30 bis 35 Personen. Rudolf Mühland von der FAU Düsseldorf ergänzte diesen Beitrag noch um einen kurzen Abriss der Geschichte der FAUD und des Anarchosyndikalismus und spannte den Bogen in die Gegenwart. [FAU Düsseldorf].
Anlässlich der Stolpersteinverlegung berichtete [RP Online] über Anton Rosinke. Und machte in dem Artikel die völlige Ahnungslosigkeit, was Anarchismus ist, offenkundig.

Das besetzte Haus in Dortmund wurde (freiwillig) geräumt [SquatBO/Twitter].

Das Anarchist Black Cross Wien veröffentlicht unregelmäßig einen Newsletter namens „Bruchstellen“. Jetzt ist die Nr. 26 erschienen. Themen sind unter anderem „Campen gegen Knast und Strafe“. Download als PDF: [ABC Wien].

In der Türkei ist die Ausgabe 39 der Meydan Gazetesi ist erschienen. Die Meydan Gazetesi ist die Zeitung der DAF (Revolutionäre Anarchistische Aktion). Titelseite: [Meydan gazetesi/Twitter (türkisch)]. Fotos von AktivistInnen beim Verteilen der Zeitung: [Meydan gazetesi/Twitter].

Der Black Mosquito Mailorder aus Flensburg ist seit Juli auch auf Twitter aktiv: [Black Mosquito Crew/Twitter].

In Oranienburg fand eine Gedenkdemo statt für Erich Mühsam. Fotos von der traurigen Veranstaltung mit Parteifahnen: [Presseservice RN/wordpress].

In Athen fand eine große Solidaritätsdemonstration für Irianna statt. Irianna wurde ohne Beweise zu 13 Jahren Knast verurteilt. Fotos: [th1an1/Twitter (englisch)].
Als ein Gericht die Haftentlassung von Irianna ablehnte, wurde eine Nobel-Einkaufsmeile in Athen zerlegt. Ein Video davon: [kinimatini/Twitter (englisch)]. Artikel dazu gab es bei der [taz], [Enough is enough (englisch)] und [Freedom News (englisch)].

Brief des Anarchisten Fernando Bárcenas aus einem Knast in Mexiko, wo er seit Monaten isoliert untergebracht ist. Er braucht dringend Unterstützung: [It’s going down (englisch)]. Update: [It’s going down (englisch)].

Die Schwarz-Roten Bergsteiger, eine AG der FAU Dresden, suchen nach Leuten, die sich einbringen wollen [FAU Dresden/Twitter].

Die anarchistische Genossin Lisa wurde dieses Jahr in Köln zu 7 Jahren Haft verurteilt. Vorgeworfen wurde ihr Bankenteignung. Sie freut sich über Solidaritätspost an ihre Knastadresse:
Lisa
Buchnummer: 2893/16/7
Justizvollzuganstalt (JVA) Köln
Rochusstrasse 350
50827 Köln – Germany
Quelle: [Contrainfo (englisch)]

„#print ist tot, es lebe online!“ – So verkündete die Direkte Aktion auf Twitter den Relaunch ihrer Webseite [Direkte Aktion/Twitter]. Die Seite in neuer Aufmachung: [Direkte Aktion]. Die Direkte Aktion war seit 1977 die zweimonatlich erscheinende Zeitung der Freien Arbeiter*innen Union (FAU). Die letzte gedruckte Ausgabe erschien Anfang 2016 [Neues Deutschland].

Die Anarchistische Föderation Gran Canaria (FAGC) meldet, dass sie 21 Menschen neu untergebracht hat. 10 davon seien minderjährig. [FAGC_Anarquista/Twitter]. Die FAGC ist seit Jahren aktiv bei der Umsetzung des Rechts auf Wohnraum mittels direkter Aktion: Leer stehende Gebäude werden besetzt und Familien zur Verfügung gestellt, die aufgrund von Notlagen wie Zwangsräumungen kein Dach mehr über dem Kopf haben.

Anarchistische Konferenz in Brasilien: Organisiert von der Iniciativa Federalista Anarquista de Brasil (IFA-Br) und mit der Unterstützung von IFA (Internationale der Anarchistischen Föderationen), der die IFA-Br angehört, fand erstmals in Lateinamerika ein Treffen der CRIFA (Kommission der Beziehungen der Internationale) statt. Außerdem fand das III Foro General Anarquista (FGA) von Brasilien statt. [A las barricadas (spanisch)].

An seinem 75. Todestag wurde in Sants (Barcelona) eine Gedenktafel für Juan Peiró enthüllt und ein Platz nach ihm benannt (siehe auch weiter unten, unter historische Jahrestage). Die Stadtverwaltung unterschlug auf der Tafel jedoch, dass er Anarchist und Anarchosyndikalist war und nennt ihn einfach Gewerkschafter. [Directa (katalanisch)].

Für wenige Stunden wurde ein Gebäude im Viktoriakarree in Bonn erneut besetzt und anschließend von der Polizei geräumt. Schon letztes Jahr war der Versuch unternommen worden, dort ein libertäres Zentrum entstehen zu lassen. [WDR | Squat Bonn/Twitter].

Die Crowdfunding-Kampagne für einen spanischen Dokumentarfilm war erfolgreich. Über 4000 Euro kamen zusammen. Der Film heißt „En la brecha: anarquistas contra Franco“. Thematisiert wird das Leben des Anarchisten Octavio Alberola Suriñach. Octavio war 1936-39 bei der spanischen Revolution. Auch darüber hinaus leiste er Widerstand gegen den Franco-Faschismus. In der anarchistischen Bewegung ist er heute noch aktiv. [Verkami. (spanisch) | Wikipedia (katalanisch)].

Historische Jahrestage

Vermutlich Sommer 1973 erscheint die Broschüre „Berlin, 13. August“ vom Anarchistischen Arbeiterbund Berlin-West. Die Broschüre beschäftigt sich mit dem Mauerbau von 1961. Ein Auszug daraus:

Diese Broschüre wurde geschrieben, um aus der Sicht des freiheitlichen Sozialismus aufzuzeigen, dass das System der DDR eine staatskapitalistische und unmenschliche Diktatur ist. Da wir davon ausgehen, daß das System der DDR nicht sozialistisch ist, gibt es für uns auch keinen Grund, es nicht anzugreifen. Immer und zu jeder Zeit haben wir Unfreiheit und Diktatur angegriffen und beim Namen genannt. Wir können und wollen nicht schweigen zu Knechtschaft und Tyrannei!

Der vollständige Text, bzw. ein Scan des Originals: [Mao-Projekt].

Am 2. Juli 1977 findet eine Kundgebung der CNT und ein libertäres Fest am Montjuïc statt. Es ist die erste Kundgebung der anarcho- syndikalistischen Gewerkschaft in Barcelona seit 1939. Nach dem erfolgreichen Militärputsch der Franco-Faschisten in Spanien wurde die CNT verboten und existierte nur noch im Exil und im Untergrund. Erst nach dem Tod Francos 1975 und der sogenannten Übergangszeit (transición) wurde die CNT offiziell neu gegründet. Bei dem Kongress in Barcelona 1977 spricht auch Federica Montseny, die ehemalige Ministerin aus der Zeit der spanischen Revolution. Die Zeitung El País nennt den Kongress „gigantisch“ und gibt die TeilnehmerInnenzahl mit 100.000 an. Andere Quellen sprechen sogar von 200.000. Fotos und das Plakat von damals: [CNT Prensa Agencias/Twitter | Ajo Blanco (beide: spanisch)]. Erwähnt wird die Kundgebung auch bei [Wikipedia].

Am 4. Juli 1905 stirbt Élisée Reclus. Seine geografischen Forschungen fanden breite wissenschaftliche Anerkennung. Politisch näherte er sich ab den 1860er-Jahren dem antiautoritären Flügel der Internationale an und wurde Anarchist. [Wikipedia | Anarchismus.at]

Am 6. Juli 1934 stirbt in Paris der Anarchist Nestor Machno. Die nach ihm benannten Partisanenbewegung Machnowschtschina setzte 1917 bis 1921 in der Ukraine anarchistische Vorstellungen in die Tat um. Es war die erste große gelebte anarchistische Utopie überhaupt. Die Bolschewiki verrieten die Machnowschtschina und ermordeten viele von ihnen. Nestor Machno gelang die Flucht ins Exil nach Frankreich, wo er bis zu seinem Tod lebte.
Unter AnarchistInnen ist Nestor Machno umstritten, wegen seiner Überlegungen zu verbindlicheren Organisationsformen für die anarchistische Bewegung. Diese Überlegungen, der Plattformismus, waren das Resultat der Erfahrungen der russischen AnarchistInnenen während der Oktoberrevolution, die schließlich zum Sieg der Parteidiktatur der Bolschewiki statt einer freien, selbstverwalteten Gesellschaft führte. [Wikipedia | Anarchismus.at]

Am 10. Juli 1934 wird Erich Mühsam im KZ Oranienburg von Nazis ermordet. Der Anarchist und Schriftsteller war maßgeblich an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt. In der Weimarer Republik setzte er sich für die Freilassung politischer Gefangener ein. 1933 wurde er von den Nazis verhaftet. [Anarchismus.at | Wikipedia].
Dokumentation eines Vortrags, der anlässlich des 80. Todestag 2014 in Ludwigsburg gehalten wurde: [Anarchistisches Radio Berlin].

Am 11. Juli 1998 nimmt sich María Soledad Rosas in Turin das Leben. Sie ist ist 24 Jahre jung. 1997, nach Abschluss ihres Studiums, kam sie aus Argentinien nach Italien. In dem anarchistischen Squat El Asilo fand sie zufällig Unterschlupf. Sie begeisterte sich für den Anarchismus, den sie dort erlebte. Auch ihren Partner, den Anarchisten Edoardo Massari, lernte sie dort kennen. Später wurde beide beschuldigt, Anschläge gegen den Bau der Hochgeschwindigkeitsbahn TAV im Val di Susa verübt zu haben. María Soledad war zu dem Zeitpunkt der Anschläge noch nicht mal in Italien gewesen. Edoardo wurde im März 1998 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden. Laut Behörden habe er sich mit einem Bettlaken erhängt. Vier Monate später tötete sich María Soledad in dem Gebäude, in dem sie sich unter Hausarrest befand. [Wikipedia (spanisch) | Bottled Wasp/Facebook (englisch)].

Am 14. Juli 1989 stirbt die anarchosyndikalistische Journalistin, Schriftstellerin und Universitätsprofessorin Cecilia G. de Guilarte.
Bereits als sie 11 Jahre war, veröffentlichte eine Zeitschrift aus Barcelona eine Reportage von ihr. Später, als Jugendliche, wurde sie Korrespondentin für eine Zeitung der CNT in Madrid. Schon vor Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs hatte sie sich als Journalistin einen Namen gemacht. Auch literarische Texte von ihr wurden veröffentlicht.
1936 wurde sie eine der ersten weiblichen Kriegsberichterstatterinnen an der nördlichen Front im Baskenland. Sie schrieb für mehrere Zeitungen, darunter „CNT del Norte“.
1937 heiratete sie. Nach dem faschistischen Vormarsch an der nördlichen Front im September 1937 ging das Ehepaar nach Frankreich. Dort setzte Cecilia ihre journalistische Tätigkeit fort. Später kehrte sie nach Spanien zurück, nach Katalonien. Im Mai 1938 wurde ihre erste Tochter geboren. Nach einem Zwischenstopp in Frankreich ging sie ins Exil nach Mexiko. Auch dort arbeitete sie weiter als Journalistin. Außerdem war sie Drehbuchautorin für Radiosendungen und schrieb Romane und Theaterstücke. An der Universität lehrte sie Kunst- und Theatergeschichte.
1963 kehrte sie nach Spanien zurück [Puerto Real CNT | Negritas y cursivas (beide: spanisch)].

19. Juli 1936: Beginn der sozialen Revolution in Spanien. Über kein Ereignis der anarchistischen Geschichte dürfte mehr gesagt und geschrieben worden sein. Danke allen Genossinnen und Genossen der CNT, FAI (Iberische Anarchistische Föderation), Mujeres Libres (Freie Frauen) und FIJL (Iberische Föderation der Libertären Jugend).
Der Dokumentarfilm „Die Utopie leben“: [Anarchistische Gemeinschaft/Youtube].
Texte zur Spanischen Revolution: [Anarchismus.at]
Text in der [Graswurzelrevolution], anlässlich des 70. Jahrestages im Jahre 2006.

Am 20. Juli 1972 stirbt die Anarchistin, Schriftstellerin und Feministin Salvadora Carmen Medina Onrubia de Botana.
Schon in ihrer Jugend fing sie an zu schreiben und ihre Texte wurden in einer lokalen Zeitung veröffentlicht. Nach ihrem Umzug nach Rosario, Argentinien, kam sie in Kontakt mit anarchistischen AktivistInnen. 1913 ging sie nach Buenos Aires und schrieb dort für die anarchistische Zeitung La Protesta.
Sie setzte sich jahrelang für die Freilassung des russischen Anarchisten Simón Radowitzky ein. Simón hatte den Polizeichef ermordet, der durch besonders repressive Maßnahmen mit vielen Toten bekannt war.
Während des spanischen Bürgerkriegs engagierte sie sich gemeinsam mit ihrem Partner gegen den Franco-Faschismus. Sie halfen Anti-FaschistInnen, die nach Argentinien ins Exil fliehen mussten.
Sie war auch als Schriftstellerin aktiv und verfasste Romane, Gedichte und Theaterstücke. Ihr Stück „Las descentradas (die Außenseiterinnen)“ thematisiert den Freiheitskampf der Frauen. Die Protagonistin Elvira lehnt die Ehe ab und kämpft für die freie Liebe und dafür, dass auch Frauen Ideen haben können. [ila-web | Libcom (englisch) | Wikipedia (spanisch)]

20. Juli 2015: Selbstmordanschlag des IS (Islamischer Staat) in Suruç (Türkei). Unter den 32 Todesopfern waren auch 5 AnarchistInnen. Die überwiegend jungen Menschen waren dort, um in der Stadt Kobane beim Wiederaufbau zu helfen. Die nordsyrische Stadt Kobane war durch kurdische MilizionärInnen vom IS befreit worden [Linksunten | Anarchist News (englisch) | Black Rose Federation (englisch) | Sosyalsavas (englisch) | Wikipedia).

22. Juli 1932 stirbt Errico Malatesta. Errico Malatesta gehörte in seiner Jugend zu den Mitbegründern der anarchistischen Bewegung in Italien, der er bis ins hohe Alter treu blieb. 1878 mußte er als Propagandist eines revolutionären Insurrektionalismus Italien verlassen. Sein Weg führte ihn daraufhin durch verschiedenste Länder – überall gesucht, überwacht, verhaftet und ausgewiesen. Wieder nach Italien zurückgekehrt brachte Malatesta unter anderem die Tageszeitung Umanità Nova mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren heraus, ehe sie ihr erscheinen nach der Machtergreifung der Faschisten 1922 einstellen musste. Der Gründungskongress der Federazione Anarchica Italiana (FAI) 1945 in Carrara entschied Umanità Nova wieder als Wochenzeitung herauszugeben. [Anarchismus.at | Wikipedia | Umanità Nova (italienisch)].

Am 24. Juli 1942 wird der Anarchist Juan Peiró in Spanien hingerichtet. Juan Peiró war Generalsekretär der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft CNT. Später wurde er Redaktionsleiter deren Gewerkschaftszeitung Solidaridad Obrera. Manche seiner Positionen wurden und werden von AnarchistInnen als reformistisch empfunden. So die Forderung, durch gezielten Druck auf Regierungen konkrete Forderungen umzusetzen. Juan Peiró befürwortete den Eintritt der CNT in die Regionalregierung von Katalonien, nach dem Ausbruch der sozialen Revolution in Spanien 1936. Er wurde einer der vier anarchistischen Minister, zuständig für das Industrieressort. Nach dem erfolgreichen faschistischen Militärputsch floh er ins Exil. Von deutschen Nazis wurde er aufgegriffen und an Spanien ausgeliefert. Dort wurde er zum Tode verurteilt und erschossen. [Wikipedia].

Am 29. Juli 1900 tötete der Anarchist Gaetano Bresci den König von Italien. Diese Propaganda der Tat war die Reaktion darauf, dass der König einem General dafür dankte, dass dieser auf unbewaffnete DemonstrantInnen hatte schießen lassen. Dabei hatte es zwischen 82 und 300 Tote gegeben. [Wikipedia].

Termine:

Im August organisiert die Libertäre Gruppe Karlsruhe einige Veranstaltungen im Rahmen der Kampagne „Solidarische Perspektiven entwickeln – jenseits von Wahlen und Populismus“. Dabei handelt es sich um eine Kampagne der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA). Infos: [Solidarische Perspektiven KA].

4. August 2017: Auch dieses Jahr wird die Wasserbombenparade durch Nürtingen ziehen, um ein humorvolles Zeichen gegen staatliche Repression zu setzen. Im Anschluss spielt die Band Meinhof in der Villa Galgenberg.

4. August 2017: Kneipenabend des Anarchistischen Vernetzungstreffens im Gasparitsch in Stuttgart-Ost.

4. bis 6. August 2017: Open Air Festival Umsonst und Draußen auf der Uniwiese in Stuttgart-Vaihingen [UD-Stuttgart]. Das Anarchistische Vernetzungstreffen Stuttgart wird auch mit einem Infostand dabei sein.

5. August 2017: Das Libertäre Bündnis Ludwigsburg (LB²) hält in Nürnberg seinen Vortrag „Einführung in die Idee des Anarchismus“. [LBQuadrat].

6. August 2017: Die Anarchistische Gruppe Freiburg veranstaltet einen Vortrag mit Diksussionsrunde: „‚I’m an anarchist, I believe.‘ – Oscar Wilde als politischer Autor“. [AG-Freiburg].

11. und 12. August 2017: X. Anarchistisches Buchmesse in Salamanca [Fundación de estudios libertarios Anselmo Lorenzo/Twitter].

12. August 2017: Anarchistische Buchmesse in Melbourne, Australien [AMelbourneBookfair (englisch)].

16. bis 22. August 2017: Die anarchosyndikalistische Gewerkschaft CNT veranstaltet in León, Spanien, das XVI. libertäre Zeltlager. Angedacht sind kulturelle Aktivitäten, Diskussionen und Bergwanderausflüge. [León.CNT (spanisch)]

20. August 2017: Vortrag „Lehren aus dem Kampf um Wohnraum“ in Manresa (Spanien). Als ReferentInnen sind eingeladen die PAHC Bages und die Anarchistische Föderation Gran Canaria [B Llibertari (katalanisch)].

20. August 2017: Premiere des Films „Sacco und Vanzetti“ im Hofkino in Berlin. Kinostart ist am 24. August. [Sabcat Media]. Es handelt sich um eine deutsche Fassung von Peter Millers Dokumentarfilm „Sacco und Vanzetti“. Anlass ist der 90. Jahrestag der Hinrichtung der beiden Anarchisten [Sabcatmedia].

23. bis 30. August 2017: Die Internationale Woche für Anarchistische Gefangene findet zum fünften Mal statt. Das Datum wurde gewählt, weil am 23. August Sacco und Vanzetti durch den USAmerikanischen Staat ermordet wurden. [Insurrection News worldwide (englisch)].

29. August 2017: Offenes Treffen des Anarchistischen Vernetzungstreffens im Gasparitsch in Stuttgart-Ost.

31. August bis 3. September 2017: Das Action, Mond und Sterne-Camp in St. Georgen im Schwarzwald [Action Mond und Sterne].

16./17. September 2017: 12. Anarchistische Buchmesse in Victoria, Kanada [Enough is enough 14].

16./17. September 2017: VI. Anarchistische Buchmesse in Montevideo (Uruguay) [A las barricadas (spanisch)].

24. September 2017: Anarchistische Buchmesse in Houston, USA [Enough is enough 14].

29. – 30. September/ 1. Oktober 2017: II. intergeographisch-anarchistische Film Festival in Beyoğlu (Türkei). [Sosyalsava (türkisch, deutsch, spanisch)].

Am 28. Oktober 2017 wird in London die Anarchistische Buchmesse stattfinden [AnarchistBookfair (englisch)].

6. bis 8. Oktober 2017: Anarchistische Buchmesse in Lissabon [Colectivo Libertario Evora (portugiesisch)].

Vom 10. bis 12. November 2017 wird an der Universität Hamburg der bereits dritte, jährliche Kongress Anarchistische Perspektiven (auf die Wissenschaft) stattfinden. Infos: [Anarchie.Userblog.Uni-Hamburg]

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